Warum ich diese beiden Bluetooth-Boxen kaufen würde - wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen

Yamaha und Teufel legen mir Outdoor-taugliche Lautsprecher in die Reisetasche. Eines der Geräte nehme ich mit raus. Das andere bleibt daheim.

Das Duell der kleinen Teile: Wer überzeugt mich im Außen-Einsatz? Boomster Go oder das Gerät, dass wie ein Androide aus Star Wars heißt: WS-B1A von Yamaha? Das Duell der kleinen Teile: Wer überzeugt mich im Außen-Einsatz? Boomster Go oder das Gerät, dass wie ein Androide aus Star Wars heißt: WS-B1A von Yamaha?

Wo Outdoor draufsteht, müssen auch Bluetooth-Boxen drinstecken. Anstatt mir den gesamten Bluetooth-Gerätepark vorzuknöpfen, beschränke ich die Auswahl auf zwei Lautsprecher im Snackwürfel-Format: den Boomster Go von Teufel und den WS-B1Â von Yamaha.

Teufel Boomster Go
Teufel Boomster Go
Die Teufel Boomster Go sind Lebensgefühl-Vermittler und Bluetooth-Box zugleich. Einrichtung und Bedienung funktionieren tadellos. Die Funktionalität der Geräteverkleidung ist ein Highlight: Mittels angebrachter Öse und mitgelieferter Schlaufe, lässt sich Boomster Go fast überall anbringen. Nur klanglich kann der kleine Teufel mit Mitbewerber Yamaha aus diesem Test nicht mithalten. Dafür ist Boomster Go deutlich platzsparender.
  • Der Lifestyle-Accessoires-Faktor
  • Praktische Trageschlaufe 
  • Wasserdicht
  • Mehrere Geräte miteinander koppelbar
  • Relativ geringe Maximallautstärke
  • Kein Netzteil mitgeliefert
Yamaha WS-B1A
Yamaha WS-B1A
Mit der Bluetooth-Box WS-B1A hat mit Yamaha überzeugt: Für dieses Blauzahn-Würfelchen würden meine Münzen über die Kassentheke rollen. Dezentes Design, druckvoller Sound und die Schwarz-in-Schwarz Farbgebung mit Metall-Highlights haben Ohren und Stilempfinden überzeugt. Nur würde ich WS-B1A für den Indoor-Einsatz reservieren - denn Teufel Boomster Go ist, bei ähnlichem Kaufpreis, transportabler.
  • Hohe Lautstärke
  • Wandmontage möglich
  • Wasserdicht
  • Kabelloses Aufladen möglich
  • Könnte kompakter sein
  • Kein Netzteil mitgeliefert

Design: Signalfarbe oder Schlichtheit?

Boomster Go: Beim Boomster Go stellt sich dem findigen Konsumenten die Frage: Ist das noch ein Bluetooth-Lautsprecher für unterwegs oder schon ein Lifestyle-Gadget mit Blickfang-Faktor? 

Dazu sage ich: wieso nicht beides? 

Aber angesichts des kreisch-orangenen Testmusters in der Farbe Korallenrot (Coral Red), tendiert ich dazu, das Gütesiegel Audio-Spielzeug für gekonnte Lebensführung zu überreichen.

Yamaha WS-B1A: Der Bluetooth-Lautsprecher von Yamaha mit dem sperrigen Namen erfüllt nahezu perfekt meine Ansprüche, die ich an einen kompakten Bluetooth-Lautsprecher stelle.  

WS-B1A gewinnt für mich durch seine zurückhaltende Bauweise. Ein schwarzes Würfelchen, das sich zurückhaltend ins Dekor einbindet – ohne dabei zu kreischen: Seht mich an! Ich bin ein Bluetooth-Lautsprecher!

Sicher, wenn ich für jedes Mal, wenn ich auf den Boomster Go mit seiner Signalfarbe angesprochen wurde, einen Cent bekäme, hätte ich jetzt zwei Cent. Mir persönlich gefällt die introvertierte Bauart des WS-B1A aber einfach besser; ein Gerät, an dem das Auge unaufgeregt vorüberzieht.

Bombster Go: Draufsicht Die Schlaufe sorgt für Tragekomfort.

Bombster Go: Knöpfe Die Bedienelement sind haptisch und responsiv.

Boomster Go: Rückseite Die Gewindebohrung auf der Geräterückseite ist ... nett? Aber wer braucht sowas?

Eignung für Rucksack und Tragetasche

Boomster Go: Das Handbuch des Boomster Go aufgeblättert, steht dort schwarz auf weiß: Bei sehr hohen Lautstärken und bassbetonter Musik kann sich das Gerät unter Umständen bewegen.  Deshalb wird empfohlen, den Boomster Go auf eine ebene Fläche zu stellen. 

Ein Ratschlag, den ich zu keinem Zeitpunkt beherzigt habe. Wieso? Weil an der Rückseite des Geräts eine kleine Öse angebracht ist, durch die sich die im Lieferumfang enthaltene Schlaufe ziehen lässt. Den Boomster Go so mit der Schlaufe verbunden, lässt sich der Bluetooth-Lautsprecher anbringen an: Hosenbund, Rucksack, Handtasche, you name it.

Yamaha WS-B1A: Mit seinen 88 x 105 x 88 mm sollte der Yamaha-Jodler in jede reguläre Tragetasche passen. Nun ist es aber so: wir zelebrieren hier unsere Outdoor-Woche. Und Outdoor-Equipment verstopft halt den Deuter-Rucksack: Wanderstecken, Brotzeitbox, Trinkflasche, bergfreudiges Schuhwerk … und schon platzt das Sackerl.

Deshalb eignet sich Teufel Boomster Go eher für solche Freiluftgänger, die auf jeden Zenti- und Millimeter in ihrem Stauraum bedacht sind. Denn: Boomster Go passt in Yamahas WS-B1A mindestens zweimal rein – rein vom Platz her.

Von Knöpfen und Tastern: Bedienelemente

Beim Boomster Go gilt: Wenn ihr die auf der Geräteverkleidung angebrachten Lautstärke rauf- und Lautstärke runter-Knöpfchen antippt, trippelt die Lautstärke peu à peu hinauf oder hinunter. Verweilt ihr mit der Fingerspitze auf dem Knöpfchen, reguliert die Lautstärke kontinuierlich. 

Um den vorhergehenden, beziehungsweise den nachfolgenden, Track anzuspielen, tippt ihr einfach zweimal schnell hintereinander auf den Plus- oder den Minus-Knopf.

Drei weiße LEDs auf der Gerätekante zeigen den Akku-Zustand an – beziehungsweise den Ladezustand. Eben je nachdem, ob das Boomster Go gerade am Strom hängt, oder eben nicht. Wollt ihr den Ladestand der Bluetooth-Brüllbox abfragen, während sich diese im Betrieb befindet, drückt ihr schlicht auf den Ein-/Ausschaltknopf.

Nach 10 Minuten ohne Eingangssignal schaltet das Boomster Go automatisch in den Ruhezustand.

Bei Yamahas WS-B1A befinden sich die Bedienelemente auf der gummierten Oberseite des Geräts. Schön: Einerseits sind die Druckknöpfe unsichtbar in der Gummi-Oberfläche eingebunden, andererseits lassen sich diese blind mit den Fingerspitzen erfühlen. Ihr könnt auch dann noch mit Tasten und Tippen die Lautstärke regulieren, während euch von oben herab Sonnenlicht auf die Rübe brennt.

Über den Akkustand des WS-B1A werdet ihr beim Hochfahren unterrichtet. Denn ebenfalls auf der Oberfläche ist ein Aluminium-Knopf fürs Ein- und Ausschalten verbaut. Direkt daneben befindet sich eine LED-Anzeige. Direkt beim Einschalten blinkt diese auf. Ein weißes Blinken gibt an: Die Ladung liegt über der Hälfte. Orange sagt an: Auf unter die Hälfte ist die Ladung heruntergerutscht.

Yamaha WS-B1A: Vorderseite In der Frontalansicht: Der schüchterne Würfel, der aber auch laut kann.

Yamaha WS-B1A: Rückseite Auch das Yamaha-Gerät lässt sich vermittels einer Bohrung verschrauben.

Kopplung, Pairing & Zuspieler verbinden

Boomster Go kann die Daten von bis zu sieben Zuspielern speichern. Aber was bedeutet das für den alltäglichen Gebrauch?

Nehmen wir mal an, ihr lebt in einem Mehrgenerationenhaushalt – und alle wollen sie den feschen Boomster Go nutzen. Freundin, Tante, Onkel, Mutti, Vati und ihr selbst. Da sich Boomster Go sieben Zuspieler merken kann, geht das - wenn natürlich auch nur abwechselnd.

Was bringen sieben gespeicherte Zuspieler? Das Abspeichern von bis zu sieben Zuspieler hat einen eindeutigen Geschwindigkeitsvorteil – denn: Musik lässt sich ziemlich zügig über die zugeordneten Geräte (Smartphone, Tower-PC, Laptop und so weiter) ausspielen – und zwar ohne, dass das Wunsch-Gerät mühselig gekoppelt werden müsste.

Übrigens: Um die Liste der zugeordneten Zuspieler zu löschen, ist einfach der Bluetooth-Knopf auf der Geräteverkleidung einfach für zehn Sekunden zu drücken.

Bei Yamahas WS-B1A sind Koppelung und Co. mit einem Feedback der musischen Art verbunden. Egal, ob ihr die Box ein- oder ausschaltet oder ob sich das Gerät gerade erfolgreich mit dem Ausspieler eurer Wahl verknüpft hat: Die Signaltöne schallen als melodiös-harmonisches Klaviergeklimper oder Gitarrengezupfe aus WS-B1A.

Dieses Audio-Feedback ist eine scheinbare Nebensächlichkeit, die mich nichtsdestoweniger noch nach dem fantastilliardsten Male zum Schmunzeln bringt. Wunderbar! 

Ein blaues Leuchten der LED kommuniziert übrigens: Das Bluetooth-Pairing wurde erfolgreich abgeschlossen.

Kuriose Extra-Funktionen

Boomster Go: Unten ist am Boomster Go übrigens eine Gewindebohrung angebracht. Sofort habe ich mein Mini-Manfrotto-Stativ ausgepackt (nicht Bestandteil des Lieferumfangs!) und habe dieses ins Gerät hineingebohrt. Die Standbeine des Manfrotto gespreizt, hat die Bluetooth-Box jetzt einen festen Stand. Aber: Wozu? 

Nett und putzig ist das Boomster Go auf dem Mini-Stativ allemal. Ich bezweifle aber, zukünftig - zusätzlich zur Bluetooth-Box – ein Stativ mit mir zu führen.

Yamaha WS-B1A: Auf der Unterseite des WS-B1A befindet sich ein Anschluss für Yamahas Ladestation CC-T1A, die wiederum mit 30 Euro bepreist ist. Das Besondere an der Ladestation: Anstatt den Lautsprecher, sobald ihm der Saft ausgeht, kabelgebunden an den Strom zu stöpseln, stellt ihr WS-B1A einfach auf die Ladestation – und der Strom fließt.

Die Ladestation selbst wird über USB-Typ-C verkabelt und, nein, im Lieferumfang des Bluetooth-Lautsprechers ist die Station nicht enthalten. Ein sinnvolles Zusatzgerät für all diejenigen, die sich mit WS-B1A bereits wohlfühlen, ist die Station dennoch.

Fazit der Redaktion

Patrick Poti

Mit seinem Preisschild von 100 Euro, seiner absoluten Outdoor-Tauglichkeit und (zumindest bei der Farbe Korallrot) mit seiner Signalfarben-Optik, ist der Boomster Go ein Gerät, welches sich auch für den kleinen Geldbeutel eignet.  

Die vergleichsweise geringe Maximallautstärke bedeutet allerdings: Der Boomster Go ist schwerlich geeignet, um Menschenmengen zu beschallen – oder gar beim Outdoor-Festival die Punkrock-Metalband Skullbreaker zu übertönen. Auch ohne Recherche bin ich mir sicher: Die Punkrock-Metalband Skullbreaker existiert!

Klar, wer auf voluminösen Klang oder Maximallautstärke Wert legt, wird nicht zu diesem krachroten Handschmeichler greifen - und lieber Yamahas WS-B1A mit den Händen umschließen. Wer indes nach einer Bluetooth-Box fandet, die sich zack-zack am Rucksack befestigen lässt, fährt gut damit, Boomster Go in Strandkorb oder Reisegepäck zu legen. 

Was die klanglichen Qualitäten angeht, hat Boomster Go jedoch - so viel Transparenz muss sein - gegenüber Yamahas Pendant das Nachsehen. Deswegen eignet sich Yamahas WS-B1A für alle Audio-Mäuse unter euch, für die das Primat der Klangqualität gilt - und deren Gepäck nicht gänzlich mit Nippes, Zeugs und Gadgets vollgestopft ist.

Auch preislich bewegen sich die beiden Kombattanten aufeinander zu: WS-B1A ist mit 110 Euro bepreist – der Mitbewerber Boomster Go liegt mickrige 10 Euro darunter. 

Ich persönliche empfehle WS-B1A für die Fensterbank, den Urlaub auf Balkonien oder die Tofu-Grillparty auf der Terrasse. Boomster Go indessen hat sich als Outdoor-Kamerad bewährt.

Welche Bluetooth-Box hat sich mit einer unschlagbaren Formfaktor-, Sound- und Preisleistungs-Kombi in eure Herzen geschallt? Und gehört die Bluetooth-Box zur Standardausrüstung im Reisegepäck, oder reichen ich Billigheimer-Lautsprecher eures Smartphones aus? Schreibt uns dazu gerne in die Kommentare!

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