Der Drohnen-Marktführer DJI steht für hochpräzise Sensoren und intelligente Technik. Nun betritt der Hersteller erstmals das Parkett der Haushaltsroboter und will mit seiner ROMO
-Modellserie direkt die Spitze angreifen.
Gelingen soll das mit einer hochpräzisen Navigationen auf Drohnen-Niveau, starken 25.000 Pascal Saugkraft sowie ausfahrbarer Seitenbürste und Wischmop.
Doch kann ein Flugexperte wirklich wissen, was am Boden wichtig ist? Ich habe mit dem DJI ROMO P das teuerste (1.900 Euro UVP) und mit seinem transparenten Gehäuse kontroverseste Modell der Serie getestet – und habe neben einer großen Stärke auch eine eklatante Schwäche entdeckt.
Transparenzhinweis: Der DJI ROMO P wurde mir von DJI für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt oder das Ergebnis und es gab keine Verpflichtung für einen Test.
Die DJI ROMO-Serie im Vergleich
DJI bietet den ROMO in drei Varianten an. Technisch sind sie in den Kernfunktionen identisch, unterscheiden sich aber im Design und Zusatz-Features, wie er der folgenden Tabelle entnehmen könnt.
| Feature | DJI ROMO S | DJI ROMO A | DJI ROMO P (im Test) |
|---|---|---|---|
| UVP | 1.299 € | 1.599 € | 1.899 € |
| Design Roboter | Weiß (opak) | Transparent | Transparent |
| Design Station | Weiß (opak) | Weiß (opak) | Transparent |
| Saugkraft | 25.000 Pa | 25.000 Pa | 25.000 Pa |
| Besonderheiten | - | ROMO Rollenbürste mit Bürsten und Gummi | UV-Desinfektion, Geruchsentferner, ROMO Rollenbürste mit Bürsten und Gummi |
So habe ich getestet
Ich habe den DJI ROMO P für einen Zeitraum von drei Wochen in der unteren Etage meines Einfamilienhauses auf die Probe gestellt, um seine Alltags-Performance zu bewerten.
- Testumgebung: 38 m² Reinigungsfläche (von insgesamt 66 m²).
- Böden: Hauptsächlich Fliesen und PVC sowie niedrigflorige Teppiche.
- Besondere Herausforderungen: Haushalt mit einem 5-jährigen Kind (Krümel, Spielzeug) und einer Katze.
- Saugleistung: Für die Bewertung der Saugleistung habe ich jeweils einen Esslöffel Mehl, Haferflocken sowie Katzentrockenfutter verteilt. Darüber hinaus habe ich jeweils eine Handvoll Katzenhaare auf Fliesen und Teppich drapiert.
- Wischleistung: Für die Bewertung der Wischleistung habe ich jeweils einen Esslöffel Milch, Saft und Kaffee verteilt und diese in einem zweiten Durchgang eintrocknen lassen.
- Schwellen: Da meine Umgebung keine Türschwellen hat, teste ich sie mithilfe eines in der Höhe verstellbaren Hindernisses.
Verfügbarkeit & Preis
Der DJI Romo ist seit dem 10. November 2025 bei diversen Händlern verfügbar. Folgende drei Modelle stehen zur Verfügung (Preise UVP):
- DJI ROMO P – 1.899 EUR
- DJI ROMO A – 1.599 EUR
- DJI ROMO S – 1.299 EUR
Zum Launch sind die Modelle teils stark reduziert erhältlich.
Lieferumfang und erster Aufbau
Neben der Station und dem Roboter selbst finden sich folgende Teile im Paket:
- 1x Reinigungsmittel-Kartusche
- 1x Geruchsneutralisierer-Kartusche (nur beim DJI ROMO P enthalten)
- 1x Ersatz-Staubbeutel
- 1x Hybrid-Bürsten-Ersatzset (zusätzlich zu den vorinstallierten Bürsten)
Die Einrichtung war in weniger als zehn Minuten erledigt: Roboter auspacken, an den Strom anschließen, App herunterladen und schon kann er gekoppelt werden.
Die anschließende Kartierung meines Erdgeschosses war ebenso flott erledigt – wobei die Raumaufteilung nicht korrekt erfasst wurde, und das trotz der fortschrittlichen Kameratechnologie, für die DJI bei seinen Drohnen bekannt ist.
Der Roboter erkannte mein Erdgeschoss nämlich als einen großen Raum mit angrenzender Gasttoilette und ignorierte komplett meinen Flurbereich. Beim zweiten Kartiervorgang klappte es dann aber.
Die Station im Detail: Aufbau, Design und Funktionen
Das Design des P-Modells ist kontrovers: Roboter und Station haben ein transparentes Gehäuse, das einen Blick auf die Technik im Inneren gewährt. Ein absolutes Design-Statement für Technik-Fans oder absoluter Quatsch? Das liegt im Auge des Betrachters.
Wem die Optik nicht gefällt, bekommt mit dem wesentlich günstigeren A- beziehungsweise S-Modell Alternativen mit gewohnter Optik.
Design und Maße: Die Station misst 44 x 42,5 x 45,3 cm (HxBxT) und liegt damit im Durchschnitt. Das abgerundete Design wirkt edel und modern. Leider setzt DJI auf ein schwarzes Stromkabel, das aufgrund einer fehlenden Halterung einfach herunterbaumelt. Ein kleiner Bruch im sonst so durchgestylten Design.
Aufbau und Handhabung: Die beiden Tanks für Frisch- und Schmutzwasser lassen sich von oben entnehmen. Hinter der Frontabdeckung befindet sich der Staubbeutel sowie die beiden Behälter für das Reinigungsmittel und Geruchsentferner.
Funktionen: Die Station wäscht die Mopps bei 60 Grad, trocknet sie mit Heißluft und desinfiziert den Staubbeutel mittels UV-Licht. Zudem verfügt sie über eine automatische Dosierung für Reinigungsmittel und eine Funktion zur Geruchsentfernung.
Der Roboter im Detail: Aufbau, Design und Technik
Hier zeigt DJI seine Muskeln aus der Drohnen-Entwicklung.
Design und Maße: Das transparente Gehäuse des P-Modells ist für mich ein Highlight. Durch seine fortschrittliche Kameratechnologie entfällt der Laserturm. Mit 9,8 Zentimetern Höhe gehört der DJI ROMO aber nicht zu den flachsten Saugflundern auf dem Markt – unter die meisten Möbel sollte er dennoch passen.
Aufbau und Technik: An der Front sitzen Dual-Fisheye-Kameras und ein LiDAR-System. Für die Eckenreinigung besitzt er einen ausfahrbaren Seitenarm und einen ausfahrbaren Wischmopp. An der Unterseite arbeiten zwei gegenläufige Walzen, die Haare ohne Verwicklungen aufnehmen.
Reinigungsleistung: Wie schlägt sich der DJI ROMO P im Alltag?
Saugleistung
Hartböden: Auf Hartböden ist der ROMO P absolut genial. Mit seinen 25.000 Pascal hat er weder mit Haferflocken noch mit Katzenstreu Probleme. Selbst mein Test-Mehl hat er nahezu restlos beim ersten Überfahren weggesaugt. So gut habe ich das bisher noch nie erlebt.
Teppiche: Von der Saugleistung auf Teppichen kann ich das dagegen nicht behaupten. Auf niedrigflorigen Teppichen hinterlässt der Robo ein paar Krümel Katzenstreu. Fußmatten oder niedrige Läufer sind aber kein Problem. Diese erkennt er auch automatisch und hebt bei Bedarf die Wischmopps.
Aber: Mein hochflooriges Kamin-Kunstfell erkennt er als Hindernis und will es partout nicht saugen. Habt ihr also viele hochfloorige Teppiche, könnte das für euch relevant sein.
Kanten und Eckenreinigung: Dank des ausfahrbaren Seitenarms reinigt der ROMO auch entlang von Kanten und Ecken sehr gut. Groben Schmutz wie meine Haferflocken erkennt er automatisch und erhöht die Saugleistung und drosselt die Geschwindigkeit der Seitenbürste. Allerdings verleibte er sich entlang meiner Küchenfront nicht alle Flocken ein. Hier hätte er eine zweite Runde drehen müssen.
Die Eckenreinigung dagegen gehört zur besten, die ich bisher gesehen habe. Der Roboter fährt seine Bürste aus und verweilt eine Weile, um wirklich jede Fluse aufzunehmen. Von allen Robotern, die ich getestet habe, war er der einzige, der jede Haferflocke aus der Ecke holte.
Wischleistung
Jetzt kommen wir zur anfangs erwähnten großen Schwäche von DJIs erstem Saug- und Wischroboter: der Wischleistung, oder besser gesagt: dem Wischverhalten bei frischen Flecken.
Im Wischmodus kann er Flüssigkeiten wie Milch zwar zu erkennen, doch die Umsetzung ist mangelhaft: Anstatt sie gezielt aufzunehmen oder zu umfahren, verteilten die rotierenden Seitenbürsten die Milch großflächig auf dem Boden. Erst danach wischte der Roboter die Flüssigkeit auf.
Das mag bei Wasser oder Milch nicht ins Gewicht fallen, bei klebrigen Substanzen wie Saft oder Sirup dagegen schon. Und obschon der ROMO für Haustiere geeignet ist, mag ich mir nicht vorstellen, dass er Tierkot in der Wohnung verschmiert. Hier muss DJI noch an der Software schrauben (getestet mit Firmware-Version 01.00.0900).
Das zeigt sich auch beim Umgang mit Flüssigkeiten im Saugmodus: Hier ignorierte er die Pfützen komplett, anstatt sie als Hindernis zu meiden. Bedeutet also: Hat euer Kind Saft verschüttet, fährt der ROMO munter durch, inhaliert kräftig und verklebt somit sein Innenleben. Das darf nicht passieren. Der Roboter sollte im Saugmodus Flüssigkeiten meiden und nicht ignorieren.
Davon abgesehen ist die Wischleistung solide. Dank des ausfahrbaren rechten Wischmopps erreicht der Roboter Ecken und Kanten. Das ist bewährte Technik, wirkt aber im High-End-Vergleich fast etwas konservativ.
Viele Konkurrenten in dieser Preisklasse wie der neue Ecovacs X11 OmnyCycle, Freo Flow oder Dreame Aqua10 Ultra Roller setzen inzwischen auf breite Wischwalzen beziehungsweise -Roller, die oft ein noch gleichmäßigeres Wischbild erzeugen und weniger Streifen hinterlassen.
Außerdem kann der DJI ROMO seine Wischmopps nicht ablegen wie etwa der deutlich ältere Dreame L50 Ultra, weswegen Teppiche mit langen Fasern trotzdem nass werden (wenn ihr sie nicht in der App gezielt ausspart).
Navigation und Hinderniserkennung
Wo der ROMO beim Erkennen von Flüssigkeiten noch Nachholbedarf hat, trumpft er bei der Hinderniserkennung voll auf. Hier zeigt sich im Test wie erwartet die Erfahrung, die der Hersteller mit präzisen Kamerasystem gemacht hat: Die Hinderniserkennung gehört zur besten auf dem Saugrobotermarkt.
Der ROMO P navigiert so intelligent, wie ich es noch nie gesehen habe. Komplexe Stühle, enge Winkel, sich bewegende Kinder oder Tiere im Haushalt – alles kein Problem.
Auch herumliegende Objekte erkennt er perfekt:
- Spielzeug: Kleine Spielzeug-Autos wurden zu 100 Prozent erkannt.
- Schuhe und Stromkabel: Wurden im Test zu 100 Prozent zuverlässig erkannt und umfahren.
Kleiner Hinweis: Die Sensibilität für Umgebungsobjekte lässt sich in drei Stufen einstellen. Auf der sensibelsten Einstellung erkennt der ROMO sogar einen ein Zentimeter breiten Holzsplitter als Hindernis und umfährt diesen. Wahnsinn! Wobei ich für die meisten Haushalte die mittlere Einstellung empfehle würde.
Perfekt ist aber auch der ROMO nicht, hat er doch Probleme mit höheren Türschwellen. Schwellen mit zwei bis drei cm Höhe hat er im Test mit Anlauf überwunden. Für noch höhere Kanten bietet DJI eine optionale Rampe als Zubehör an – eine gute Lösung für Altbauwohnungen.
App und smarte Funktionen
Die DJI Home App ist ein optischer Leckerbissen mit klarem Aufbau und schicken Animationen im Dashboard. Hier merkt man, dass sich der Hersteller beim Aufbau bei der Konkurrenz bedient hat.
Die App bietet die meisten Funktionen wie andere Hersteller auch. Ihr könnt Reinigungspläne erstellen, mehrere Etagen kartieren, Wassermenge und Trocknungsdauer fürs Wischen einstellen und sogar festlegen, wann der Roboter Reinigungslösung oder Geruchsentferner beimischen soll.
Was mir allerdings fehlt: ein echter KI- oder Smart-Modus. Bei einem Roboter dieser Preisklasse erwarte ich, dass er selbstständig entscheidet: Hier ist es sehr dreckig, hier wische ich zweimal
. Das bieten mittlerweile alle Konkurrenzmodelle an, beim ROMO muss ich jedoch alles manuell einstellen.
Hinweis zum Datenschutz: Ein Benutzerkonto ist zwingend erforderlich. Die Fernvideofunktion muss separat aktiviert werden. Dabei werden Ton- und Videoaufnahmen übertragen. DJI verspricht einen sensiblen Umgang mit euren Daten auf hohen Sichereitsstandards.
Für die Nutzung der Fernvideofunktion muss ein vierstelliger PIN festgelegt werden. Außerdem informiert eine Sprachansage potenziell anwesende Personen darüber, dass die Aufnahme startet.
Wartung
Die Station nimmt viel Arbeit ab, jedes Teil lässt sich leicht entnehmen und reinigen. Der Staubbeutel ist mit 2,4 Litern jedoch etwas klein geraten. Der Hersteller verspricht 200 Tage ohne Wartung, die meisten Konkurrenzmodelle bieten jedoch mehr als drei Liter Fassungsvermögen.
Das kann bei besonders großen Haushalten oder hohem Staubaufkommen nervig werden, schließlich setzt DJI auf Einmalstaubbeutel, die nachgekauft werden müssen.
Was mir sonst noch aufgefallen ist
- Lautstärke: Im Gegensatz zu manch anderem Kraftpaket arbeitet der DJI ROMO P erstaunlich leise. Selbst auf höheren Saugstufen ist das Geräusch eher ein sonores Rauschen und weniger ein schrilles Pfeifen, was den Betrieb für mich sehr angenehm macht.
- Ihr könnt den Roboter auch als Überwachungsdrohne nutzen und via Livestream durch eure Wohnung fahren.
- Die leuchtende Taste an der Station informiert nicht nur über leere oder volle Wassertanks, sondern lässt sich auch mit einer beliebigen Funktion belegen – bei mir etwa zum schnellen Saugen des Gästebads, wo die Katzentoilette steht.
Fazit: Für wen lohnt sich der DJI ROMO (P)?
Der DJI ROMO ist ein faszinierendes Debüt. Er glänzt vor allem bei Navigation und Hinderniserkennung sowie bei der Saugleistung. Bei KI-Features und Wischleistung nutzt DJI aber noch nicht das volle Potenzial aus. Möglich, dass sich das in Zukunft durch Softwareupdates noch ändert.
Welches Modell ist das Richtige für euch?
- Wenn ihr unbedingt die transparente Station wollt und Wert auf eine Desinfektion des Staubbeutels legt, greift zum ROMO P.
- Solltet ihr Probleme mit vielen Haaren haben und/oder Haustiere besitzen, greift mindestens zum DJI ROMO A mit der besseren Doppelwalze.
- Wollt ihr einfach nur eine sehr gute Saugleistung und eine solide Wischleistung, reicht der günstigste DJI ROMO S.
Schaut lieber nach einer Alternative, wenn...
- ...bei euch öfter mal Flüssigkeiten (Milch, Saft, Tierkot) auf dem Boden landen könnten.
- ...ihr einen Roboter wollt, der dank KI wirklich alles alleine entscheidet.
Alternativen zum DJI ROMO P
Modelle wie der Dreame X50 Ultra sowie L50 Ultra oder Ecovacs X11 OnmyCycle bieten ebenfalls Top-Features, gehen aber schlauer mit Flüssigkeiten um und sind günstiger. Für eine bessere Übersicht empfehle ich euch einen Blick in die umfassende Kaufberatung meines Kollegen Frederic:
DJI hat mit seinem ersten Saugroboter ein beeindruckendes Gesamtpaket abgeliefert. Die Hinderniserkennung ist neue Referenz und auch bei Design, Funktionen und Saugleistung kann sich der DJI ROMO sehen lassen.
Das Problem ist die Konkurrenz, deren Highend-Modelle teils schon weiter sind (KI, Wischwalze), aber weniger kosten. Aber: Auch die Preise der ROMO-Serie purzeln zum aktuellen Black Friday bereits. Verstecken muss sich der ROMO keinesfalls. Wenn DJI noch ein, zwei Software-Updates nachschiebt und meine Kritikpunkte beseitigt, kann ich ihn uneingeschränkt empfehlen.

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