Mit den Clip Pro wagt sich CMF, die Budget-Tochtermarke von Nothing, auf neues Terrain – nämlich in den Bereich der Open-Ear-Kopfhörer.
Wie der Produktname verrät, setzt der Hersteller dabei auf das Clip-Design, von dem ich schon seit einigen Jahren ein Fan bin, gerade als Brillenträger.
Ich konnte die Ohrhörer vor dem Verkaufsstart am 1. September ausprobieren und bin positiv überrascht. Bis auf kleine Abstriche ist das Gesamtpaket für 80 Euro wirklich gut.
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Treiber: 10,8 mm, Dual-Magnet, dynamisch
Gewicht: 5,9 g pro Kopfhörer
Akkulaufzeit: Bis 10 Std. (Kopfhörer), bis 32,5 Std. mit Case
Schnellladen: 10 Min. für bis zu 4 Std. Wiedergabe
Bluetooth: 5.4, LDAC/AAC/SBC, Hi-Res-Audio-zertifiziert
Wasserschutz: IP54
Mikrofone: 2
Bedienung: Physischer Knopf am Ohrhörer, Smart Dial am Case
Farben: Dark Grey, Light Grey, Coral
Preis: 79,95 Euro
Design und Tragekomfort
Clip-Design? Das bedeutet, die Open-Ears werden seitlich ans Ohr geklemmt, im Gegensatz zu vielen anderen Modellen mit Ohrhaken-Design. Dieses Tragekonzept begeistert mich, seit ich vor einigen Jahren die erste Generation der Huawei FreeClip testen konnte.
Da die Hörer nur rund sechs Gramm wiegen, spürt man sie im Alltag so gut wie gar nicht und vergisst teilweise, dass man Kopfhörer trägt. Hinzu kommt, dass ich Brillenträger bin. Ohrhaken oder Nackenbänder mit solchen nutze ich nicht gerne, denn sie berühren oft den Brillenbügel und stören mich dadurch irgendwie.
Ein weiterer Vorteil des Clip-Formats zeigt sich beim Ladecase: Weil keine sperrigen Ohrhaken untergebracht werden müssen, fällt das Case der Clip Pro deutlich kompakter aus als bei Open-Ear-Modellen mit Bügel-Design. Damit passt es leichter in die Hosen- oder Jackentasche.
Einfache, aber durchdachte Bedienung
Die Musiksteuerung erfolgt über einen physischen Knopf an der Batterieeinheit hinter dem Ohr. Das funktioniert zuverlässig und gefällt mir deutlich besser als irgendwelche Pinch- oder Klopfgesten.
Zusätzlich sitzt am Ladecase ein großer Drehknopf – das Smart Dial.
Das lässt sich über die App mit verschiedenen Funktionen belegen (oder auf Wunsch auch ganz abschalten). Durch Drehen oder Drücken kann man so etwa die Lautstärke ändern oder Songs skippen, ohne das Smartphone entsperren zu müssen. Auch das klappt im Alltag sehr gut.
App-Features und Sound Seal
Die Nothing X App bietet viele Einstellmöglichkeiten: Equalizer, Low Latency Mode fürs Gaming oder auch die Dual-Verbindung für den Wechsel zwischen zwei Geräten.
Was dem Clip Pro leider fehlt, ist eine Trageerkennung. Man muss die Audiowiedergabe also selbst pausieren, wenn man die Ohrhörer abnimmt, sonst dudeln sie munter weiter.
Bauartbedingt gibt es außerdem kein ANC, damit fallen sie für die meisten als Reisekopfhörer also raus. Und wie bei praktisch allen Open-Ear-Kopfhörern dringt je nach Lautstärke immer etwas Schall nach außen.
Über den »Anti-Leakage-Modus« in der App lässt sich das etwas eindämmen, indem obere Frequenzen leicht abgesenkt werden.
Der Klang wirkt dadurch insgesamt etwas dumpfer, komplett beseitigen lässt sich der nach außen dringende Sound bei hoher Lautstärke aber auch damit nicht.
Lange Akkulaufzeit
Mit bis zu zehn Stunden pro Ladung ist die Akkulaufzeit wirklich gut, hängt aber stark von der genutzten Lautstärke ab.
Mit dem Ladecase kommt man laut Hersteller auf bis zu 32,5 Stunden, eine zehnminütige Schnellladung soll für bis zu vier Stunden Wiedergabe reichen.
Solider Klang mit der üblichen Bassschwäche
Klanglich liefert der 10,8-Millimeter-Treiber einen ordentlichen Gesamteindruck. Bauartbedingt bleibt der Bass aber schwach ausgeprägt, was bei dieser Kopfhörer-Kategorie grundsätzlich am offenen Design liegt.
Über die App lässt sich der Bass per »Bass Enhance« zwar um zwei Stufen anheben. In der Praxis wird der Ton bei bassstarken Songs dabei aber mitunter etwas schmutzig und unsauber. Ich nutze die Funktion maximal auf Stufe 1, schalte sie meist aber ganz ab.
Die maximale Lautstärke ist hoch genug, um in den allermeisten Alltagsumgebungen problemlos Musik, Podcasts und Hörbücher zu hören.
Sonys LDAC-Codec sowie eine Hi-Res-Audio-Zertifizierung sind ebenfalls an Bord – bei Open-Ear-Kopfhörern empfinde ich das aber als Marketing, da die Audioqualität grundsätzlich nicht mit geschlossenen In-Ears oder Over-Ears mithalten kann.
Wer möchte, kann in der Nothing-App auch einen Raumklang aktivieren. Ich selbst bin kein großer Fan dieser virtuellen Räumlichkeit und bevorzuge Stereo-Sound – das ist aber natürlich Geschmackssache.
Insgesamt ist die Audioqualität gut, auch wenn mir beispielsweise die Soundcore AeroFit Pro hier besser gefallen haben. Doch auch mit dem Clip Pro kann man wunderbar Musik mit einem guten Klang hören.
Meiner Meinung nach punkten sie allerdings besonders im Bereich Podcast, Hörbücher oder Hörspiele, da es da ohnehin nicht auf feine Klang-Nuancen ankommt.
Für Audiophile sind Open-Ears aus meiner Sicht grundsätzlich nichts, ihr Einsatzzweck ist allerdings auch ein anderer.
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Zielgruppe für Open-Ear-Kopfhörer
Das Konzept eignet sich vor allem für Menschen, die klassische In-Ears nicht mögen oder bewusst etwas von ihrer Umgebung mitbekommen wollen – etwa im Straßenverkehr oder im Büro.
Die Clip Pro sind nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt und eignen sich somit auch für den Einsatz beim Sport.
Ich nutze Open-Ear-Kopfhörer selbst ganz gerne beim Arbeiten oder im Garten, damit ich weiterhin bemerke, wenn mich jemand anspricht oder es klingelt.
Einen echten Over-Ear- oder In-Ear-Ersatz sehe ich in der Kategorie aber weiterhin nicht – eher eine sinnvolle Ergänzung für bestimmte Situationen.
Alternativen mit Clip-Design
Open-Ear-Kopfhörer sind inzwischen kein Nischenprodukt mehr. Neben den Clip Pro tummeln sich etliche Alternativen im Clip-Format auf dem Markt. Unter anderem die Sony LinkBuds Clip, die Huawei FreeClip 2, die Bose Ultra Open, die JBL Soundgear Clip und die Soundcore AeroClip.
Von diesen Modellen konnte ich bislang nur die Huawei FreeClip der ersten Generation selbst ausprobieren, daher kann ich euch hier kein bestimmtes Modell empfehlen.
Was mir jedoch auffällt: Im direkten Vergleich mit Marken-Konkurrenten liegen die CMF Clip Pro preislich im unteren Bereich, viele Modelle sind spürbar teurer. Nichtsdestotrotz bieten unter anderem Zubehörhersteller wie Ugreen oder Baseus auch preiswerte Modelle an.
Fazit: Mit kleinen Abstrichen gute Open-Ears zum fairen Kurs
Zu einem Preis von 80 Euro bieten die CMF Clip Pro aus meiner Sicht ein rundes Paket. Wer Open-Ear-Kopfhörer einmal ausprobieren möchte, findet hier einen vergleichsweise preiswerten Einstieg mit tollem Tragekomfort, langer Akkulaufzeit und praktischer Bedienung über Knopf und Smart Dial.
Die CMF Clip Pro können sich für euch lohnen, wenn ihr …
- … günstige Open-Ear-Kopfhörer sucht.
- … als Brillenträger mit Ohrhaken- oder Nackenband-Modellen schlechte Erfahrungen gemacht habt.
- … beim Joggen, im Büro oder unterwegs eure Umgebung wahrnehmen wollt.
- … keinen audiophilen Klang erwartet und mit wenig Bass zurechtkommt.
Wer dagegen kräftigen Bass oder beste Klangqualität sucht, ist mit klassischen In-Ears oder Over-Ears weiterhin besser bedient.



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