Eure Smartwatch könnte eine Brutstätte für Bakterien sein - es sei denn ihr besitzt ein Band aus diesem Material

Forscher stellen fest, dass 95 Prozent aller Smartwatches und Fitnessbänder mit Bakterien kontaminiert sind - einige davon sind auch gefährlich.

Die Bänder von Smartwatches sind oft perfekte Brutstätten für Bakterien - vor allem im Sommer. (Bild: Apple) Die Bänder von Smartwatches sind oft perfekte Brutstätten für Bakterien - vor allem im Sommer. (Bild: Apple)

Wer eine Uhr trägt, kennt es vielleicht: Im Sommer schwitzt man verstärkt und das Armband fühlt sich schnell klebrig an und fängt an zu riechen. Die regelmäßige Reinigung ist nicht nur deswegen empfohlen: Forscher haben nun festgestellt, dass 95 Prozent aller Smartwatch- und Fitnessbänder mit Bakterien kontaminiert sind - einige davon sind sogar gefährlich. 

Auf einem Blick

  • 95 Prozent aller Smartwatch- und Fitnessbänder sind mit Bakterien kontaminiert
  • Gummi-, Silikon- und Plastikbänder sind besonders betroffen
  • Staphylokokken, Pseudomonaden und Enterobacteriaceae sind die häufigsten Krankheitserreger auf den Bändern
  • Metallbänder sind sicherer, da Metalle antibakterielle Eigenschaften haben
  • Lederarmbänder können ebenfalls Bakterienwachstum begünstigen

Gummi-, Silikon- und Plastikbänder sind besonders gefährdet 

Besonders gummi-, silikon- und plastikbasierte Bänder sind stark betroffen. Die Forscher vermuten, dass poröse Oberflächen, wie sie bei Gummi- und Plastikbändern gegeben sind, ein leichtes Brutgebiet für Krankheitserreger sind. Metallbänder, besonders welche mit Gold- und Silberanteilen, sind hingegen sicher. 

Gummi- und Silikonbänder sind besonders bakterienfreundlich. (Bild: Apple) Gummi- und Silikonbänder sind besonders bakterienfreundlich. (Bild: Apple)

Während ihres Tests fand das Team Staphylokokken, Pseudomonaden und Enterobacteriaceae als die häufigsten Krankheitserreger auf den Bändern. 

Staphylokokken: Diese Bakterien verursachen typischerweise Hautinfektionen, jedoch können sie auch zu Lungenentzündungen, Abszessen und Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) führen. 

Pseudomonaden: Diese sind eine Gruppe von Bakterien, die natürlicherweise in der Umwelt vorkommen. Einige Arten können jedoch gefährliche Infektionen wie Harnwegsinfektionen und andere Krankheiten bei Menschen verursachen.

Enterobacteriaceae: Enterobacteriaceae ist eine Familie von Bakterien, die natürlicherweise im Darm von Menschen und Tieren vorkommt. Einige Mitglieder dieser Familie können jedoch Krankheiten wie Magen-Darm-Infektionen und andere ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen.

Wie werden sie übertragen? Diese drei Bakterienarten können durch direkten Kontakt mit kontaminierten Oberflächen oder Gegenständen übertragen werden. Wenn man mit einem Band oder einer Oberfläche in Kontakt kommt, die mit diesen Bakterien belastet ist, besteht die Möglichkeit, dass sie auf die Haut oder Hände übertragen werden. 

Warum sind Metallbänder sicherer? Bakterien können auf Metallen weniger überleben, weil Metalle antibakterielle Eigenschaften haben. Metalle wie Silber und Gold können die Enzyme auf der Oberfläche der Bakterienmembran hemmen, was dazu führt, dass viele der Bakterien mit der Zeit absterben. Dies macht Metallbänder im Vergleich zu anderen Materialien weniger anfällig für die Ansammlung und Vermehrung von Bakterien.

Die Forscher halten Metallbänder für besonders sicher. (Bild: Apple) Die Forscher halten Metallbänder für besonders sicher. (Bild: Apple)

Was ist mit Lederarmbändern? Auch Lederarmbänder können für das Wachstum von Bakterien anfällig sein. Obwohl Leder weniger porös ist als einige andere Materialien wie Gummi oder Stoff, können sich dennoch Bakterien auf der Oberfläche ansiedeln. 

So reinigt ihr eure Bänder

Sommer begünstigt Bakterienwachstum: Vor allem im Sommer ist es besonders wichtig, die Bänder von Smartwatches und Fitnessbändern regelmäßig zu reinigen. Warme Temperaturen, Schweiß und Hautkontakt sind alles günstige Faktoren für verstärkte Ansammlung von Bakterien. 

Geruch ist eines der ersten Anzeichen für Bakterienwachstum. Spätestens dann, aber besser früher, sollte man die Bänder reinigen. 

Diese Mittel sind empfohlen: Besonders gut geeignet sind hautfreundliche Flächendesinfektionsmittel, 70-prozentiges Ethanol oder Apfelessig. Das Waschen mit Seife reicht leider nicht aus, um Bakterien und Keime effektiv zu entfernen. Damit werden nur Schmutz und Oberflächenverunreinigungen entfernt. 

Verdünnt den 70-prozentigen Ethanol oder das Apfelessig mit Wasser im Verhältnis 1:1. Anschließend könnt ihr mit einem weichen Tuch oder Wattepad eure Bänder abwischen und abschließend an der Luft trocknen lassen. 

Im Falle von Apfelessig empfehlen die Forscher auch, die Bänder für mindestens zwei Minuten in die Flüssigkeit zu tauchen, um die meisten Bakterien effektiv zu entfernen. Bei Lederarmbändern ist dies nicht empfohlen - da solltet ihr die Bänder am besten nur abwischen, da das Leder sonst austrocknen oder sich verfärben kann. 

Wusstet ihr, dass eine andere Studie festgestellt hat, dass unsere Smartphones oft 10-mal dreckiger sind als Toilettensitze? Dies liegt daran, dass man sie deutlich seltener reinigt, als eben Toiletten. Dasselbe gilt wohl auch für Smartwatches und Fitnessbänder. Reinigt ihr eure Handys und Smartwatches regelmäßig? Oder werdet ihr das in Zukunft öfter machen? Schaut ihr euch schon nach Metallarmbändern um? Schreibt es uns in die Kommentare! 

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