Disney macht Ernst und investiert eine Milliarde US-Dollar in OpenAI

Diese Zusammenarbeit könnte weitreichende Auswirkungen auf die Beziehung von Hollywood zu KI haben.

Wenn der Deal durchgeht, könnt ihr euch bald ganz legal als Machtgeister generieren lassen. (Bildquelle: Disney, Star Wars) Wenn der Deal durchgeht, könnt ihr euch bald ganz legal als Machtgeister generieren lassen. (Bildquelle: Disney, Star Wars)

In einem möglicherweise bedeutenden Schritt soll Disney kurz davor stehen, eine Milliarde US-Dollar in OpenAI zu investieren. Schon bald könnten dadurch KI-Inhalte mit Disney-Figuren völlig legalisiert werden.

Disney gibt Marken für Sora und Co. frei

Der Konflikt zwischen Kunst und KI wird nicht zuletzt auch in Hollywood ausgetragen. Während Schauspieler demnächst durch KI-Stars ersetzt werden könnten, spielen auch Markenrechte eine wichtige Rolle.

Video starten 1:19 Nano Banana Pro: Das kann Googles neuer KI-Bildgenerator

Derzeit laufen beispielsweise mehrere Gerichtsverfahren, in denen es unter anderem darum geht, ob KI-Firmen ihre Modelle mit markenrechtlich geschützten Inhalten trainieren dürfen. Mit aktuellen Bildgeneratoren kann etwa jeder in Sekunden ein Bild von sich im Batman-Anzug erstellen, ohne dass Warner auch nur einen Cent daran verdient.

Bezeichnenderweise läuft auch ein ganz ähnliches Verfahren, in dem Disney zusammen mit Universal gegen die Bilder-KI Midjourney vorgeht. Dass es in dieser Frage nicht nur entweder oder gibt, beweist der Mickey-Maus-Konzern jetzt mit einem überraschenden Schritt.

Wie der Hollywood Reporter berichtet, investiert Disney jetzt nämlich eine Milliarde US-Dollar in OpenAI. Über die Video-App Sora und die Bilderstellung von ChatGPT sollen Nutzer dann völlig legal Inhalte mit Stitch, Mulan und Wall-E, aber auch Darth Vader und Iron Man erstellen können.

Disney kann und wird diese Inhalte dann möglicherweise auch selbst nutzen, etwa, um Marketing-Aktionen zu verbreiten. Die Zusammenarbeit ist erst einmal nur auf drei Jahre festgelegt, könnte aber weitreichende Veränderungen nach sich ziehen.

Möglicherweise geht es so schon bald nicht mehr um die Frage, ob KI-Firmen generell Inhalte mit markenrechtlich geschütztem Material erstellen dürfen, sondern nur noch, welche Franchises gerade wo zu finden sind.

Man erinnere sich etwa an die ewigen Lizenz-Geschichten rund um die konkurrierenden Fußball-Simulationen FIFA und PES, die sich jahrelang große Clubs vor der Nase wegschnappten und dann exklusiv in ihrem Spiel zeigen durften.

Wenn es sich als lukrativ herausstellt, könnte Disney eben demnächst Teil des OpenAI-Angebots sein, während DC-Fans mit Batman-Cosplays zu Gemini gelockt werden sollen. Stand jetzt ist das natürlich reine Spekulation, Disney dürfte mit der Investition aber eine Tür öffnen, die hinterher nur schwer wieder geschlossen werden könnte.

zu den Kommentaren (4)

Kommentare(4)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.