Der heutige Karfreitag gedenkt als christlicher Feiertag dem Tod von Jesus Christus. Ein Trauertag, an dem Feierlichkeiten und im speziellen Tanzen untersagt sind. Allerdings geht das Verbot noch weiter: auch 700 Filme dürfen an diesem Datum zumindest öffentlich nicht gezeigt werden.
Bei einem Verstoß müsst ihr übrigens nicht ins Gefängnis, es kann aber ein Bußgeld fällig werden. Einfach ignorieren, sollte man diese Vorgaben also besser nicht.
Was ihr bei euch zuhause macht, bleibt dennoch euch überlassen - egal, ob ihr das Tanzbein schwingt oder einen der unerlaubten Filme im Wohnzimmer streamt. Die Regeln beziehen sich nämlich nur auf öffentliche Veranstaltungen und Vorführsäle wie etwa in Kinos.
Wir klären, wo das Gesetz seinen Ursprung hat und welche Filme betroffen sind (via Moviepilot).
Wer hat das Filmverbot überhaupt festgelegt?
Das Gesetz ist schon ziemlich alt und stammt aus dem Jahr 1952. Die Liste umfasst aber nicht nur Klassiker von damals, sondern wurde bis 2016 von der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) laufend aktualisiert. Ob ein Film am Karfreitag gezeigt werden darf oder nicht, hängt davon ab, ob er dem Geist der Trauertage vor Ostern entspricht - oder eben nicht.
Das Verbot gilt übrigens nicht nur für diese Zeit, sondern weitet sich auf sämtliche Stille Feiertage
im Christentum aus. Zu denen gehören etwa auch Allerheiligen (1. November) oder der Buß- und Bettag (18. November). Zumindest theoretisch. Denn ob Tanzverstanstaltungen und Filmvorführungen dieser Werke an den Tagen wirklich untersagt sind, hängt auch noch von den individuellen Gesetzen im jeweiligen Bundesland ab.
Welche Filme sind an Karfreitag und Co. verboten?
Dass Filme betroffen sind, die etwa Religion satirisch auf die Schippe nehmen, erscheint da logisch. Allerdings umfasst die Regel auch Filme, die überhaupt nichts mit religiösen Themen zu tun haben. Auch Action-Filme stehen zum Teil auf der verbotenen Liste, Horror-Streifen oder besonders heitere Komödien, die nicht zu einem Trauertag passen.
Folgende Filme sind etwa betroffen:
- Final Destination 5 (Horror)
- A Nightmare on Elm Street (Horror)
- 28 Days Later (Horror)
- Das Leben des Brian (Religions-Satire)
- Jackass: Bad Grandpa (Komödie)
- Die Feuerzangenbowle (Komödie)
- Der Terminator (Action)
- Rambo: Last Blood (Action)
- The Expendables (Action)
- Atomic Blonde (Action)
- Kingsman: The Golden Circle (Action-Komödie)
Ihr merkt schon, die Titel haben wenig miteinander zu tun, was Stil und Thematik angeht. Zumindest für das Prüfgremium der FSK scheinen sie aber in einem oder mehreren Aspekten nicht ganz angemessen für Karfreitag und Co. zu sein.
Ein Gesetz, das aus der Zeit gefallen ist?
Eine Liste mit allen 700 Titeln von offizieller Seite existiert so aktuell nicht, die letzte Fassung stammt von 2016. Allerdings bekommt ihr in diesem Wiki einen umfassenden Überblick zu den Filmen und welche über die Jahre dazugekommen sind - inklusive Genres und FSK-Freigabe. Über die Jahrzehnte ist die FSK hier deutlich lockerer geworden, sodass immer weniger Filme nicht für die Feiertage freigegeben werden.
Von 2020 und 2024 wanderten ingesamt nur 8 neue Filme auf die verbotene Liste und Städte dürfen Kinos und Veranstaltungen inzwischen sogar Sondergenehmigungen für Ausnahmen erteilen.
Wollt ihr einen konkreten Streifen prüfen, könnt ihr das direkt bei der FSK tun, wo die Angabe wie hier im Fall von Les Misérables neben dem Film aufgelistet wird. Immer wieder wird auch diskutiert, ob das Verbot überhaupt nocht zeitgemäß ist.
Konkrete Änderungspläne existieren dazu momentan dennoch nicht, vermutlich auch, weil die Regelung ohnehin nur Veranstaltungen und keine Privathaushalte betrifft und die FSK bereits sehr großzügig urteilt.
Was haltet ihr von der Feiertagsregelung? Ist sie für euch veraltet und sollte abgeschafft werden oder einfach eine Tradition, die euch kaum betrifft oder einschränkt?
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