Sean Astin kennen die meisten von uns wohl als den gutmütigen Hobbit-Gärtner Samweis Gamdschie aus der Herr-Der-Ringe-Trilogie von Peter Jackson. In Erinnerung blieb er vielen sicher auch als Bob Newby aus Stranger Things, der Freund von Joyce Byers (Winona Ryder), dessen Auftritt in Staffel 2 ein abruptes Ende nahm. Seit 2025 nimmt der 55-Jährige außerdem eine weitere wichtige Rolle ein: Als Vorsitzender der US-amerikanischen Gewerkschaft SAG-AFTRA, die neben Schauspielern unter anderem auch Journalisten und Musiker vertritt.
In einem Interview mit The Guardian erzählt Astin jetzt von seinen Erfahrungen mit Hollywood, die er in seiner 45-jährigen Karriere gemacht hat, und warum gerade die Zeit mit Herr der Ringe nicht die einfachste für ihn war.
Ich war darauf nicht vorbereitet
Für Astin war die Rolle des Samweis in Herr der Ringe der Durchbruch, der ihn international bekannt machte. Astin hatte bereits im Alter von zehn Jahren mit der Schauspielerei angefangen, seinen ersten Auftritt hatte er in dem Fernsehfilm Please don’t hit me, Mum
. Vor Sam hatte er schon über 20 andere Figuren verkörpert, trotzdem war Peter Jacksons Trilogie für ihn eine ganz neue Erfahrung:
Ich war nicht auf diese Art von Sichtbarkeit und Zugänglichkeit vorbereitet. [...] Und es gab einen Bruch zwischen der Aufmerksamkeit, die ich bekommen habe und dem Geld, das wir besaßen. Es war nicht viel Geld! Tatsächlich musste ich mein Haus verkaufen, weil ich für die Trilogie so wenig verhandelt hatte.
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Heute hat der Samweis-Darsteller nicht mehr mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, wie er im Interview erklärt. Wie viel Geld genau er damals für die Filme von Peter Jackson bekam, verrät er nicht. Co-Star Orlando Bloom (Fluch der Karibik, Königreich der Himmel) erhielt nur 175.000 Dollar Gage für die zweijährige Arbeit an der Trilogie, er stand aber auch noch am Anfang seiner Karriere. Für Bloom war die Rolle trotzdem das größte Geschenk
seines Lebens, und er würde sie jederzeit wieder annehmen.
Auch Astin schwelgt noch gerne in Erinnerungen an die Zeit in Mittelerde. Er trifft immer noch regelmäßig die anderen Hobbit-Darsteller aus Herr der Ringe: Elijah Wood, Billy Boyd und Dominic Monaghan. Unter anderem Wood kehrt nächstes Jahr in Die Jagd nach Gollum zurück und Astin könnte sich einen weiteren Auftritt als Samweis ebenfalls vorstellen:
Ich denke nicht, dass jemand etwas dagegen hätte. Wir würden es alle lieben, uns mit diesen Charakteren zu verbinden, vor allem wenn es mit so viel Feingefühl gemacht wird, wie wir gehört haben.
Geht es um Sean Astins Karriere, spricht der Schauspieler auch immer wieder von seiner 2016 verstorbenen Mutter, der Schauspielerin Patty Duke. Sie hatte wie auch später Astin schon als Kind ihre Karriere begonnen und bereits mit 16 Jahren einen Oscar gewonnen. Zeit ihres Lebens litt sie aber unter den traumatischen Erfahrungen, die sie als junge Schauspielerin machen musste.
Astins Mutter unterstützte seine Schauspieler-Karriere und verschaffte ihm seine erste Rolle. Wie er im Interview berichtet, versuchte sie aber immer, ihn zu beschützen: Ich glaube, sie wollte den Schmerz und das Trauma ihrer Kindheit wiedergutmachen, indem sie ein Kind großzog, das eine ähnliche Erfahrung machen konnte – allerdings ohne dieses Trauma.
Von 1985 bis 1988 war Duke die Präsidentin der SAG, dem Vorgänger der Gewerkschaft, der jetzt ihr Sohn vorsteht.
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