Mit Doom: The Dark Ages bringt id Software nicht nur Dämonen und Kettensägen zurück, sondern auch eine technische Meisterleistung, die herrlich aussieht und dazu auch noch performant ist.
Doch wer wirklich alles aus dem Spiel herausholen will, muss sich früher oder später mit den zahlreichen Optionen in den Grafiksettings auseinandersetzen. Ein gewisser Regler könnte dabei für Stirnrunzeln sorgen.
Die Textur-Pool-Größe könnte euch an der Nase herumführen
In Doom: The Dark Ages gibt es einen unscheinbaren Schieberegler, der mit Textur-Pool-Größe (Texture Pool Size) betiteltr ist. Statt einfacher Qualitätsstufen wie Hoch
oder Ultra
gibt es hier eine Skalierung in 500-MByte-Schritten – von 1.500 bis 4.000 Megabyte.
Was ist die Texture-Pool-Größe? Gemeint ist damit, wie viel VRAM Doom exklusiv für seine Texturen reservieren darf.
Viele dürften versucht sein, einfach den Maximalwert auszuwählen. Schließlich könnte man meinen: je mehr, desto besser, oder? Ganz so einfach ist es nicht – denn dieser Regler funktioniert anders, als ihr vielleicht denkt.
Was der Texture-Pool-Regler wirklich macht
Der Texture Pool ist quasi ein abgetrennter Speicherbereich im Videospeicher (VRAM), in dem das Spiel hochauflösende Texturen zwischenlagert, um sie bei Bedarf möglichst schnell anzeigen zu können.
Das betrifft nicht nur die Umgebung, sondern auch Gegner, Waffen und selbst kleine Details wie Einschusslöcher.
Wichtig zu verstehen: Dieser Pool ist exklusiv für Texturen reserviert. Andere Grafikdaten – darunter Schatten, Effekte, Lichtberechnungen oder Raytracing-Informationen – müssen mit dem restlichen VRAM auskommen. Vielleicht ahnt ihr schon, wohin das führt.
Zu hoch eingestellt? Das rächt sich
Wer jetzt einfach den Schieberegler auf 4.000 MByte setzt, obwohl die eigene Grafikkarte vielleicht nur 6,0 oder 8,0 GByte VRAM hat, läuft Gefahr den Speicher zu überfüllen. Und das hat Folgen.
Denn Doom streamt Texturen dynamisch nach, je nachdem, wohin ihr schaut oder wohin ihr euch bewegt. Wenn der reservierte Bereich aber so groß ist, dass der restliche VRAM nicht mehr ausreicht, um alle anderen Grafikdaten unterzubringen, muss das Spiel tricksen.
Es beginnt dann, Daten auszulagern. Etwa in den deutlich langsameren Arbeitsspeicher (RAM).
Die Folge: Ruckler, Texture-Pop-ins oder instabile Framerates. Besonders ärgerlich, weil das Spiel auf den ersten Blick ja eigentlich genug Speicher
haben sollte. In Wahrheit ist der aber nur schlecht verteilt.
19:36
Doom: The Dark Ages ist ein (fast) perfekter Shooter! | Test/Review
Aber auch zu wenig kann Probleme machen
Umgekehrt kann es ähnlich problematisch sein, wenn man den Texture Pool zu niedrig ansetzt – etwa auf 1.500 MByte bei einer RTX 3080 mit 10,0 GByte VRAM. In diesem Fall wird Doom gezwungen, selbst hochwertige Texturen ständig zu streamen, weil sie nicht dauerhaft im Speicher gehalten werden dürfen.
Das kann die Texturqualität sichtbar verschlechtern – selbst wenn die restlichen Grafikeinstellungen auf Ultra
stehen. Details wirken verwaschen, Bodenbeläge oder Gegnertexturen laden sichtbar nach oder ploppen plötzlich in besserer Qualität auf.
Es kann sogar passieren, dass Texturen mehrfach nachgeladen werden, obwohl man denselben Ort gerade erst betreten hat – einfach weil der Speicher zu knapp bemessen war.
Auch das kostet letztlich Leistung, da die GPU häufiger zwischen unterschiedlichen Auflösungen wechseln und ständig neue Texturen vorbereiten muss.
Die richtige Balance finden
Die gute Nachricht: Ihr könnt relativ leicht herausfinden, welcher Wert für eure Grafikkarte ideal ist. Ein Blick in die VRAM-Ausstattung eures Systems ist der erste Schritt.
Mit einem Tool wie MSI Afterburner oder einfach dem Taskmanager in Windows lässt sich die tatsächliche Auslastung im Spiel in Echtzeit beobachten. Bleibt der VRAM konstant voll oder kommt es zu Mikrorucklern, ist der Pool wahrscheinlich zu groß. Bleibt er leer, darf er ruhig wachsen.
Als grobe Orientierung helfen diese Richtwerte:
| Grafikkarte (Beispiel) | VRAM | Texture Pool Size Empfehlung |
|---|---|---|
| RTX 2060 / RX 6600 XT | 6 - 8 GB | 2.000 - 2.500 MB |
| RTX 3060 / RX 6700 XT | 8 - 12 GB | 2.500 - 3.000 MB |
| RTX 3080 / RX 7800 XT | 10 - 12 GB | 3.000 - 3.500 MB |
| RTX 4080 / RTX 4090 / RX 7900 XTX | 16+ GB | 3.500 - 4.000 MB |
Diese Empfehlungen gelten für moderne, Raytracing-fähige GPUs – was auch Voraussetzung ist, um Doom: The Dark Ages überhaupt spielen zu können.
Ältere Karten wie eine GTX 1060 oder RX 580 bleiben außen vor.
Fazit: Nicht zu viel, nicht zu wenig
Der Texture Pool in Doom: The Dark Ages ist kein gewöhnlicher Grafikregler, sondern ein Instrument zur Ressourcenverteilung. Wer ihn zu hoch ansetzt, riskiert Instabilität und Streaming-Ruckler. Wer ihn zu niedrig einstellt, verschenkt Grafikqualität und belastet das System unnötig.
Die beste Lösung liegt – wie so oft – irgendwo dazwischen. Und mit ein bisschen Feintuning könnt ihr dafür sorgen, dass Doom: The Dark Ages genau so aussieht, wie ihr es euch wünscht: brutal, schnell und butterweich.

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