Musik an. Welt aus.
Das ist nicht nur ein Spruch, sondern ein tagtägliches Bedürfnis für mich. Wenn ich arbeite, laufe, schreibe oder einfach nur meinen Kopf sortieren will, läuft bei mir fast immer etwas – oft stundenlang.
Ich höre so viel, dass Komfort für mich wichtiger ist als alles andere. Darum bin ich vor einigen Jahren bei Open-Ear-Kopfhörern gelandet: Sie sitzen locker, lassen die Ohren frei und sind auch nach Stunden noch angenehm.
Der Haken? Die Welt bleibt an – und manchmal ist sie einfach zu laut.
Dieses Jahr kippt das gerade. Endlich sieht es so aus, als würden Hersteller zwei Dinge zusammenbringen, die sich eigentlich ausschließen: offen und still zugleich.
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Die Vor- und Nachteile von offenen Earbuds
Warum offene Earbuds? Es gibt vor allem zwei wichtige Argumente für offene Earbuds:
- Sie erlauben Umgebungsgeräusche durch, was etwa beim Spazieren oder Sport praktisch ist. So bleibt man weiter aufmerksam für Fahrradklingeln oder Ähnliches.
- Sie gehören oft zu den komfortabelsten Earbuds, da sie beim Tragen kaum spürbar sind und den Gehörgang nicht abdichten.
Welche Kompromisse müssen gemacht werden? Die offene Bauweise hat ebenso zwei große Nachteile:
- Weil die Gehörgänge nicht abgedichtet werden und der Abstand der Audiotreiber zu euren Ohren größer ist, ist die Basswiedergabe nicht so druckvoll wie bei klassischen In-Ear-Kopfhörern.
- Die offene Bauweise macht einen sinnvollen Einsatz von aktiver Geräuschunterdrückung nicht möglich – bis jetzt.
Warum nicht einfach In-Ears mit Transparenzmodus nutzen?
Generell vereinen In-Ears mit gutem Transparenzmodus und starkem ANC (Active Noise Cancelling) genau das Beste aus beiden Welten: effektive Isolierung von der Außenwelt oder volle Transparenz. Das Problem ist also nicht die Funktionalität; es ist der Komfort.
Viele Menschen, mich eingeschlossen, können keine In-Ear-Kopfhörer über längere Zeiträume tragen. Offene Earbuds sind einfach komfortabler.
Wird 2026 ein neuer Trend losgetreten?
Apple und Samsung haben es vorgemacht: Die AirPods 4 und die Galaxy Buds 3 sind offene Kopfhörer; sie haben keine Silikonstöpsel, die den Gehörgang verschließen.
Trotzdem besitzen sie ANC. Sie nutzen also Mikrofone, um Umgebungsgeräusche zu erkennen und neutralisieren sie mit Gegenschall.
Weil diese Kopfhörer komplett auf eine passive Geräuschisolierung durch Stöpsel verzichten, ist das ANC nie so wirksam, wie bei klassischen In-Ear-Kopfhörern, aber gerade im Falle der AirPods 4 funktioniert er überraschend gut – und ist besser als gar keine Isolierung (die Samsung Galaxy Buds 3 habe ich noch nicht ausprobiert).
Jetzt steigen Soundcore und Shokz ins Rennen ein: Shokz ist kein Unbekannter im Bereich der offenen Kopfhörer; sie sind sogar Experten auf dem Gebiet. In ihrem Portfolio finden wir viele Modelle mit Knochenschall und offener Bauweise.
Jetzt hat der Hersteller seinen ersten Open-Ear-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung vorgestellt. Die neuen Openfit Pro sehen aus wie gewöhnliche Open-Ear-Kopfhörer mit Bügel, aber sie haben eine ANC-Funktion.
Mehr zu diesen neuen Kopfhörern erfahrt ihr von Patrick: Diese neuen Open-Ears könnten die perfekten Kopfhörer für mich sein
Soundcore ist die Audio-Marke des Herstellers Anker und sie haben eine etwas andere Lösung gefunden. Die neuen Aerofit 2 Pro sind offene Kopfhörer mit einem verstellbaren Ohrbügel. Ihr könnt die Earbuds so tragen, dass die Gehörgänge frei bleiben oder sie abdichten. Stecken die Earbuds im Ohr, wird automatisch das ANC eingeschaltet.
Open-Ear-Kopfhörer werden endlich erwachsen: Auch wenn die Effektivität der aktiven Geräuschunterdrückung in offenen Earbuds wohl nie, die der abgedichteten In-Ear-Kopfhörer erreichen wird, werden sie mit diesen Neuerungen endlich noch alltagstauglicher und es ist nur eine Frage der Zeit, bis noch mehr Hersteller auf den Zug aufspringen.
Wenn die Welt mal wieder zu laut wird, haben Besitzer und Besitzerinnen von Open-Earbuds endlich eine Option, sie etwas leiser zu machen. Selbst als Fan dieser Kopfhörer, bin ich immer wieder mit Situationen konfrontiert, in denen ich mir doch lieber nur eines wünsche:
Musik an. Welt aus.
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