Weil wir jedes Jahr 60 Millionen Tonnen Elektroschrott verursachen, wird es Zeit für eine Lösung. Eine Antwort: Einen Teil davon künftig auf den Kompost werfen

Forscher haben Leiterplatten aus einem biologisch abbaubaren Material entworfen.

Diese Maus ließe sich tatsächlich kompostieren. (Bild: Empa) Diese Maus ließe sich tatsächlich kompostieren. (Bild: Empa)

Eine Forschergruppe der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) hat biologisch abbaubare Leiterplatten hergestellt. Moderne Leiterplatten bestehen aus fossilen Rohstoffen und tragen so zum immer größeren Elektroschrott-Problem bei.

Gaming-Peripherie aus nachhaltigen Materialien

Elektroschrott ist ein weltweites Problem. Alleine 2022 sollen etwa 62 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert worden sein, was einen Anstieg um 82 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010 darstellt (via unitar).

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Da viele Bestandteile von elektronischen Geräten, etwa die angesprochenen Leiterplatten, aus Materialien bestehen, die teilweise mehrere hundert Jahre lang halten und kaum abbaubar sind, ist eine ordnungsgemäße Abgabe und das Recycling der Materialien die beste Möglichkeit, um Elektroschrott zu verhindern.

Laut dem Umwelt Bundesamt werden aber, stand 2019, auch in Deutschland nur etwa 45 Prozent des anfallenden Elektroschrotts ordnungsgemäß zurückgegeben. Große Mengen wertvoller Rohstoffe gehen so verloren und verpesten im schlimmsten Fall die Umwelt.

Ein großer Teil dieses Elektroschrotts besteht auch aus Fernsehern, Desktop-PCs, Laptops, Tablets, Handys oder PC-Peripherie, also allem, was klein genug ist, um einfach weggeschmissen zu werden.

Genau da setzt nun das Forschungsprojekt der Empa-Forscher an. Aktuell bestehen die meisten Leiterplatten, auf denen Kupferbahnen und verlötete Elektronikkomponente angebracht sind, aus einem Laminat aus glasfaserverstärktem Epoxidharz, das aus Erdöl hergestellt wird und nicht recycelt werden kann.

Für ihre abbaubare Alternative haben die Forscher Lignocellulose verwendet. Dabei handelt es sich um ein Abfallprodukt, das entsteht, wenn Lignin und Hemicellulose aus Holz extrahiert werden. Dieses Material wird dann mit Wasserzugabe gemahlen und trocken gepresst.

Die dabei entstehenden Platten können dann genauso wie konventionelle Leiterplatten genutzt werden. Sie sind allerdings empfindlicher gegenüber Wasser und hoher Luftfeuchtigkeit. Das muss aber auch so sein, damit die Platten biologisch abbaubar bleiben.

In ihrem Projekt haben die Forscher eine solche Leiterplatte dann in eine ebenfalls aus kompostierbaren Materialien 3D-gedruckte Maus eingesetzt. Das Gerät ließe sich tatsächlich einfach auf den Kompost werfen. Die enthaltenen Metallteile könnten dann einfach entnommen werden, wenn die Geräte abgebaut sind.

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