Dank einer Funktion in ChatGPT kann ich meine analogen Schwarz-Weiß-Aufnahmen auf Knopfdruck kolorieren lassen. Was früher Stunden in Photoshop gekostet hätte, gelingt jetzt, mit erstaunlich realistischen Ergebnissen, in Sekunden. In diesem Artikel zeige ich euch, wie das geht, worauf ihr achten solltet und warum die Funktion für mich persönlich ein echter Gamechanger ist.
Hinweis zur Nutzung von ChatGPT mit privaten Fotos
Wenn ihr persönliche oder private Fotos bei ChatGPT hochladen wollt, solltet ihr Folgendes beachten:
- Datenschutz: Achtet darauf, keine sensiblen oder intimen Inhalte hochzuladen. Besonders dann, wenn andere Personen auf dem Bild zu sehen sind. Holt vorher deren Einverständnis ein.
- Urheber- und Persönlichkeitsrechte: Ladet nur Bilder hoch, an denen ihr selbst die Rechte habt. Das gilt vor allem für Familienfotos oder Porträts von Dritten.
- Was nicht erlaubt ist: Bilder mit expliziten, gewaltverherrlichenden, diskriminierenden oder illegalen Inhalten dürfen nicht hochgeladen werden – auch nicht zu Testzwecken.
- Verarbeitung durch ChatGPT: Die Bilder werden von OpenAI verarbeitet. Wenn ihr der Verwendung zur Qualitätsverbesserung zugestimmt habt, können sie anonymisiert dafür genutzt werden. Details findet ihr in den Nutzungsbedingungen von OpenAI und der Datenschutzerklärung. Ladet bei ChatGPT keine Fotos hoch, die ihr auch im echten Leben nicht jedem zeigen würdet.
Fotos mit ChatGPT kolorieren – so geht es
Es ist im Grunde ganz einfach: Zuerst öffnet ihr in ChatGPT einen neuen Chat und dann tippt oder klickt ihr auf das Plus-Symbol, um ein Schwarz-Weiß-Foto eurer Wahl hochzuladen. Anschließend verwendet ihr den folgenden Prompt oder einen, der diesem ähnlich ist:
»Koloriere dieses Schwarz-Weiß-Foto mit realistischen, akkuraten Farben. Orientiere dich an den typischen Farben der dargestellten Objekte, Materialien und Umgebungen. Achte besonders auf natürliche Hauttöne (falls Personen enthalten sind), realistisches Himmelsblau, Pflanzengrün, architektonische Farbgebung (z. B. Beton, Metall, Glas) und historische Farbkontexte (wenn relevant). Erzeuge ein natürliches Farbbild ohne künstlich wirkende Sättigung, im Stil hochwertiger Farbfilme wie Kodak Portra oder moderner digitaler Aufnahmen. Vermeide Stilfilter und halte die Bildwirkung dokumentarisch.«
Nach etwas Wartezeit ist das kolorierte Foto fertig und ihr könnt es herunterladen.
Welche Grenzen gibt es? Das Generieren von Bildern ist mit einem kostenlosen Konto auf nur wenige täglich limitiert. Trotzdem könnte es für euch ausreichen, wenn ihr nur gelegentlich ein Schwarz-Weiß-Foto kolorieren wollt. Nutzt ihr die Funktion öfter, ist ein ChatGPT Plus-Abo notwendig.
Im Vergleich zu spezialisierten Tools wie DeOldify oder Photoshop bietet ChatGPT vor allem eins: Einfachheit. Es ist keine Einrichtung oder die Installation einer App notwendig.
Wie sind die Ergebnisse?
Wie gut funktioniert es? Ich bin wirklich sehr überrascht darüber, wie akkurat die Ergebnisse sind. Selbst Hauttöne trifft die KI. Fotos von Landschaften, Architektur oder Tieren versprechen die besten Ergebnisse.
Hier seht ihr einige Beispiele:
Wie macht ChatGPT das? Die Farbgebung basiert auf KI-Modellen, die Objekte und Szenen erkennen und auf Basis typischer Farbkontexte kolorieren, ähnlich wie das menschliche Gehirn es tun würde. Das bedeutet: Die Ergebnisse sind oft erstaunlich realistisch, aber nicht immer historisch oder technisch korrekt. Wer absolute Farbtreue sucht, stößt hier an Grenzen. Für ästhetische Zwecke reicht es aber oft völlig aus.
Was funktioniert nicht so gut? ChatGPT kann zum Beispiel nicht vorhersehen, welche Farben die Kleider einer Person hatten. Es ist auch nicht besonders gut geeignet, um die Farben von menschlich erstellten Kunstwerken zu replizieren. Auch die »Stimmung« des Fotos wird oft nicht wirklich akkurat wiedergegeben. Dafür fehlt der KI der Kontext, den ihr aber hinzufügen könnt. Wie etwa mit: »Es war ein bewölkter und trüber Wintertag zur Mittagszeit«.
Mein Fazit
Für mich ist die Entdeckung dieser Funktion unheimlich wertvoll, weil ich mit meiner Filmkamera nur mit Schwarz-Weiß-Film fotografiere. Es ist kostengünstiger, ich mag die Ästhetik und ich kann den Film bei mir daheim entwickeln.
Es kommt allerdings immer wieder mal vor, dass ich ein Foto doch lieber in Farbe hätte, wie etwa eine Landschaft oder ein Familienporträt. Solche kann ich jetzt sehr zeitsparend mittels KI einfärben.
Auch ihr könnt diese Funktion nutzen, um etwa alte Familienfotos neu zum Leben zu erwecken. Probiert es also gerne einfach mal aus, wenn euch die Idee reizt. Und wer weiß: vielleicht entdeckt ihr beim Kolorieren ja Details in euren Fotos, die euch in Schwarz-Weiß nie aufgefallen wären.

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