Seit dem letzten Jahr gibt es eine Explosion an dynamischen Stromtarifen. Mit dem Tarif zahlt der Kunde den aktuellen Börsenpreis. Das bedeutet zuerst einmal mitunter große Kostenschwankungen. Für einige kann es sich aber lohnen - allerdings nur mit einem bestimmten Stromzähler.
Was ist neu?
Das Vergleichsportal Verivox hat eine Stichprobenanalyse zum Angebot von dynamischen Stromtarifen in den 50 größten Städten durchgeführt. Die meisten Grundversorger bieten einen solchen Tarif mittlerweile an. Ihr habt also höchstwahrscheinlich die Möglichkeit zu einem Wechsel.
Was ist ein dynamischer Stromtarif?
Strom wird an der Börse gehandelt. Der Preis schwankt stündlich je nach Angebot und Nachfrage. Wenn in energieintensiven Betrieben etwa nachts die Arbeit ruht, so sinkt der Strompreis. Der Kunde kann dann bewusst seinen Stromverbrauch in eine Tageszeit legen, in der der Strompreis gerade niedrig ist.
Der klassische Festpreistarif federt diese starken Schwankungen ab. Bei einem dynamischen Stromtarif kann der Kunde von einem günstigen Preis profitieren, trägt aber auch das Kostenrisiko.
Die Nachteile
Thorsten Storck, Energie-Experte von Verivox, nennt die Einführung der dynamischen Strompreise für die meisten Anbieter eine reine Pflichtübung
.
- Die Angebote sind komplex und kaum beworben.
- Der aktuelle Börsenstrompreis ist auf den Seiten einiger Anbieter gar nicht zu finden.
- Der Kunde trägt das volle Kostenrisiko: Während der Energiekrise wurde das für Kunden mit einem dynamischen Tarif teuer.
- Nur ein Anbieter aus der Verivox-Untersuchung bietet einen Preisdeckel von 50 Cent/kWh. Allerdings hat der auch einen Mindestpreis von 15 Cent/kWh.
- Nicht alle Angebote sind monatlich kündbar.
- Man braucht ein
Smart Meter
. Der intelligente Stromzähler ermöglicht die präzise Echtzeitmessung des Verbrauchs.
Für wen lohnt sich der Wechsel zum dynamischen Tarif?
Verivox gibt an, dass Verbraucher, die in den letzten fünf Jahren täglich 10 Prozent ihres Stromverbrauchs in die jeweils günstigste Stunde legten, im Schnitt 34,64 Cent/kWh zahlten. Mit den günstigsten Angeboten für Neukunden waren das aber nur 30,24 Cent/kWh (mit Bonus) und 33 Cent/kWh (ohne Bonus).
Das bedeutet: Für den Durchschnittshaushalt mit Spül- und Waschmaschine lohnt sich der dynamische Tarif wahrscheinlich nicht. Diese Verbraucher profitieren mehr von gezielten Anbieterwechseln.
Wer aber ohnehin ein smartes Energiemanagementsystem nutzt, sein E-Auto regelmäßig am Haus lädt oder auch eine Wärmepumpe betreibt, für den kann sich der dynamische Strompreis lohnen.
Warum ihr das Angebot trotzdem im Auge behalten solltet
Mit Blick auf die Zukunft, kann sich das Wissen um den dynamischen Tarif aber lohnen: Die Entwicklung hin zu E-Autos, Wärmepumpen und Smart Homes wird die Energielandschaft in den kommenden Jahren nachhaltig verändern. Diese Technologien machen eine flexible Nutzung von Strom zunehmend attraktiv.
Die deutsche Energieversorgung hat sich in den letzten Jahren abrupt gewandelt. Politische und wirtschaftliche Faktoren, wie Putins Invasion in die Ukraine, haben die Strompreise stark beeinflusst. Gleichzeitig wächst der Anteil erneuerbarer Energien, was langfristig zu stabileren und potenziell niedrigeren Preisen führen könnte.
Wer diese Trends beobachtet und flexibel reagiert, könnte in Zukunft von einem frühzeitigen Wechsel zu dynamischen Tarifen profitieren.
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