Bei besonders günstigen Laptops gibt es oft eine Bremse, mit der ihr nicht rechnet!

In diesem Artikel erfahrt ihr alles über die eMMC und wie sie sich von einer SSD unterscheidet.

Bei besonders günstigen Laptops wird häufig noch eMMC-Speicher eingebaut. (Quelle: Microsoft) Bei besonders günstigen Laptops wird häufig noch eMMC-Speicher eingebaut. (Quelle: Microsoft)

Wer heute einen Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone kauft, stolpert unweigerlich über eine Vielzahl von kryptischen Abkürzungen. Während SSD längst zum Synonym für Geschwindigkeit geworden ist, taucht vor allem im preiswerten Segment immer wieder der Begriff eMMC auf.

Doch Vorsicht: Was auf dem Datenblatt nach „Speicher ist Speicher“ aussieht, entscheidet in der Praxis darüber, ob euer Gerät ein Rennpferd oder doch ein lahmer Ackergaul ist.

Was genau ist eine eMMC?

Die Abkürzung eMMC steht für embedded MultiMediaCard. Wenn ihr eine SD-Karte in eine ältere Digitalkamera steckt, mittlerweile kommen ja überwiegend micoSD-Karten zum Einsatz, haltet ihr im Grunde die technologische Verwandtschaft der eMMC in der Hand. Der Clou bei der eMMC ist das e für embedded (eingebettet): Der Speicherchip und der Controller sind hier in einem einzigen Bauteil vereint und direkt auf das Mainboard gelötet. 

Mehr ist es tatsächlich nicht: So sieht eine eMMC aus. (Quelle: Wikipedia Raimond Spekking) Mehr ist es tatsächlich nicht: So sieht eine eMMC aus. (Quelle: Wikipedia / Raimond Spekking)

Parallel vs. seriell

In der Computerarchitektur entscheiden zwei grundlegend unterschiedliche Konzepte über den Datentransport: parallele und serielle Busse. Ein paralleler Bus fungiert wie eine mehrspurige Autobahn, auf der mehrere Bits gleichzeitig über nebeneinanderliegende Leitungen übertragen werden. 

Dies ermöglichte früher hohe Datenraten bei niedrigen Taktraten, stieß jedoch an physikalische Grenzen: Je schneller der Takt und je länger die Leitung, desto schwieriger wird es, die Bits zeitgleich am Ziel ankommen zu lassen und gegenseitige Störungen der Leitungen zu vermeiden. 

Hier spielt die moderne serielle Übertragung ihre Stärken aus. Obwohl die Daten hier Bit für Bit hintereinander über eine einzige Leitung (oder ein Leitungspaar) fließen, erlaubt das Design extrem hohe Taktfrequenzen ohne Synchronisationsprobleme. 

Auf den ersten könnte man annehmen, dass die parallele Datenübertragung schneller wäre, das ist aber nicht der Fall. (Quelle: Wikipedia SyamilAshri) Auf den ersten könnte man annehmen, dass die parallele Datenübertragung schneller wäre, das ist aber nicht der Fall. (Quelle: Wikipedia / SyamilAshri)

Während parallele Schnittstellen wie etwa der alte IDE-Standard aufgrund ihres massiven Verkabelungsaufwands und ihrer Störanfälligkeit fast verschwunden sind, dominieren serielle Standards wie SATA, USB und PCI Express (PCIe) heute den Markt. Sie sind effizienter, ermöglichen dünnere Kabel und erzielen durch die schiere Taktgeschwindigkeit weitaus höhere Durchsatzraten als ihre parallelen Vorfahren. 

Die SSD: Der Hochleistungssportler

Die SSD spielt in einer völlig anderen Liga. Während die eMMC eher ein aufgebohrter USB-Stick ist, ist die SSD ein hochkomplexes Speichersystem. Sie nutzt meist die NVMe-Schnittstelle (über PCIe) oder den älteren SATA-Standard.

Darum ist die SSD die bessere und schnellere Wahl:

  • Parallele Verarbeitung (nicht Übertragung!): Eine SSD kann auf viele Flash-Zellen gleichzeitig zugreifen.
  • Intelligente Controller: Sie verfügen über dedizierte Prozessoren, die das Datenmanagement (Wear Leveling, Garbage Collection) optimieren.
  • Eigener Cache: Viele SSDs nutzen einen schnellen DRAM-Cache, um Zugriffszeiten drastisch zu verkürzen

Der direkte Vergleich: Wo liegen die Unterschiede?

eMMCSSD
GeschwindigkeitLangsam (bis ca. 400 MB/s)Schnell bis sehr schnell (500 bis 14.000+ MB/s)
KapazitätMeist klein (32 GB - 256 GB)Groß (250 GB - 8 TB+)
Upgrade-FähigkeitNein (fest verlötet)
Ja (meist modular steckbar, manchmal aber auch verlötet)
PreisSehr günstigJe nach Kapazität erheblich teurer

Wann reicht eine eMMC aus – und wann ist sie eine Falle?

Es wäre aber unfair, die eMMC gänzlich abzuschreiben. Sie hat ihre Daseinsberechtigung, man muss nur wissen, worauf man sich einlässt.

Das eMMC-Szenario

Wenn ihr lediglich im Internet surft, E-Mails schreibt oder Netflix streamt, werdet ihr den Unterschied kaum merken. In einem Tablet oder einem 300-Euro-Laptop sorgt die eMMC dafür, dass das Gerät dünn, leicht und bezahlbar bleibt.

Dann ist eine SSD sinnvoll

Sobald wir aber über Multitasking, Videoschnitt oder Gaming sprechen, ist eine SSD Pflicht. Der größte Flaschenhals moderner Computer ist nicht mehr der Prozessor, sondern die Geschwindigkeit, mit der Daten vom Speicher geladen werden. Eine eMMC kann hier bei großen Windows-Updates oder beim Starten großer Programme schnell zum Geduldsspiel werden.

Fazit

Eine eMMC ist kein schlechter Speicher, sie ist ein spezialisierter Speicher für geringe Ansprüche. Wer jedoch ein Gerät sucht, das auch in drei Jahren noch zügig reagiert, sollte immer einer SSD den Vorzug geben. Der gefühlte Geschwindigkeitsunterschied ist im Alltag deutlich größer als etwa der Sprung von einem i5- auf einen i7-Prozessor.

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