Intel Arrow Lake ist da: In einer Pressemitteilung enthüllt der CPU-Hersteller die neue Generation rund um die »Core Ultra 200« genannte Serie.
Auch der Leak, der zum Start der auf dem LGA1851-Sockel basierenden Reihe fünf Prozessoren vorausgesagt hat, stellt sich im Zuge der Mitteilung als wahr heraus.
Wie der neue Sockel deutlich macht, benötigt ihr auch ein neues Mainboard für die CPUs. Bereits vorhandene Kühler sind aufgrund identischer Lochabstände aber grundsätzlich kompatibel zur neuen Plattform.
Intel Arrow Lake: US-Preise sind offiziell
Erstmals werden im Zuge der offiziellen Intel-Vorstellung konkrete US-Preise genannt; Europreise liegen bei den fünf gezeigten CPUs allerdings zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung nicht vor:
- Intel Core Ultra 9 285K: 589 US-Dollar
- Intel Core Ultra 7 265K: 394 US-Dollar
- Intel Core Ultra 7 265KF: 379 US-Dollar
- Intel Core Ultra 5 245K: 309 US-Dollar
- Intel Core Ultra 5 245KF: 294 US-Dollar
Grundsätzlich verspricht Intel mit der neuen Generation verringerte Kerntemperaturen sowie eine verbesserte Energieeffizienz.
Insbesondere in Anbetracht der Vorgänger rund um Raptor Lake, bei denen die Ursache der Instabilitätsprobleme endlich endgültig geklärt wurde, ist der Fokus nachvollziehbar.
Die Brechstange, mit der Intel den nächsten Taktrekord erzwingen wollte, scheint zumindest vorläufig zurück in den Werkzeugkasten gepackt.
18:55
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Lion Cove und Skymont sollen es richten
Eine der Kernänderungen von Arrow Lake ist der Umstieg auf die »Lion Cove« genannten Performance-Cores, die im Vergleich zum Vorgänger eine um neun Prozent gestiegene IPC (»Instructions per Cycle«) aufweisen.
Noch stärker sollen die Effizienz-Kerne »Skymont« in diesem Aspekt ausfallen. Hier spricht Intel von einer um 32 Prozent gestiegenen IPC. Auch KI-Anwendungen will Intel mit Arrow Lake künftig besser meistern; die NPU wird mit einer Leistung von 13 TOPS beziffert.
Intel verspricht an dieser Stelle, dass der Core Ultra 9 285K in der Lage sein soll, im Cinebench Multithread-Benchmark den AMD Ryzen 9 9950X hinter sich zu lassen.
Im Vergleich zum Raptor-Lake-Flaggschiff Core i9 14900K liefere man gar die »identische Leistung bei halber TDP«. Möglich mache dies der Wegfall von Hyperthreading bei den P-Kernen.
Die verbesserte Effizienz soll auch im Homeoffice zum Tragen kommen. Intel spricht hier von einer 58 Prozent besseren Energieeffizienz.
Spiele-Benchmarks: Ein effizienterer 14900K
Grundsätzlich erklärt Intel den Core Ultra 9 285K zu einem gegenüber dem Core i9 14900K gleichwertigen Prozessor – nur eben mit der wesentlich verbesserten Leistungsaufnahme.
In Spielen wie Black Myth: Wukong oder Total War: Pharaoh habe man unter Berücksichtigung von Messtoleranzen dieselbe FPS-Zahl erreichen können, ist aber zwischen 34 und 58 Watt sparsamer.
- Ein besonderes großer Ausreißer liegt beim jüngst erschienen Warhammer Space Marine 2 vor, das vier Prozent mehr Bilder pro Sekunde unter dem Core Ultra 9 285K erreicht, dabei aber satte 165 Watt weniger als der 14900K verbrauchen soll.
- In vereinzelten Spielen räumt Intel aber auch ein, noch hinter dem Raptor-Lake-Flaggschiff zu liegen, etwa in Far Cry 6 (minus 13 Prozent) oder F1 24 (minus 7 Prozent).
Auf Augenhöhe versteht sich der Intel Core Ultra 9 285K selbstredend auch mit dem Ryzen 9 9950X. Zumindest in einer Vielzahl von Spielen soll die Performance identisch sein.
Nennenswerte Extreme liegen bei Total War: Warhammer III Mirrors of Madness (plus 28 Prozent) sowie Cyberpunk 2077 (minus 13 Prozent) vor.
Es bleibt aber auch abzuwarten, wie sich Core Ultra 200 gegen die auf Gaming ausgelegten X3D-Prozessoren von Ryzen 9000 schlagen wird – zumal allem Anschein nach die Arrow-Lake-Generation zwei Jahre durchhalten muss.
Im Hinblick auf Kernzahl, Taktraten und Leistungsaufnahme hat der eingangs erwähnte Leak bereits alles zu den fünf Arrow-Lake-Prozessoren gezeigt, was es zu sehen gibt – Überraschungen werdet ihr in der nachfolgenden Tabelle also nicht finden:
| Core Ultra 9 285K | Core Ultra 7 265K | Core Ultra 7 265KF | Core Ultra 5 245K | Core Ultra 5 245KF | |
|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl Kerne | 8 P-Kerne 16 E-Kerne | 8 P-Kerne 12 E-Kerne | 8 P-Kerne 12 E-Kerne | 6 P-Kerne 8 E-Kerne | 6 P-Kerne 8 E-Kerne |
| Basis- und Boosttakt E-Kerne | 3,2 / 4,6 GHz | 3,3 / 4,6 GHz | 3,3 / 4,6 GHz | 3,6 / 4,6 GHz | 3,6 / 4,6 GHz |
| Basis- und Boosttakt P-Kerne | 3,7 / 5,5 GHz | 3,9 / 5,4 GHz | 3,9 / 5,4 GHz | 4,2 / 5,2 GHz | 4,2 / 5,2 GHz |
| Processor Base Power | 125 Watt | 125 Watt | 125 Watt | 125 Watt | 125 Watt |
| Maximum Turbo Power | 250 Watt | 250 Watt | 250 Watt | 159 Watt | 159 Watt |
Die »Thermal Velocity Boost« genannte Funktion bleibt ausschließlich dem Core Ultra 9 285K vorbehalten. Vereinfacht formuliert können hiermit bis zu zwei P-Kerne einen gesonderten Schub der Taktrate erhalten und so auf bis 5,7 GHz hochtakten.
Eine Stufe darunter befindet sich »Turbo Boost 3.0«, das spezifisch beim Core Ultra 7 265K eine abgeschwächte Vorgehensweise auf bis zu 5,5 GHz vornimmt.
- Auch die Informationen zum Arbeitsspeicher sind bereits zuvor durchgesickert: DDR5-6400 ist die maximale Geschwindigkeit nach JEDEC-Standard. Als Kapazität sind wie in den Vorgängergenerationen maximal 192 GByte möglich.
- Die Core Ultra 200 CPUs mit K-Suffix erhalten zudem eine neue Xe-GPU mit jeweils vier Xe-Kernen und Raytracing-Einheiten. Genannt werden volle Unterstützung von DirectX 12 sowie Intels hauseigenem XeSS als Upscaler. Die KF-Modelle führen wie gewohnt keine eigene Grafikeinheit mit sich.
Bei all den Informationen fehlte in der Präsentation allerdings ein Termin für den Marktstart der fünf Arrow-Lake-CPUs.
Die Gerüchte, die die Enthüllung korrekterweise auf den 10. Oktober 2024 vorausgesagt haben, sehen den Release von Core Ultra 200 in zwei Wochen vor - die Intel-Bestätigung hierzu steht noch aus.
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