Kabelloser Mähroboter unter 700 Euro: Der Ecovacs GOAT O600 RTK ist neuer Preis-Leistungs-Champion

Ein kabelloser Mähroboter mit KI-Hinderniserkennung unter 700 Euro: Der neue Ecovacs GOAT O600 RTK ist eine Kampanfansage an die Konkurrenz. Ich habe getestet, ob die Ersparnis zu Lasten der Zuverlässigkeit geht.

Der Ecovacs GOAT O600 RTK im Test: Drahtloser Mähroboter unter 700 Euro. Bildquelle: M. Kämpfer GameStar Tech. Der Ecovacs GOAT O600 RTK im Test: Drahtloser Mähroboter unter 700 Euro. Bildquelle: M. Kämpfer / GameStar Tech.

Passend zur neuen Mähsaison hat Ecovacs mit dem GOAT O600 RTK ein Modell nachgelegt, das auf den ersten Blick fast genauso aussieht wie der O800 RTK von 2025. Die Unterschiede liegen teils im Detail, einer fällt jedoch direkt ins Auge: der Preis.

Im Gegensatz zum großen Bruder, der knapp unter 1.000 Euro startete, kostet der neue O600 RTK nur 650 Euro – ohne auf moderne Features wie GPS-Navigation (mit Referenzantenne) und KI-Hinderniserkennung zu verzichten.

Doch ist der Einstiegspreis mit Abstrichen verbunden? Ich habe die neue Ziege durch meinen Garten gejagt, um genau das herauszufinden – und bin beeindruckt, wie viel Mähroboter man hier für sein Geld bekommt.

Preis-Leistungs-Tipp
Ecovacs GOAT O600 RTK
Ecovacs GOAT O600 RTK
Der Ecovacs GOAT O600 RTK ist ein zuverlässiger Mähroboter, der vor allem durch seine präzise Navigation und den aggressiven Preispunkt überzeugt. Er leistet sich kleine Schwächen beim Kantenmähen, deklassiert aber in Sachen Preis-Leistung viele teurere Konkurrenten. Wer einen unkomplizierten, kabellosen Roboter sucht und ein Grundstück mit ausreichend freier Sicht zum Himmel für das RTK-System hat, bekommt hier einen der besten Mähroboter in dieser Preisklasse.
  • Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Präzise Navigation
  • Gute Hinderniserkennung
  • Sehr gutes Mähergebnis
  • Meistert enge Passagen (70 cm) souverän
  • Extrem leiser Betrieb
  • Probleme bei sehr kleinen Hindernissen
  • Kantenmähen nicht perfekt
  • Weniger geeignet bei vielen Bäumen (RTK)
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Design und Verarbeitung: Pragmatisch-schick

Packt man den O600 RTK aus, gibt es keine Überraschungen. Wie schon der O800 wirkt auch der neue O600 im Vergleich zu einigen Konkurrenten meiner Meinung nach leicht wuchtig, was vor allem an seiner kastigen Erscheinung liegt.

Das Design ist eher pragmatisch und überzeugt mit einem robusten Kunststoffgehäuse und kräftigen Antriebsrädern. Die Bedieneinheiten an der Oberseite sind gut erreichbar.

Die neue hellgraue Farbe hebt den O600 RTK optisch von den weißen 2025er-Modellen ab. Bildquelle: M. Kämpfer GameStar Tech. Die neue hellgraue Farbe hebt den O600 RTK optisch von den weißen 2025er-Modellen ab. Bildquelle: M. Kämpfer / GameStar Tech.

Es gibt definitiv hübschere Mähroboter auf dem Markt, aber am Ende zählt für mich die Leistung auf dem Rasen und weniger die Optik.

Im Lieferumfang enthalten sind:

  • der Mähroboter selbst
  • die Ladestation inkl. Schrauben zum Befestigen im Erdboden
  • eine RTK-Antenne für die präzise Positionsbestimmung
  • ein Netzteil und Verlängerungskabel für die Station
  • ein paar Ersatzklingen
  • eine Bedienungsanleitung
Häufig gestellte Fragen
Technische Spezifikationen
MerkmalSpezifikation
NavigationssystemTrueMapping 2.0 (Multi-Fusion-RTK + KI-Kamera + Gyroskop)
PositionsgenauigkeitBis zu 2 cm
Maximale Rasenflächebis zu 600 m²
Schnittbreite19 cm
Schnitthöhe30 – 80 mm (über Drehregler am Gehäuse)
Maximale Steigung45 % (24°)
HinderniserkennungAIVI-Technologie (KI-basiert, erkennt >200 Objekttypen)
Minimale Durchfahrtsbreite70 cm
Maximale HindernishöheÜberwindet Kanten bis 3 cm
Akkulaufzeit / Mähzeitca. 50 – 60 Minuten
Ladezeitca. 55 Minuten (Schnelllade-Funktion)
Geräuschpegelca. 59 dB (flüsterleise)
WasserschutzIPX6 (einfache Reinigung mit dem Gartenschlauch)
KonnektivitätWLAN & Bluetooth (Live-Video-Überwachung inklusive)
Gewichtca. 10 kg
Unverbindliche Preisempfehlung649,00 Euro

So habe ich getestet

Ich habe den GOAT O600 RTK in einem kleinen Garten mit rund 150 qm für rund zwei Wochen getestet.

  • Mähen bei verschiedenen Wetterbedingungen: trocken, feucht und leicht regnerisch.
  • Hinderniserkennung mit Hausschuhen, Bruder-Spielzeugautos meines Sohnes und Kleinsthindernissen.

Einrichtung in 15 Minuten

Einmal ausgepackt, ist der Mähroboter beinahe genauso schnell eingerichtet. Ihr müsst lediglich die Basistation sowie die RTK-Antenne in der Nähe anbringen und beides miteinander verbinden. Anschließend könnt ihr die App starten, den Roboter koppeln, eine PIN für den Diebstahlschutz einrichten und danach euren Garten kartieren.

Station und Antenne müssen miteinaner verbunden werden und in WLAN-Reichweite sein. Bildquelle: M. Kämpfer GameStar Tech. Station und Antenne müssen miteinaner verbunden werden und in WLAN-Reichweite sein. Bildquelle: M. Kämpfer / GameStar Tech.

Der Installationsprozess ist kinderleicht, kommt aber nicht ohne Tücken. Denn zunächst müsst ihr euch eine geeignete Stelle für Station und Antenne überlegen. Da der O600 mittels GPS-Signal navigiert, sollte die Antenne an einer möglichst freien Stelle ohne hohe Bäume oder Gebäude aufgestellt werden. Zudem muss euer WLAN-Signal bis zur Station reichen.

Sind diese potenziellen Hürden aus dem Weg geräumt, kann es losgehen. Der O600 RTK kartiert euren Garten auf Wunsch komplett automatisch. Dazu fährt er den Rand eures Grundstücks ab.

In meinem Test zeigte sich jedoch: Die Automatik ist ein guter Helfer, aber kein Allheilmittel. Der O600 nutzt seine KI-Kamera, um Rasen von festem Untergrund zu unterscheiden. In meinem Garten gab es jedoch einige Stellen mit abgestorbenem, braunem Rasen. Der Robo erkannte diese Bereiche folglich nicht als Mähfläche und kürzte die Karte entsprechend ein.

Mein Tipp: Wer einen komplexen Garten hat oder wessen Rasen im Frühjahr noch nicht perfekt im Saft steht, sollte zur manuellen Kartierung greifen. Per virtuellem Joystick in der App könnt ihr die Grenzen einfach abfahren – das dauert kaum länger, ist aber zentimetergenau und deutlich zuverlässiger als der Automatik-Modus.

Unter der Haube hat Ecovacs beim O600 ordentlich nachgelegt. Das System kombiniert Signale von bis zu 45 Satelliten mit einer KI-Kamera und einem Gyroskop. Laut Hersteller soll die Navigation dadurch viermal so schnell und 30 Prozent zuverlässiger arbeiten als zuvor – und das bis auf 2 cm genau, selbst in schattigen Bereichen.

Auch in schattigen oder engeren Bereichen mäht der Ecovacs GOAT O600 RTK anstandslos. Bildquelle: M. Kämpfer GameStar Tech. Auch in schattigen oder engeren Bereichen mäht der Ecovacs GOAT O600 RTK anstandslos. Bildquelle: M. Kämpfer / GameStar Tech.

In der Praxis lässt sich die Prozentrechnung zwar schwer überprüfen, aber was ich sagen kann: Die Ziege ist flott unterwegs und wirkt beim Wenden und Manövrieren sogar einen Tick zielstrebiger als der O800 RTK. Selbst enge Passagen von nur 70 cm Breite, etwa am Klettergerüst meines Sohnes, meisterte er ohne langes Zögern oder Orientierungsverlust.

Auch die Hinderniserkennung überzeugt. Der Roboter erkennt Objekte wie Spielzeug, Schubkarren, Feuerschale, Stühle und Badelatschen auf Anhieb und hält einen Sicherheitsabstand von etwa 10 Zentimetern ein. Das ist ein guter Kompromiss: Er fährt nah genug heran, um wenig stehen zu lassen, riskiert aber keine Rempeleien, die Schäden an Roboter oder Möbeln hinterlassen können.

Spielzeugauto Der O600 RTK hält zuverlässig minimalen Abstand. Bildquelle: M. Kämpfer / GameStar Tech.

Hausschuh Auch kleine Objekte wie Schuhe werden zuverlässig erkannt. Bildquelle: M. Kämpfer / GameStar Tech.

In meinem Test hat er sich nicht einmal festgefahren, was erstaunlich ist, weil ich das Klettergerüst meines Sohnes einige Tage mit einer Schutzplane abgedeckt hatte, die vom Wind leicht geöffnet wurde. Der O600 RTK manövrierte elegant um die Plane herum und durch das Gerüst hindurch.

Problematischer sind dagegen kleine oder flache Gegenstände wie Gartenschläuche oder Äste. Die hat der O600 im Test je nach Licht und Winkel überfahren.

Interessant dabei: Sobald der Roboter merkt, dass das Vorderrad leicht abhebt (weil er über einen Ast rumpelt), registriert das System den Widerstand, stoppt und passt die Route sofort an. Das wirkt deutlich mitdenkender als noch beim O800 RTK, der einfach drüber walzte. Dennoch solltet ihr der KI nicht 100-prozentig vertrauen und potenzielle Hindernisse wie Werkzeug wegräumen.

Kleinstobjekte wie Äste werden teils überfahren, dann hölt der Roboter jedoch kurz inne und passt seine Route an. Bildquelle: M. Kämpfer GameStar Tech. Kleinstobjekte wie Äste werden teils überfahren, dann hölt der Roboter jedoch kurz inne und passt seine Route an. Bildquelle: M. Kämpfer / GameStar Tech.

Übrigens: Der O600 RTK soll Steigungen bis zu 45 Grad schaffen, was ich mit meinem flachen Testrasen allerdings nicht überprüfen konnte.

Das Mähergebnis: Zuverlässig und flüsterleise

Beim Mähergebnis gibt's kaum etwas zu meckern. Dank der präzisen Navigation mäht der O600 in gleichmäßigen, geraden Bahnen mit einer manuell einstellbaren Schnitthöhe von 3 bis 8 Zentimetern und einer Schnittbreite von 19 Zentimetern. Damit ist zwar ein Mü weniger effizient als der O800 RTK mit 22 Zentimetern, was im Alltag aber kaum auffallen dürfte.

Was dagegen auffällt: Er ist flüsterleise; das angenehme Raspeln der Halme ist das einzige wahrnehmbare Geräusch.

Der Drehteller kommt mit drei Klingen aus. Bildquelle: M. Kämpfer GameStar Tech. Der Drehteller kommt mit drei Klingen aus. Bildquelle: M. Kämpfer / GameStar Tech.

Die Achillesferse bleibt jedoch das Kantenmähen. Da der O600 seine Messer wie jeder mir bekannte Mähroboter nicht über die Gehäusekante hinausbewegen kann, bleibt an natürlichen Begrenzungen wie meinen Koniferen ein schmaler Streifen stehen. Da der Roboter diese als Hindernis erkennt, traut er sich nicht bis auf den letzten Millimeter heran.

Rechts gut zu sehen: Am Rasenrand bleibt ein kleiner ungemähter Streifen. Bildquelle: M. Kämpfer GameStar Tech. Rechts gut zu sehen: Am Rasenrand bleibt ein kleiner ungemähter Streifen. Bildquelle: M. Kämpfer / GameStar Tech.

Hier fehlt mir persönlich eine Funktion, wie sie etwa die Konkurrenz von TerraMow bietet: Die Möglichkeit, den Roboter per App bewusst 10 Zentimeter über die virtuelle Grenze hinausfahren zu lassen – unabhängig von weichen Hindernissen wie Sträuchern.

Wer also ein 100-prozentiges Ergebnis will, benötigt entweder eine überfahrbare Rasengrenze, oder kommt um den Kantentrimmer alle paar Wochen nicht herum.

Für bessere Rasenkanten braucht es dann schon einen Kantentrimmer wie vom neuen GOAT O1200:

Video starten 0:29 ECOVACS GOAT O1200 LiDAR PRO: Der neue Mähroboter mit Kantentrimmer

App-Funktionen im Überblick

Die Ecovacs-App ist angenehm übersichtlich gestaltet und bietet die wichtigsten Funktionen:

  • Virtuelle Zonen: Ihr könnt euren Garten in mehrere Bereiche unterteilen.
  • No-Go-Zonen: Bestimmte Flächen können als Sperrzone definiert werden.
  • Zeitpläne: Ihr könnt individuelle Mähzeiten festlegen, sogar für jede Zone.
  • Hinderniserkennung: Ihr könnt die Erkennung für Hindernisse zwischen 10-20 Zentimeter je nach Grashöhe einstellen.
  • Mährichtung: Ihr könnt sie wöchentlich ändern.
  • Regensensor: Ihr könnt Pausen und Mähverhalten bei Regen einstellen.
  • Tierschutz: Ihr könnt eine Schutzzeit einrichten, in der der Roboter zur Ladestation zurückkehrt.

Übrigens: Ihr könnt den Roboter auch als ferngesteuerte Überwachungskamera nutzen und quasi live dabei zusehen, wie er durch euren Garten fährt.

Fazit: Genialer Mähroboter für die meisten Gärten

Der Ecovacs GOAT O600 RTK startet stark in die Saison. Für eine UVP von 650 Euro bietet er eine Navigationstechnologie, die vor zwei Jahren noch das Doppelte gekostet hat. Er ist etwas wendiger als der ebenfalls hervorragende O800 RTK und arbeitet jederzeit zuverlässig und flüsterleise.

Der O600 RTK ist ideal für euch, wenn...

  • ... ihr einen einfachen bis leicht verwinkelten Garten ohne viele hohe Bäume habt.
  • ... ihr keine Lust auf Begrenzungskabel habt, aber kein Vermögen ausgeben wollt.
  • ... ihr Wert auf eine leise Arbeitsweise und eine intelligente Hindernisvermeidung legt.

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Ecovacs zeigt mit dem O600 RTK eindrucksvoll, dass günstiger nicht schlechter bedeuten muss. Wer mit der etwas wuchtigen Optik und dem obligatorischen Nacharbeiten an schwierigen Kanten leben kann, bekommt hier ein extrem starkes Gesamtpaket, das beim Preis-Leistungs-Verhältnis nur schwer zu schlagen ist.

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