Ausom L1 ABE im Test: Ein genialer E-Scooter mit brutaler Traglast & überraschender Power

Monster-Akku, Vollfederung und NFC-Sperre: Der Ausom L1 ABE will die Budget-Mittelklasse aufmischen. Wo der SUV-Flitzer glänzt und wo seine Schwächen liegen, klärt mein Test.

Starker E-Roller für schwere Last: Der Ausom L1 hat mich im Test überzeugt. Starker E-Roller für schwere Last: Der Ausom L1 hat mich im Test überzeugt.

Mal eben geschmeidig zur Arbeit pendeln, am Wochenende eine ausgiebige Tour starten oder einfach unbesorgt über Stock und Stein jagen – E-Scooter mit echter Vollfederung und fetter Reichweite liegen voll im Trend.

Bisher musste man für echte SUV-Modelle mit Straßenzulassung aber oft tief in die Tasche greifen. Ausom möchte das jetzt ändern und schickt den Ausom L1 ABE ins Rennen – einen robusten Panzer mit extremer Traglast (130 Kilogramm!), Vollfederung und moderner Ausstattung ab 500 Euro.

Klingt auf dem Papier nach der perfekten Lösung für alle, die gern auch mal abseits der Straße unterwegs sind. Aber wie schlägt sich der dicke Klopper im Alltag? Ich habe es für euch ausprobiert.

Transparenzhinweis & Rabattcode: Der Hersteller hat mir den Ausom L1 ABE für diesen Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies hatte wie immer keinen Einfluss auf den Artikelinhalt; es gab keine Vorgaben oder Vorabeinsichten. Mit dem Code GAMESTAR6 bekommt ihr im Ausom-Shop 6 Prozent Rabatt.

Preis-Leistungs-Tipp
Ausom L1 ABE
Ausom L1 ABE
Enorme Reichweite, eine butterweiche Vollfederung und eine clevere NFC-Sperre ganz ohne lästigen App-Zwang – der Ausom L1 ABE bietet verdammt viel SUV-Feeling für faires Geld. Wer allerdings einen handlichen Roller für die Bahn sucht, wird mit dem massiven Gewicht keine Freude haben. Als robustes Arbeitstier macht er aber fast alles richtig.
  • Sehr gute Reichweite
  • Erstklassiger Fahrkomfort & Vollfederung
  • Zuverlässige Diebstahlsicherung (NFC/PIN)
  • Sehr gute Bremsen
  • Bis zu 130 kg Traglast
  • Helle Beleuchtung
  • Hohes Gewicht
  • Gashebel-Ergonomie gewöhnungsbedürftig
  • Ungenaue Akkuanzeige
  • Lange Ladezeit
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Montage & Handhabung: Ein dicker Klopper mit starker Power

Eins vorweg: Der Ausom L1 ist schwer. Den E-Scooter aufzuklappen und die Lenkerstange festzuschrauben ist zwar in knapp fünf Minuten erledigt, fürs Hieven aus dem Karton benötigt ihr aber entweder dicke Muckis oder eine helfende Person.

Der Lenker lässt sich ein- und ausfahren und einklappen. Der Lenker lässt sich ein- und ausfahren und einklappen.

Mit stolzen 28,4 kg bis 29,6 kg (je nach gewählter Akkugröße – es gibt 15,6 und 20,8 Ah) ist der Ausom L1 ABE ein echter Brocken. Mit diesem Kampfgewicht ist er nicht dafür geeignet, ihn mal eben in den dritten Stock oder in die U-Bahn zu tragen. Selbst beim Verstauen im Kofferraum meines Skoda Octavia springt mir fast eine Bandscheibe raus.

Okay, Spaß beiseite. Aber was ich damit sagen will: Der Ausom L1 kann dank einklappbarem Lenker mitgenommen werden. Doch wenn für euch flexible Mobilität an oberster Stelle steht, dürfte euch das Gewicht Kopfzerbrechen (und Rückenschmerzen) bereiten.

Dabei ist der Roller nicht ohne Grund so massiv, denn er ist ein echter Packesel. Er ist für eine maximale Last bis zu 130 Kilogramm zugelassen, was man bei E-Scootern selten findet.

Um dieses Gewicht auch abseits asphaltierter Wege sicher zu tragen, verbaut Ausom ein extrem massives, robustes Gestell. Das Teil ist nicht zum Tragen gebaut – es ist ein Arbeitstier, das zum Fahren konstruiert wurde. Und das Fahren macht jede Menge Laune.

💡 Wissenswertes zum Test
So habe ich getestet

Ich habe den Ausom L1 ABE zwei Wochen lang täglich über meine gewohnten Teststrecken gejagt und dabei insgesamt gut 50 Kilometer zurückgelegt. Um dem SUV-Anspruch auf den Zahn zu fühlen, bin ich mit dem Roller über Feldwege gefegt, habe Waldwege mit Wurzeln mitgenommen und das Fahrwerk auf fiesem Kopfsteinpflaster sowie an Bordsteinkanten bis ans Limit gefordert – meine ländliche Gegend ist wie geschaffen für den E-Scooter.

Technische Spezifikationen
Feature / KomponenteSpezifikation
Motor500 Watt Nennleistung
Spitzengeschwindigkeit20 km/h (reguliert für DE, laut Tacho bis zu 22 km/h)
Akku-Optionen48V / wahlweise 15,6 Ah (748,8 Wh) oder 20,8 Ah (998,4 Wh)
Reichweite (Hersteller)Bis zu 70 km (15,6 Ah) / bis zu 90 km (20,8 Ah)
LadezeitCa. 11 bis 14 Stunden (je nach Akku)
FederungShocFree® Vollfederung (Schwingarme vorne & hinten)
BremsanlageMechanische Scheibenbremsen vorne und hinten + E-ABS
Bereifung10" × 2,75" Tubeless-Breitreifen mit Offroad-Profil
Eigengewicht28,4 kg (kleiner Akku) / 29,6 kg (großer Akku)
Maximale Nutzlast130 kg
Empfohlene Körpergröße140 cm bis 200 cm
Lenkerhöhe1130 mm bis 1330 mm (höhenverstellbar)
DiebstahlschutzNFC-Karten-Entsperrung & PIN-Code direkt am Display

Fahrgefühl & Motor: Smooth über den Schotter walzen

Sobald man den Ausom L1 ABE einmal in Bewegung gesetzt hat, ist das hohe Eigengewicht wie weggeblasen, was vor allem an der Federung an beiden Rädern liegt. Die war mir zwar initial etwas zu hart, lässt sich aber leicht justieren und schluckt Unebenheiten problemlos weg.

Der Scooter ist wie gemacht für unbefestigte Wege und walzt regelrecht über alles, was ihm in die Quere kommt. Schlaglöcher, Wurzeln oder kleine Steine werden einfach weggedämpft.

Vorderrad Hinterrad Vorderrad Hinterrad

Beide Räder sind gefedert und mit 10-Zoll bereift.

Dickere Äste oder Bordsteinkanten spürt man natürlich, sind aber kein Hindernis. Die 10 Zoll großen Reifen halten ebenfalls einiges aus.

Der breite Lenker, die angenehm dicken Griffe sowie das breite Trittbrett sorgen selbst auf Schotterpisten für einen hohen, sicheren Fahrkomfort. Ganz egal welcher Untergrund – es macht eine Menge Spaß, mit dem Ausom L1 zu fahren.

Auf dem extrabreiten Trittbrett kann ich mit Schuhgröße 40 komfortabel mit beiden Füßen nebeneinander stehen. Auf dem extrabreiten Trittbrett kann ich mit Schuhgröße 40 komfortabel mit beiden Füßen nebeneinander stehen.

Der 500-Watt-Heckmotor zieht dank des 48-Volt-Systems auch an Steigungen ordentlich durch. Einige E-SUV-Modelle legen bei der Drosselung an der magischen Grenze von 20 bzw. 22 km/h ein unangenehmes Stop-and-Go-Ruckeln an den Tag. Der Ausom bleibt dagegen jederzeit butterweich.

Der Motor regelt sanft ab, hält die erlaubte deutsche Toleranz von echten 22 km/h sauber und konstant und zieht flüssig voran. Die mechanischen Scheibenbremsen packen im Ernstfall zudem absolut bissig zu.

Nur eine Sache muss ich kritisieren: Der Gashebel ist relativ weit oben platziert und sitzt ungewohnt nah am Bremsgriff. Gerade für meine kleineren Hände ist die Handstellung anfangs echt gewöhnungsbedürftig. Zum Glück lässt sich zumindest die Lenkerhöhe bis auf 1,40 Meter ausfahren, sodass auch Fahrer bis zu zwei Meter Körpergröße eine entspannte Haltung finden.

Der Gashebel ist zu nah an der Bremse und recht weit oben – ergonomisch geht das besser. Der Gashebel ist zu nah an der Bremse und recht weit oben – ergonomisch geht das besser.

Sicherheit & Features: Gesetzlich im Trend und ohne App-Zwang

Der L1 bringt integrierte Blinker direkt an den Lenkerenden mit. Das ist seit dem 1. Mai gesetzlich in Deutschland vorgeschrieben und ein gigantischer Komfortgewinn, da man beim Abbiegen endlich nicht mehr wackelig einhändig fahren muss.

Die Front- und Rückbeleuchtung, letztere sogar mit Bremslichtfunktion, sorgen jederzeit für eine gute Sicht im Dunkeln. Reflektorstreifen an den Seiten wären noch eine gute Ergänzung gewesen.

🚨 Blinker-Pflicht und die eKFV-Reform 2026

Die Bundesregierung hat die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) frisch reformiert. Blinker werden für E-Scooter zur Pflicht. Da das einhändige Handzeichen auf den kleinen Rollern ein massives Sicherheitsrisiko darstellt, müssen neue Modelle verbindlich mit Fahrtrichtungsanzeigern ausgestattet sein.

Für die Hersteller läuft aktuell eine Übergangsphase, bevor die Regelung für Neuzulassungen endgültig bindend wird. Wer sich jetzt im Jahr 2026 einen neuen Scooter kauft, ist mit dem Ausom L1 ABE also bereits absolut zukunftssicher aufgestellt und muss nichts nachrüsten (Bestandsschutz für ältere Modelle ohne Blinker bleibt bestehen).

Ein weiteres Highlight ist die Diebstahlsicherung. Während ich beim Joyor S5 noch ohne Schutz dastand und NIU oder Xiaomi auf einen App-Zwang setzen, wählt Ausom den goldenen Mittelweg: Im Lieferumfang befinden sich drei NFC-Karten.

Das Display entsperrt ihr via PIN oder NFC-Karte. Das Display entsperrt ihr via PIN oder NFC-Karte.

Die Entsperrung erfolgt sofort: Karte kurz vor das schön große 4,5-Zoll-Display halten – und zack, der Roller ist freigeschaltet. Wer die Karte vergisst, kann alternativ einen PIN-Code direkt am Lenker eingeben. Das funktionierte im Test absolut fehlerfrei.

Akku & Reichweite: Brutale Ausdauer, aber unbrauchbare Anzeige

Bei der Reichweite hat mich der L1 überrascht. Ich habe die kleine Version mit 15,6 Ah über die Pisten gejagt. Da ich mit meinen rund 59 Kilogramm Kampfgewicht für jeden Akku ein dankbarer Abnehmer bin, konnte ich hier Spitzenwerte erzielen.

Echte 50 Kilometer Reichweite waren im gemischten Betrieb aus Asphalt und Waldwegen bei ca. 20 Grad Umgebungstemperatur locker drin – und der Akku war nicht mal leer. Ich gehe realistisch von einer Reichweite von 55-60 Kilometer aus. Für so ein Schwergewicht eine beachtliche Leistung.

Die Lichter leuchten im Dunkeln ausreichend hell. Die Lichter leuchten im Dunkeln ausreichend hell.

Allerdings fordert die schiere Kapazität ihren Tribut an der Steckdose. Wer den Akku komplett leer fährt, muss sich je nach Modell auf eine Ladezeit von 11 bis 14 Stunden einstellen. Am besten lädt man den dicken Klopper also über Nacht.

Ein weiteres Manko betrifft das Display: Ausom bietet hier nur eine ungenaue Balken-Anzeige für den Batteriestand. Mir wäre eine Angabe der Restkapazität oder der verbleibenden Reichweite lieber.

Ausom L1
E-Scooter mit Straßenzulassung
Ausom L1
70–90 km Reichweite
Dieser E-Roller bietet reichlich Reichweite, bis zu 130 Kilogramm Traglast, ist voll gefedert und natürlich mit einem modernen Diebstahlschutz ausgerüstet.

Fazit: Für wen lohnt sich der Ausom L1 ABE?

Der Ausom L1 ABE ist eine astreine Fahrmaschine für alle, die Komfort und unbändige Reichweite suchen, ohne dafür ein Vermögen auszugeben. Für einen Straßenpreis von oft knapp unter 600 Euro bekommt ihr hier ein voll gefedertes Gesamtpaket, das es so kaum ein zweites Mal gibt.

Für mich ist er die bessere Alternative zum beliebten Joyor S5.

Der E-Scooter lohnt sich für euch, wenn ihr:

  • Lange Pendelstrecken fahrt und keine Lust habt, jeden Tag aufzuladen.
  • Auf kaputten Straßen, Kopfsteinpflaster oder Feldwegen unterwegs seid.
  • Ein robustes Arbeitstier sucht, das auch höhere Gewichtsklassen (bis 130 kg) wegbügelt.
  • Eine clevere Wegfahrsperre (NFC) wollt, aber keine Lust auf Datensammelei per Smartphone-App habt.

Wer ihn nicht kaufen sollte: Wer den Roller regelmäßig Treppen hochtragen, in enge Fahrstühle quetschen oder im kleinen City-Flitzer transportieren muss, wird mit den knapp 30 kg Lebendgewicht auf Dauer unglücklich werden.

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