Vom GPU-Giganten zum CPU-König: Nvidias Vera-Chip hat ein 200-Milliarden-Ziel

Nvidia-CFO Colette Kress sieht das Unternehmen auf dem Weg zum weltweit größten CPU-Anbieter – mit knapp 20 Milliarden Dollar prognostiziertem Jahresumsatz.

Nvidia setzt mit der Vera-CPU auf KI-Rechenzentren. CFO Colette Kress rechnet mit 20 Mrd. US-Dollar CPU-Umsatz und nennt einen neuen TAM von 200 Milliarden US-Dollar. (© Rokas via Adobe Stock) Nvidia setzt mit der Vera-CPU auf KI-Rechenzentren. CFO Colette Kress rechnet mit 20 Mrd. US-Dollar CPU-Umsatz und nennt einen neuen TAM von 200 Milliarden US-Dollar. (© Rokas via Adobe Stock)

Nvidia kennt man als GPU-Platzhirsch, doch das Unternehmen hat offenbar größere Pläne. Im Rahmen der Investorenrunde zu den vergangenen Quartalsergebnissen erklärte Nvidia-CFO Colette Kress, dass Nvidia die Umsatzmarke von 20 Milliarden US-Dollar im Visier habe – bei CPUs.

Das würde nach Ansicht von Kress ausreichen, um zum weltweit führenden CPU-Anbieter zu werden (via The Register).

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Vera-CPU: 88 auf KI zugeschnittene Arm-Kerne

Grundlage dieser Prognose ist Nvidias neue Vera-CPU. Dabei handelt es sich um einen eigenständigen Arm-basierten Prozessor, den das Unternehmen im März auf der hauseigenen GTC-Konferenz offiziell vorstellte.

Bis zuletzt blieb die CPU-Entwicklung bei Nvidia fest an GPU-Systeme gekoppelt – kaum ein Chip landete als eigenständige Lösung in Rechenzentren oder Supercomputern.

  • Technisch setzt Vera laut Nvidia auf 88 Kerne der hauseigenen Olympus-Arm-Architektur. Hinzu kommen Support für Multithreading sowie »Confidential Computing«, also hardwareseitige Absicherung sensibler Berechnungen.
  • Beim Arbeitsspeicher gibt Nvidia bis zu 1,5 TByte LPDDR5x-SOCAMM als Maximum an.

Laut Kress soll Vera pro Kern 1,5-mal schneller sein als marktübliche x86-Lösungen, dabei doppelt so effizient pro Watt arbeiten und viermal mehr Rechenleistung pro Rack-Einheit bieten – unabhängige Benchmarks, die diese Aussagen belegen, liegen bislang aber nicht vor.

Die ersten Abnehmer sind keine Unbekannten: Anthropic, OpenAI, Oracle und SpaceX erhielten dieser Tage die ersten Vera-basierten Systeme.

In Nvidias eigenen Plattformreferenzen lassen sich zwei Vera-Chips per NVLink auf einem einzelnen Board bündeln. Für die rechenintensivsten Rack-Konfigurationen sieht Nvidia außerdem eine enge Kopplung mit Rubin-GPUs vor – auf eine CPU kommen dabei zwei GPUs.


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Ein 200 Milliarden US-Dollar schweres Ziel

Kress zufolge öffne die Vera-CPU einen für Nvidia völlig neuen TAM (»Total Addressable Market«) mit einem Volumen von 200 Milliarden US-Dollar, den das Unternehmen bisher nie bedient habe.

Allerdings schränkt Nvidia selbst ein: Die Chips richten sich vorrangig an KI- und HPC-Workloads – einen vollständigen Ersatz für x86-Prozessoren in breit aufgestellten Rechenzentrumsumgebungen stellen sie zumindest derzeit noch nicht dar.

Intel und AMD dominieren nach wie vor das breite Unternehmens- und Consumer-Segment, das Nvidia mit der aktuellen Vera-Generation bewusst auslässt. Wie schnell sich das ändern könnte, bleibt Kress' Prognosen nach zu urteilen offen.

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