Chinas Windows-Ersatz: Chinesische CPUs laufen nun auf eigenem Betriebssystem UOS

China strebt die technologische Unabhängigkeit vom Westen an - das Unity/Unified Operating System (UOS) soll dabei Windows ersetzen.

von Alexander Köpf,
27.12.2019 14:52 Uhr

Ob das Unity/Unified Operating System auch außerhalb Chinas erfolgreich sein kann, steht noch in den Sternen. (Bildquelle: chinauos.com) Ob das Unity/Unified Operating System auch außerhalb Chinas erfolgreich sein kann, steht noch in den Sternen. (Bildquelle: chinauos.com)

Chinas Weg in die technologische Unabhängigkeit vom Westen nimmt immer klarere Formen an. Inzwischen gibt es mit dem Unity/Unified Operating System (maschinell übersetzt, kurz UOS) ein Betriebssystem, das auf chinesischen Prozessoren läuft.

So unterstützt das UOS von Union Tech/Tongxin Software nun vollumfänglich den bereits im Juni vorgestellten, ersten 3-GHz-Prozessor des Landes, den Zhaoxin KX-U6880, sowie alle weiteren Prozessoren der Zhaoxin KaiXian KX-6000-Reihe für den Desktop und Zhaoxin KaiSheng KH-30000-Reihe für Server, wie MyDrivers.com (via Toms Hardware) berichtet.

Zuvor war bereits bekanntgegeben worden, dass die 64-Bit-CPUs des chinesischen Chip-Fabrikanten Loongson Technology von UOS unterstützt werden.

UOS für Server und Desktop

Das Unity/Unified Operating System gibt es laut cnTechPost als Desktop- und als Server-Version. Die Desktop-Umgebung wird dabei unabhängig entwickelt und auf landeseigene Plattformen wie x86 von Zhaoxin, Loongson und Shenwei ausgelegt. Als Joint Venture zwischen Shanghaier Stadtregierung und VIA Technologies besitzt Zhaoxin eine x86-Lizenz.

UOS für den Desktop beinhaltet eine ganze Reihe adaptierter Programme, darunter neben 360 als sicher bezeichneten, aber nicht näher genannten Browsern auch Mozilla Firefox und Google Chrome. Das Betriebssystem selbst basiert auf Linux und wurde von mehreren chinesischen Firmen mit dem Ziel ins Leben gerufen, Windows mittelfristig vollständig zu ersetzen.

Erst vor wenigen Wochen wurde berichtet, dass China bis 2022 sämtliche ausländische Hard- und Software aus Behörden entfernen respektive ersetzen will.

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