Seite 2: Saugroboter gegen Tierhaare im Test: Wir lassen die Roborock Alternative durch die Hölle fahren!

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Runde 1: Saugroboter vs. Tierhaare

Der Kampf beginnt: Die Einrichtung des Ecovacs T9 ist wirklich simpel. App installieren, Roboter hinstellen, ein Knöpfchen drücken und nach kurzem Login ist der Roboter verbunden. Sodann kann es schon losgehen. Begleitet wird das alles von einer relativ sympathischen Stimme. Die Kartenerstellung erfolgt in den meisten Fällen relativ präzise - nur einmal, nachdem wir Möbel umgestellt hatten, machte der T9 bei der Neuerstellung ziemlich Murks und erstellte zahlreiche Räume in den bereits bestehenden Räumen. Raumception, sozusagen. Glücklicherweise war das nach einmaligem Kartelöschen schon behoben.

Der endlose Kampf gegen Tierhaare ist ein hartes Duell für jeden Saugroboter. Selbst der 1.300 Euro teure Roborock S7 maxV Ultra hätte hier zu kämpfen. Unsere liebe Sky verliert nämlich nicht nur viele Haare, die sind auch noch besonders lang und störrisch. Gerade sie sind für Saugroboter ein Endgegner, denn sie wickeln sich nicht nur um die Walze, sondern auch um die Bürsten, das Vorderrad und die Hauptantriebsräder.

So sieht ein Kämpfer aus: Unser Floofbot alias Ecovacs Deebot T9 AIVI schlägt sich im Test gegen die Tierhaar-Armee sehr gut - wenn auch nicht perfekt. So sieht ein Kämpfer aus: Unser Floofbot alias Ecovacs Deebot T9 AIVI schlägt sich im Test gegen die Tierhaar-Armee sehr gut - wenn auch nicht perfekt.

Doch hier kann sich der Deebot T9 AIVI wirklich durchsetzen: Die Saugkraft ist absolut ausreichend, die beiden Bürsten kehren davonwehende Flusen ein und er reinigt ein ganzes Stockwerk ohne eine einzige Blockade (zumeist, dazu nachher mehr).

Insbesondere die Doppelwalze lege ich wirklich jedem ans Herz, der mit Tierhaaren zu kämpfen hat. Es kommt so gut wie nie vor, dass die Walzen blockieren und der Roboter während der Reinigung eine Fehlermeldung ausspuckt. Dennoch können sich lange Haare manchmal um die Walze wickeln und dort das weiche Silikon etwas einschneiden. Das sieht nach einiger Zeit zwar nicht mehr so schön aus , ist aber für die Funktionalität egal.

Was ebenfalls wirklich erstaunlich ist, ist das Vorderrad: Auch da hatten alle anderen Modelle ihre große Schwachstelle, denn hier haben sich die Haare am Boden immer richtig festgefressen. So sehr, dass es schließlich völlig blockierte. Beim Deebot T9 AIVI sind dort zwar auch Haare, aber sie wickeln sich aus mir unverständlichen Gründen so ein, dass das Rad nicht einmal ansatzweise schlechter rollt.

Einer der besten Saugroboter, den es aktuell gibt, hat Kollege Mirco bereits getestet. Hier geht's zu seinen Erfahrungen:

In einer Sache hat der Deebot T9 jedoch Probleme gegen all das Fell: Der Staubbehälter ist einfach zu klein! Bei meinem alten, aufgrund von zu viel Flausch verstorbenen Conga 4090 war der Staubbehälter im abnehmbaren Teil für die Wischfunktion integriert war. Wenn man nicht wischen wollte, war er dadurch also extrem groß. Beim Ecovacs Deebot T9 AIVI ist der Staubbehälter im Zentrum integriert - der abnehmbare Teil hinten ist, wenn man nicht den Tank verwendet, einfach nur Deko. Das ist in meinen Augen verschenktes Potenzial.

Die Folge: Wenn mal einige Tage nicht gesaugt wurde, war der Behälter oft schon nach der Hälfte der Reinigung voll. Das Ding ist allerdings: Der Ecovacs sagt dir das nicht. Er schlurft also fröhlich weiter über den Boden und Staub sowie Haare stapeln sich förmlich vor dem Einlass. Dann wickeln sie sich früher oder später auch um die Bürsten und schon haben wir den Salat. Deswegen muss der Robi auch fast täglich ran.

Das zweite Manko ist die Akkulaufzeit. Fairerweise muss man sagen, dass meine Ansprüche nicht gerade gering sind: Doppelte Reinigung bei voller Saugkraft muss schon sein! Damit schafft er allerdings gerade einmal ein Stockwerk (~ 70 qm²). Wenn man mal die komplette Hütte säubern möchte, dann muss man einige Stunden zwischenladen.

Am Ende des Tages muss ich dennoch sagen: Der Ecovacs Deebot T9 AIVI gewinnt den Kampf gegen den Flausch! Er muss dafür aber fast täglich ran, sonst ist der Staubbehälter sein technisches K.O. im Ring.

Runde 2: Saugroboter gegen Hindernisse - wie gut ist die Navigation?

Die nächste Herausforderung ist die tägliche Navigation zwischen Hundebettchen, Treppenabsätzen, Möbeln, Spielzeug und sonstigen Hindernissen. Der Deebot T9 AIVI hat akribisch trainiert und sich mit Lasernavigation und Kamera aufgepumpt.

Er versteht es auch im Alltag spielend, sich zurechtzufinden. Man hat fast nie den Eindruck als würde er sich in einem digitalen Labyrinth befinden und nicht mehr wissen, wohin er denn muss. Die Möbel werden nicht ständig touchiert und auch vor Hindernissen wie einem Kauknochen macht er Halt. Das wird mir sogar am Ende der Reinigung berichtet.

Weniger smart stellt er sich bei sehr kleinen Hindernissen und Absätzen mit etwa zwei bis drei Zentimetern Höhe an. Bei unserem Raumtrenner schaffte er es regelmäßig, sich halb auf die Bodenplatte zu fahren - und steckenzubleiben. Hier musste ich Hand anlegen und eine kleine Sperrzone einrichten, seither funktioniert das tadellos. Weniger tadellos ist die Hinderniserkennung per Kamera bei Kabeln - und Socken.

Unsere Kleinste, Blue, hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, Socken aus der Wäsche zu ziehen und im Haus zu verteilen. Deswegen liegt da auch gerne mal einer unter der Couch. Als jemand, dessen körperliches Alter dem geistigen schon lange enteilt ist, habe ich nicht vor jeder Reinigung Lust, dort unten rein-zu-kriechen. Manchmal schleift der T9 die Socke also einfach mit und wundert sich, warum die Walze blockiert. Gleiches gilt bei Ladekabeln. Hier reicht es für den Ecovacs leider nur zu einem Unentschieden.

Runde 3: Saugroboter gegen die Zeit - ohne Pflege überlebt er nicht!

Die letzte Runde betrifft den schleifenden Zahn der Zeit, der Berge in Täler verwandelt, Meere in Wüsten - und Saugroboter in bedauernswerte, dem Lebensende entgegeneilende Elektrobüchsen.

Mittlerweile ist der Roboter über ein Jahr im Einsatz und die ersten Wehwehchen machen sich bemerkbar. Vor allem an der Unterseite sieht man seine Leiden: Die Bürsten haben schon einige Borsten verloren, die Walzen haben Einschnitte von den Haaren und im Inneren frisst sich Schmutz fest. Ohne Pflege überlebt kein Saugroboter ewig.

Der Flausch liegt im Detail: Die Walzen solltet ihr unbedingt immer wieder mal komplett herausnehmen, denn um die Aufhängung wickeln sich immer wieder Haare - das belastet den Motor. Der Flausch liegt im Detail: Die Walzen solltet ihr unbedingt immer wieder mal komplett herausnehmen, denn um die Aufhängung wickeln sich immer wieder Haare - das belastet den Motor.

Pflegetipps und Hinweise für Saugroboter:

  • Walzen enthaaren: Trotz Doppelwalze ist kein Saugroboter vor Haaren gefeit. Deswegen entferne ich die Walzen alle zwei Tage und nehme sie aus ihrer Fassung. Denn: Rechts und links wickeln sich an den Aufhängern Haare ein. Mit der Zeit können die das Drehen erschweren und das wiederum schadet dem Motor.
  • Räder enthaaren: Mit einer Pinzette und einem kleinen Messer geht das am besten. Immer wieder mal die Haare zu entfernen lässt den Robi so leichtfüßig bleiben wie am ersten Tag.
  • Filter pflegen: Die Saugkraft lässt durch verstaubte Filter deutlich nach. Deswegen klopfe ich auch den Staubfilter aus, wann immer ich die Walzen reinige. Alle paar Wochen wasche ich ihn auch richtig durch. Saugroboter tun sich hör- und spürbar schwerer bei ihrer Arbeit, wenn die Filter dicht machen. Außerdem muss man so deutlich seltener teure Ersatzfilter kaufen.
  • Zähneputzen: Gut, Zähne hat er keine, aber eine Zahnbürste ist ein Sparringpartner. Durch die Wischfunktion saugt so ein Roboter auch mal feuchten Schmutz ein. Dieser setzt sich im Inneren hinter den Walzen fest und führt ebenfalls zum erschwerten Lauf. Mit einer Zahnbürste bekommt man die Ablagerungen auch in den schwer erreichbaren Ecken weg und beschädigt auch keine Dichtungen. Das sollte alle paar Wochen erledigt werden.
  • Spüli ist Leben: Ich verwende im Wassertank beim Wischen immer etwas Spülmittel (Bio-Spüli, das gut riecht). Das hilft nicht nur beim Reinigen, sondern sorgt auch für wundervoll frischen Duft im ganzen Haus.

Insgesamt kann ich wirklich mit Stolz behaupten, dass der Ecovacs Deebot T9 AIVI trotz seines schweren Schicksals nach wie vor gut in Schuss ist und die Reinigungsleistung kein bisschen nachgelassen hat.

Im Gegenteil: Gefühlt hat er sich mittlerweile gut an sein Leben im Horrorhaushalt gewöhnt und abgesehen von ein paar Socken (danke, Blue) schlägt er sich wirklich hervorragend.

Für mich ist der Deebot T9 AIVI daher der Gewinner - und darf bleiben.

Für wen lohnt sich der Ecovacs Deebot T9 AIVI?

Der Ecovacs lohnt sich für euch, wenn:

  • ihr viele Tiere habt, besonders auch mit langen Haaren
  • ihr einen Saug- und Wischroboter mit gutem Preisleistung-Verhältnis sucht

Ihr seid mit einem anderen Saugroboter besser beraten, wenn:

  • eine Kamera am Roboter für euch ein No-Go ist
  • ihr völlige Automatisierung bei der Reinigung wollt

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