Die besten Mainboards für Intel Comet Lake Prozessoren

Intels aktuelle Prozessor-Generation der Core i 10.000er Reihe benötigt Mainboards mit Chips wie Z490 und B460. Wir klären, welche Platinen sich lohnen.

von Dennis Ziesecke,
10.06.2020 12:37 Uhr

Die neuen Intel-Prozessoren verlangen nach einem neuen Mainboard. Wir sagen euch, welche passen. Die neuen Intel-Prozessoren verlangen nach einem neuen Mainboard. Wir sagen euch, welche passen.

Dennis Ziesecke

Neue CPU, neues Mainboard: Wer sich einen Intel Comet Lake Prozessor, also einen Core i der 10.000er-Reihe, kaufen möchte, benötigt zwingend ein neues Mainboard. Zwar hat Intel nichts an der Strukturbreite der CPUs geändert, Comet Lake nutzt weiterhin 14nm, der Prozessor bekommt aber zusätzliche Pins. Der neue Sockel nennt sich entsprechend LGA 1200 statt bisher LGA 1151. Die zusätzlichen Anschlüsse werden für eine bessere Spannungsversorgung benötigt, Comet Lake genehmigt sich etwas mehr Strom aus dem Netzteil als die Vorgänger.

Achtet daher beim Kauf des Mainboards auch auf die Kühlung der Spannungswandler, vor allem wenn ihr Highend-CPUs wie Core i9 einsetzen wollt oder plant, zu übertakten. Apropos Overclocking: Wie gewohnt funktioniert bequemes OC über den Multiplikator nur bei den teureren Z-Mainboards, die jetzt Z490 heißen.

Sonst bleibt vieles beim Alten: Im Innern ist der Z490-Chipsatz ein alter Bekannter, gegenüber Z390 gibt es keine zusätzlichen Features. PCIe 4.0 bleibt weiterhin AMD vorbehalten. Ob sich die nächste Intel-Generation - Rocket Lake - auf den jetzt neuen Boards nutzen lassen wird (und dann vielleicht sogar mit PCIe 4.0), ist noch unklar.

Neben den OC-Boards mit Z490 gibt es die günstigere Mittelklasse mit den I/O-Hubs H470 und B460. Übertaktung ist hier gesperrt, dafür liegen die Kosten niedriger. Im Gegensatz zu den teureren Z490-Boards finden sich hier auch seltener Zusatzchips für 2,5 GBit Ethernet und WLAN.

Inhaltsverzeichnis

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Preis-Leistungs-Tipp: Gigabyte Z490M

Gigabyte Z490M Das Gigabyte Z490M bietet alles, was ein Mainboard bieten muss - zugunsten des Preises aber auch nicht allzu viel mehr. Wer auf WLAN und 2,5-Gigabit-LAN verzichtet, kann hier sparen.*

Preis: ca. 140 Euro

Für Puristen: Wenn ihr von einem Mainboard eine stabile Funktion mit ausreichend Schnittstellen für den Alltag erwartet, solltet ihr einen Blick auf das Gigabyte Z490M werfen. Das Micro-ATX-Board passt auch in schmale Gehäuse und bietet vier DIMM-Slots für bis zu 128 Gigabyte RAM. Auf einige Spezialitäten teurerer Boards verzichtet es jedoch, so gibt es nur Gigabit-LAN statt 2,5-GBit-LAN. Im Gegenzug fällt der Preis mit ca. 140 Euro für eine Z490-Platine niedrig aus. Overclocking-Träume erfüllt Gigabyte nicht, die Spannungswandler begrenzen Takt-Höhenflüge. Das Z490M ist kein Board für Highend-Fans mit Core i9, für ein Budget-System mit Core i3 oder Core i5 eignet es sich aber gut.

Pro:

  • sehr günstig für Z490
  • 2x PCIe 3.0 16x und 4x DIMM
  • ideal für Core i3 oder Core i5

Contra:

  • Trotz Z490 nicht wirklich geeignet für Overclocking
  • nur Gigabit-LAN

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Einstiegsklasse: Gigabyte B460M DS3H

Gigabyte B460M DS3H Die Einsteigsklasse ohne OC-Möglichkeit stellt das Gigabyte B460M DS3H dar - mit ca. 84 Euro eines der aktuell günstigsten Boards für Comet Lake.*

Preis: ca. 84 Euro

Unspektakulär, aber gut: Keine Auffälligkeiten erlaubt sich das Gigabyte B460M DS3H - im positiven wie im negativen Sinne. Auf spektakuläre Ausstattungsmerkmale verzichtet der Hersteller zugunsten eines niedrigen Preises. Gigabit-LAN, kein integriertes WLAN und nur 1x PCIe 16x, das klingt nach wenig. Für den Betrieb eines günstigen Intel-Gamingrechners reicht die Ausstattung aber unter Umständen vollkommen aus.

Kein Overclocking: Intel verbietet das Übertakten via Multiplikator bei allen Boards, die keinen Z490-Chip tragen. Schlimm ist das nicht unbedingt: Ihr könnt euch den Aufpreis für eine K-CPU sparen und erhaltet trotzdem eine flotte CPU. Als Partner für einen teuren i9 ist das B460 DS3H aber eher nicht gedacht, auch wenn es möglich ist, auch die Topmodelle einzusetzen. Spart aber nicht an der falschen Stelle, dem Mainboard, wenn ihr schon so viel Geld in die CPU investiert. Das DS3H fühlt sich mit einem i3 oder i5 deutlich wohler und diese Kombination passt auch preislich besser zusammen.

Pro:

  • niedriger Preis
  • solide Brot-und-Butter-Platine für i3 oder i5
  • auch für kleinere Gehäuse geeignet (mATX)

Contra:

  • nur Gigabit-LAN, kein WLAN
  • geringe Anschlussvielfalt
  • kein Overclocking via Mulitplikator möglich

Gigabyte B460 DS3H bei Alternate*

Günstiger Allrounder: MSI MPG Z490 Gaming Plus

MSI MPG Z490 Gaming Plus Gut ausgestattete Boards mit Intel Z490 sind nicht ganz preiswert. Mit dem MSI MPG Z490 Gaming Plus bekommt ihr trotzdem für unter 200 Euro eine gute Ausstattung.*

Preis: ca. 174 Euro

Preis-Leistungs-Tipp von MSI: Das gut ausgestattete ATX-Board benötigt zwar ein größeres Gehäuse als die schmalen Micro-ATX-Platinen, dafür bietet es aber auch eine bessere Ausstattung und mehr Erweiterungsmöglichkeiten. Neben den obligatorischen zwei PCIe 16x Slots (einer nur mit 4x angebunden) finden sich drei 1x-Steckplätze, von denen zwei zudem auch mit eingesteckter Dual- oder Tripleslot-Grafikkarte ohne Einschränkungen nutzbar sind.

Dazu kommen zwei M.2-Steckplätze für flotte SSDs sowie 2,5 GBit-LAN, der kommende Standard für schnellere Netzwerkübertragungen - den passenden Switch oder Router vorausgesetzt. Ein weiterer M.2-Slot nimmt optional ein WLAN-Modul auf und dank Support für Mystic Light übernimmt das Board auch die Steuerung der obligatorischen RGB-Beleuchtung.

Auch für größere CPUs geeignet: Dank guter Kühlung der Spannungsversorgung und doppelter Stromversorgung mit 8 + 4 Pin-Anschluss könnt ihr das Board auch in Verbindung mit den stromhungrigen größeren Comet-Lake-CPUs einsetzen.

Pro:

  • gute Anschlussvielfalt
  • dabei trotzdem vergleichsweise günstig
  • hochwertige Spannungswandler und -kühlung
  • 2,5 GBit LAN
  • geeignet für Core i7 und i9

Contra:

  • kein WLAN integriert

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Mit WLAN: ASRock Z490 Phantom Gaming 4/ac

Asrock Z490 Phantom Gaming Das Asrock Z490 Phantom Gaming 4/ac ist bereits mit schnellem WIFI 6 ausgestattet und bietet damit den WLAN-Gegenpol zum ähnlich teuren MSI MPG.*

Preis: ca. 170 Euro

Kabellos statt Highspeed-LAN: ASRock richtet sich mit dem Z490 Phantom Gaming 4/ac an Nutzer, die auf eine schnelle WLAN-Netzwerklösung angewiesen sind und weniger großen Wert auf maximale Geschwindigkeit beim kabelgebundenen Netzwerk legen. Ein 802.11ac WLAN-Modul ist bereits verbaut, Antennen liegen dem Board bei. Praktischer Nebeneffekt: Auch Bluetooth 5.1 beherrscht das WLAN-Modul von Haus aus.

Kaum Unterschiede zu MSI Gaming Plus: Bei den PCIe-Erweiterungsslots gibt es keine Unterschiede zum vergleichbar teuren MSI Gaming Plus: Der erste Steckplatz beherrscht PCIe 16x, im Dualbetrieb schaltet der zweite allerdings auf 4x. Dreimal PCIe 1x ist ebenfalls vorhanden, von denen sich zwei auch bei Nutzung einer voluminösen Grafikkarten verwenden lassen. M.2 ist nur einmal vorhanden. Übertakter und Nutzer eines Core i9 profitieren von der 10-Phasen-Spannungsversorgung, auch wenn deren Kühlung eher schlicht ausfällt.

Pro:

  • integrierten AC-WLAN und BT
  • vergleichsweise günstig
  • geeignet für Core i7 und i9

Contra:

  • nur Gigabit-LAN

ASRock Z490 Phantom Gaming 4/ac bei Alternate*

Leistung ausreizen: Asus ROG Strix Z490-F Gaming

Asus ROG Strix Z490 Das Asus ROG Strix Z490-F Gaming ist nicht ganz günstig, bietet aber eine rundum durchdachte Ausstattung. Ein Board, das den größeren Comet-Lake-CPUs angemessen ist.*

Preis: ca. 274 Euro

Hochwertige Stromversorgung: Eine der primären Aufgaben eines Mainboards ist die zuverlässige Spannungsversorgung der CPU. Besonders Intels Comet Lake ist im Boost und bei Nutzung von AVX sehr stromhungrig, die Topmodelle genehmigen sich kurzfristig bis zu 250 Watt - auch ohne Übertaktung. Für einen hochtaktenden Core i7 oder gar einen i9 benötigt ihr also eine zuverlässige Spannungsversorgung. Diese gewährleistet Asus mit hochwertigen Wandlern.

Höhere Overclocking-Taktraten: Zudem verspricht Asus höhere OC-Taktraten beim DDR4-RAM bis zu 4.600 MHz. Das Board bietet zudem zwei M.2 Slots für NVMe-SSDs inklusive beiliegender Kühler für hitzköpfige Laufwerke. Pflicht in dieser Preisklasse ist bei Intel inzwischen außerdem 2,5-Gigabit-LAN und bei Asus Support für Aura Light-gesteuerte RGB-Beleuchtung. Klanglich hebt sich das Board dank des SupremeFX S1220A Codecs mit hochwertigen Bauteilen und zusätzlicher Abschirmung positiv ab. Thunderbolt könnt ihr zumindest nachrüsten, eine Pfostenleiste dafür findet sich auf dem Board.

Pro:

  • sehr gute Spannungsversorgung
  • 2,5 GBit-LAN
  • gute Anschlussvielfalt
  • hochwertiger Onboard-Sound

Contra:

  • teuer
  • kein integriertes WLAN

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Luxus-Platine: ASRock Z490 Taichi

Asrock Z490 Taichi Luxuriös ausgestattet: Das Asrock Z490 Taichi ist ein Edelbrett für Übertakter und alle, die ihrem i9 etwas Gutes tun wollen.*

Preis: ca. 399 Euro

Für anspruchsvolle Nutzer: Das ASRock Z490 Taichi stellt zwar noch nicht die Königsklasse der Z490-Boards dar - einige Modelle gehen preislich bis über 1.000 Euro - bietet aber bereits so ziemlich alles, was ein Luxusboard bieten muss. So finden sich sowohl 2,5-GBit-LAN als auch AC-WLAN an Bord, USB 3.2 Gen 2 mit 10 GBit/s ist dreimal (1x Front als Typ-C) und USB 3.2 Gen 2x2 mit 20 GBit/s einmal als Typ-C vorhanden und natürlich gibt es RGB-Unterstützung, hier per ASRock Polychrome Sync.

Hochwertige Spannungsversorgung: Die Spannungsversorgung glänzt mit 15 Phasen und hochwertigen Wandlern, die zudem gut (aktiv) gekühlt werden. So halten auch die stromhungrigen Topmodelle der Comet-Lake-Reihe ihren Takt mit OC-Möglichkeiten. ASRock verspricht beim RAM eine gute Kompatibilität zu hochtaktenden DDR4-Riegeln mit 4.666 und mehr MHz. Nachteil der guten Spannungswandlerkühlung: ASRock verbaut dafür einen Lüfter, der aber bei geringerer Last unhörbar arbeitet. Solltet ihr eine Wasserkühlung einsetzen wollen, ist eben dieser Lüfter aber extrem praktisch, da sonst der Luftstrom auf den Wandlern fehlt.

Pro:

  • hervorragende Ausstattung
  • WLAN und 2,5-GBit-LAN
  • 15 Phasen DR.MOS, aktive Kühlung
  • PCIe 4.0 vorbereitet
  • ideal für Core i9

Contra:

  • sehr teuer
  • nur 2x PCIe 1x

ASRock Z490 Taichi bei Alternate*

Solltet ihr planen, auch auf Rocket Lake aufzurüsten, könnte euch das Taichi einen Mainboard-Neukauf ersparen: ASRock bewirbt bereits die Kompatibilität zu PCIe 4.0 und verbaut einen M.2-Slot nahe des CPU-Sockels speziell für die schnelleren SSDs. Comet Lake bietet allerdings nur PCIe 3.0.

Zukunftspotential: Bereit für Rocket Lake

Neben den noch jungen Prozessoren der Comet Lake Reihe werden Mainboards mit Z490 voraussichtlich auch die Nachfolgegeneration Rocket Lake aufnehmen können. Diese als Core-i-11000 im Winter erwarteten Prozessoren nutzen ebenfalls den Sockel LGA1200, bevor es voraussichtlich 2022 mit Ice Lake wieder einen neuen Sockel mit noch mehr Anschlussstellen geben wird.

Comet Lake beherrscht im Gegensatz zu AMDs aktuellen Ryzen-Prozessoren kein PCIe 4.0. Einige der Z490-Mainboards sind aber bereits für PCIe 4.0 vorbereitet und bieten teilweise sogar M.2-Slots in CPU-Nähe, die exklusiv für kommende Prozessoren gedacht sind. Der PCIe-Controller steckt auch bei Intel in der CPU, sodass ein Prozessorwechsel Ende diesen Jahres oder Anfang 2021 die schnellere Schnittstelle freischalten kann, während die Leiterbahnen dafür momentan noch brach liegen.

Eine Upgrade-Sackgasse wie die durch LGA1200 obsolet gewordenen LGA1151v2-Boards stellt der Z490 daher nicht dar. Wie gut Rocket Lake aber mit AMDs Zen3 mithalten kann, muss sich zeigen.

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