Das Ende des PCs? - Verkäufe an Privatkunden gingen in Deutschland um 17,5 Prozent zurück

Privatkunden kauften in Deutschland spürbar weniger PCs: Im Vergleich zu 2017 ging der Absatz im ersten Quartal 2018 um ganze 17,5 Prozent zurück. Verkäufe an Unternehmenskunden legten allerdings zu.

von Sara Petzold,
30.05.2018 12:27 Uhr

Im Privatkundenbereich waren die Verkäufe von PCs im ersten Quartal 2018 deutlich rückläufig.Im Privatkundenbereich waren die Verkäufe von PCs im ersten Quartal 2018 deutlich rückläufig.

Bereits seit Jahren prophezeien Experten dem PC immer wieder einen schleichenden Tod. Wie viel an dieser These tatsächlich dran ist, lässt sich nur schwer vorhersehen, allerdings bieten aktuelle Verkaufszahlen für das erste Quartal 2018 zum wiederholten Mal Hinweise auf einen rückläufigen Markt.

Wie Heise und ZDNet im Bezug auf Zahlen der Marktforscher von Gartner berichten, sind die Absatzzahlen für PCs im ersten Quartal 2018 um 3,6 Prozent geringer ausgefallen als im Vorjahresquartal. Absolut gingen in Deutschland 2,5 Millionen Geräte in den ersten drei Monaten 2018 über die Ladentheke, weltweit sank der PC-Absatz (inklusive Notebooks) 2017 um 2,8 Prozent gegenüber 2016 und ist damit das sechste Jahr in Folge mit einem Rückgang der weltweit verkauften PCs.

Im vergangene Quartal war der Rückgang der Verkäufe in Deutschland vor allem im Privatkundenbereich zu suchen: Dort vermeldet Gartner einen um 17,5 Prozent geringeren Absatz als im Vergleichszeitraum 2017.

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Demgegenüber stiegen die Verkäufe an Geschäftskunden um 6,4 Prozent und der Verkauf von Desktop-PCs ist im Vergleich stabil geblieben - ein Phänomen, das die Analysten vor allem dem zunehmenden Wechsel der Firmen auf Windows 10 sowie den Auswirkungen der DSGVO und Sicherheitslücken wie Meltdown und Spectre zuschreiben, die den PC-Austausch in Firmen beschleunigt hätten.

Größter Verlierer bei den Absatzzahlen waren demnach klassische Notebooks mit insgesamt minus 10,4 Prozent, die Verkäufe an Privatkunden sanken sogar um 21 Prozent. Kleine, leichte und flache Ultrabooks legten dagegen auch bei den Endkundenverkäufen um 6,3 Prozent zu und machen laut den Gartner-Zahlen mittlerweile ein Drittel aller ausgelieferten Mobil-PCs aus.

Apple nicht mehr unter den größten 5, Acer verliert am stärksten

Von der gestiegenen Nachfrage im Business-Bereich profitierten insgesamt vor allem Lenovo mit einem Plus von 23,1 Prozent sowie HP (+13,7 Prozent), Dell (+11,8 Prozent) und Fujitsu (+9,8 Prozent). Der große Verlierer im rückläufigen Markt für Privatverbraucher ist Acer, die mit einem Verlust von 15,5 Prozent Marktanteil in Deutschland von HP auf den vierten Platz verdrängt wurden, während Apple den fünften Platz an Fujitu abgeben musste.

Dabei konsolidiert sich der weltweite Markt immer stärker zugunsten der global gesehen größten vier: HP, Lenovo, Dell und Apple kamen 2017 zusammen auf rund 64 Prozent Marktanteil, 2011 betrug deren Gesamtanteil nur 45 Prozent.

Nichtsdestotrotz gibt es weiterhin keine ernst zu nehmenden Anzeichen für ein Ende des PCs, in einigen Regionen stieg die Nachfrage, der Durchschnittspreis der gekauften Geräte stieg eher an, und die Hersteller von PC-Komponenten vermelden nach wie vor starke Nachfrage, vor allem für das Gaming-Segment.

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