Ein Unternehmen in Barcelona wollte die Vier-Tage-Woche ausprobieren. Am Ende entließ es einen Mitarbeiter, weil er zwei Jobs hatte

Allzu geschickt hat sich der Mitarbeiter nicht dabei angestellt, seinen doppelte Beschäftigung zu verheimlichen.

Ein Fall, der immer wieder vorkommt: Menschen, die ohne Wissen ihres Arbeitgebers einen zweiten Job ausführen. (Bildquelle: Xataka.com) Ein Fall, der immer wieder vorkommt: Menschen, die ohne Wissen ihres Arbeitgebers einen zweiten Job ausführen. (Bildquelle: Xataka.com)

Es geht um einen Fall, den vor Kurzem unsere Kollegen von Xataka aufgegriffen habe. Er basiert auf einem E-Mail-Interview des Business Insider mit dem CCO des Unternehmens Metrickal. Es wurde im Juni 2024 veröffentlicht.

Was genau ist passiert?

  • Patrick Synge ist CCO einer Firma für das Outsourcen von Prozessen aus Barcelona mit zehn Vollzeit-Angestellten, die alle im Homeoffice tätig sind. Im Januar 2024 hat er herausgefunden, dass einer seiner Angestellten heimlich einen zweiten Vollzeit-Job im Homeoffice ausführt.
  • Der Mitarbeiter hat seit 2022 von Peru aus für Metrickal gearbeitet und zunächst einen guten Job gemacht, wie Synge schildert. Doch nach und nach gab es mehr Beschwerden von Kunden über verpasste Fristen und nicht rechtzeitig erledigte Aufgaben.
  • Synge hat das Gespräch mit dem Mitarbeiter gesucht und bereits einen Verdacht in Richtung eines zweiten Vollzeit-Jobs gehegt. Doch trotz der Warnung, dass es so nicht weitergehen könne, verbesserte die Situation sich nicht entscheidend.
  • Aufgeflogen ist der Mitarbeiter schließlich durch die Einführung einer neuen Zeiterfassungs-Software namens DeskTime. Hintergrund der Einführung war der Plan der Firma, eine Vier-Tage-Woche einzuführen. Dazu wollte sie vorab möglichst genau wissen, inwieweit das zu den aktuellen Arbeitsabläufen passt und wo es noch Optimierungspotenzial gibt, so Synge.

Hinweis: Ein Artikel zu diesem Thema ist bereits kürzlich auf GameStar.de erschienen und er wurde versehentlich erneut verfasst. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.


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Tracking-Software mit Screenshot-Funktion

Durch die Software konnte Metrickal feststellen, dass ein Unternehmen aus den USA ungewöhnlich häufig in den Daten des schließlich entlassenen Mitarbeiters aufgetaucht ist.

Eine Screenshot-Funktion zeigte seine Arbeit für das Unternehmen sogar. Synge schätzte auf Basis der Daten, dass der Mitarbeiter etwa die Hälfte der Zeit für das andere Unternehmen gearbeitet hat.

Über die Installation der Software waren alle Angestellten von Metrickal informiert. Synge vermutet allerdings, dass der fragliche Mitarbeiter nicht mehr daran gedacht hat, dass sie installiert ist. Sie startet automatisch mit dem PC und muss nicht manuell ausgeführt werden.

Durch die erdrückenden Beweise entschied sich Synge am Ende dazu, den Mitarbeiter zu entlassen. Kurze Zeit darauf gab dieser in seinem LinkedIn-Profil an, nun in Vollzeit für das andere Unternehmen zu arbeiten.

Warum der Mitarbeiter entlassen wurde

Synge begründet seine Entscheidung vor allem mit zwei Aspekten:

  • Die Kollegen des entlassenen Mitarbeiters mussten seine schlechten Leistungen ausgleichen.
  • Synge glaubt nicht, dass eine Person zwei Jobs gleichzeitig produktiv ausüben kann, selbst wenn man KI oder andere Tools verwendet.

Sein Fazit dazu lautet:

Als Unternehmer muss ich zuerst an mein Geschäft und meine Kunden denken. Ich kann es mir nicht leisten, Kunden zu verlieren, weil jemand zusätzliches Geld verdienen möchte.

Es stört mich wirklich nicht, wenn Leute Nebentätigkeiten haben, um zusätzliches Einkommen zu erzielen. Aber das sollte etwas sein, was sie in ihrer eigenen Zeit tun und was die Qualität ihres Hauptjobs nicht beeinträchtigt.

Ob der Fall Auswirkungen auf die Überlegungen der Firma hatte, eine Vier-Tage-Woche einzuführen, ist uns nicht bekannt.

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