Eine Familie zahlt 1.800 Euro für eine Mietwohnung in Spanien. Als sie ankommen, ist das Haus nicht da. Sie rufen Booking an und »die Verbindung wird unterbrochen«

Es gab Warnsignale im Vorfeld, die aber offenbar nicht genügt haben.

So sollte das Ferienhaus eigentlich aussehen. Die Familie hat es aber nie zu Gesicht bekommen. (Bildquelle: lavozdegalicia.es) So sollte das Ferienhaus eigentlich aussehen. Die Familie hat es aber nie zu Gesicht bekommen. (Bildquelle: lavozdegalicia.es)

Die spanische Webseite La Voz de Galicia berichtet von einem ärgerlichen Fall beim Online-Urlaubsportal Booking.com.

Es handelt sich um Betrug durch ein sogenanntes Geisterhaus, also eine Immobilie, die es nicht gibt (beziehungsweise, die nicht dort ist, wo sie sein sollte).

Was genau ist passiert?

  • Eine Familie aus Spanien hat über Booking.com 1.800 Euro für neun Nächte Urlaub in einem Haus in der Stadt Boiro in Galicien bezahlt.
  • Als sie an der Adresse angekommen sind, mussten sie feststellen, dass sich das gefragte Haus dort nicht befand. Wie sie schließlich herausgefunden haben, handelte es sich stattdessen um den ständigen Wohnsitz einer einheimischen Familie, der nicht vermietet wurde.
  • Daraufhin hat die Mutter via Handy Kontakt zu Booking.com aufgenommen, der aber alles andere als reibungslos verlief.
  • Insgesamt war sie drei Stunden lang damit beschäftigt, auch durch Verbindungsabbrüche und die dadurch entstandene Notwendigkeit, alles mehrfach insgesamt acht verschiedenen Mitarbeitern zu erklären.

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Wie es danach weiter ging

Die Alternativen, die Booking.com vorgeschlagen hat, sagten der Familie nicht zu. Deshalb ging sie zunächst in ein etwa zehn Kilometer entferntes Hotel im Ort A Pobra do Caramiñal.

Am nächsten Tag fanden sie über den Support von Booking.com immerhin eine neue Unterkunft für ihre Urlaubszeit. Sie war aber ungefähr 100 Kilometer entfernt in der Stadt Nigrán und hat 2.500 Euro für neun Nächte gekostet, also 600 Euro mehr als geplant.

Außerdem mussten sie dieses Geld im Voraus bezahlen und auf ihre Erstattung für die bereits gezahlten 1.800 Euro warten.

Wie sich so etwas verhindern lässt

Das Wichtigste ist, im Vorfeld auf Warnsignale zu achten. Davon gab es in diesem Fall mindestens zwei:

  • Der Preis: Kosten von 200 Euro pro Nacht sind für eine ausladende, gut gelegene und hochwertig ausgestattete Unterkunft mit großem Pool in einer beliebten Region ein (zu) niedriger Preis.
  • Kein Kontakt zum Vermieter: Die Mutter hat vor der Buchung erfolglos versucht, den Vermieter zu kontaktieren. Allerdings gab ein Mitarbeiter von Booking.com auf ihre anschließende Nachfrage hin Entwarnung.
  • Die Reservierung sei bestätigt und alles in Ordnung. Außerdem greife Booking.com nur ein, wenn es Probleme mit der Schlüsselabgabe gibt, aber nicht, wenn die Kontaktaufnahme vorab scheitert.

Ebenfalls eine Möglichkeit, sich zusätzlich abzusichern: Die Adresse der Unterkunft über Online-Tools wie Google Maps und Street View überprüfen (auch wenn das nicht immer eindeutige Ergebnisse liefert). Bewertungen der Unterkunft (oder ihr Fehlen) sind eine weitere potenzielle Hilfestellung.

Immerhin hat das jüngste Kind der Familie, das zum ersten Mal in seinem Leben ans Meer gereist ist, von all dem nichts mitbekommen: Er hat nichts gemerkt und ist das glücklichste Kind der Welt, so die Mutter gegenüber La Voz de Galicia.

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