Der nächste Schritt der KI-Revolution: Firmen können live messen, wie engagiert ihre Mitarbeiter sind

»Emotion AI« soll der nächste Schritt zu mehr Produktivität sein.

KI-Modelle können Mitarbeiter schon jetzt emotional überwachen. (Bild: agcreativelab auf Adobe Stock) KI-Modelle können Mitarbeiter schon jetzt emotional überwachen. (Bild: agcreativelab auf Adobe Stock)

Um »natürlich« mit Menschen interagieren zu können, müssen KI-Modelle auch Feinheiten menschlichen Verhaltens richtig deuten können. Das Erkennen von Emotionen wird dabei schon jetzt auch zur Steigerung der Produktivität genutzt.

Emotion AI misst das Verhalten von Mitarbeitern

KI-Modelle werden immer besser darin, Menschen nicht nur zu verstehen, sondern auch zu interpretieren. Selbst Menschen tun sich mitunter schwer, Feinheiten wie Sarkasmus und Humor zu erkennen oder zu merken, wenn jemand nur vorgibt, dass »alles ok ist«.

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Für die direkte Kommunikation mit KI-Bots ist es natürlich wichtig, dass diese solche Nuancen in der Sprache und im Verhalten kennen und interpretieren können. Wie ein Bericht von The Atlantic zeigt, gibt es dabei aber auch Schattenseiten.

Exemplarisch wird dabei der Dienst »MorphCast« vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Anbieter von sogenannter »Emotion AI« oder »Affective Computing«, also im Grunde KI-Modelle, die besonders gut darin sind, menschliche Emotionen zu erkennen und zu lesen.

MorphCast hat demnach beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Fast-Food-Kette McDonald's eine Aktion entworfen, bei der sich Nutzer ein Menü anhand ihrer »Stimmung« vorschlagen lassen konnten. Der Dienst kann aber auch genutzt werden, um Mitarbeiter zu analysieren.

Ellen Cushing, die Autorin des Artikels, hat MorphCast etwa genutzt, um ein Meeting in Echtzeit bewerten zu lassen. Laut der KI war sie in dem Gespräch mit ihrem Boss »amüsiert, entschlossen und interessiert«, aber auch »gelegentlich ungeduldig«. Solche Bewertungen werden offenbar schon jetzt von vielen Firmen aktiv genutzt.

So soll es etwa in vielen Callcentern eine Einschätzung der Kundenfreundlichkeit der Mitarbeiter durch »Emotion AI« geben. Burger King hat schon getestet, Restaurantangestellten eine KI ins Headset zu bauen, die ihnen live Feedback zu Kundengesprächen gibt.

Als Nächstes dürften Bürojobs an der Reihe sein, die sich besonders gut eignen, weil so vieles digital abläuft. KI-Bewertungen der Mitarbeiterchats und von Meetings scheinen nur eine Frage der Zeit zu sein.

Die EU ist schon eingeschritten

Je nachdem, wie man KI gegenüber eingestellt ist, klingt das nach einer fantastischen Idee oder nach dem nächsten Tiefschlag für die Freiheit und Privatsphäre einzelner Menschen. In ihrem »Artificial Intelligence Act« hat die EU den Einsatz solcher Methoden tatsächlich verboten. Das in Florenz gegründete MorphCast war deshalb gezwungen, in die USA umzuziehen.


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Dennoch dürfte sich der Trend kaum aufhalten lassen. Bis 2030 könnte sich der weltweite »Emotion AI«-Markt laut dem Bericht auf neun Milliarden US-Dollar verdreifachen. Die möglichen Einsatzgebiete reichen dabei von der Überwachung von Mitarbeitern bis hin zum Einschätzen von Publikumsreaktionen. Gleichzeitig könnten so aber auch etwa mentale Probleme frühzeitig erkannt und behandelt werden.

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