Facebook will mehr löschen - 500 neue Mitarbeiter, neues Löschzentrum

Facebook will in Essen ein neues Zentrum einrichten, in dem ab Herbst 500 neue Mitarbeiter illegale Inhalte der Nutzer entfernen sollen.

von Georg Wieselsberger,
10.08.2017 09:37 Uhr

Facebook startet zum 1. Oktober 2017 ein neues Löschzentrum in Essen.Facebook startet zum 1. Oktober 2017 ein neues Löschzentrum in Essen.

Das Verhalten von Facebook bei der Löschung von Beleidigungen und anderen strafbaren Inhalten wird nicht nur von vielen Nutzern, sondern auch von deutschen Politikern scharf kritisiert. Das mindestens ebenso umstrittene Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG), das zum 1. Oktober 2017 in Kraft tritt, soll dafür sorgen, dass Internet-Plattformen strafbare Beiträge bei eindeutigen Fällen innerhalb von 24 Stunden entfernen, ansonsten innerhalb einer Woche.

Den Unternehmen, die sich nicht an diese Fristen halten, drohen ab Anfang 2018 sehr hohe Bußgelder. Die Tatsache, dass nun die Unternehmen selbst beurteilen sollen, was noch legal und was schon strafbar ist, könnte laut Kritikern auch dazu führen, dass legale Inhalte entfernt werden.

500 neue Mitarbeiter in Essen

Facebook rüstet jedenfalls schon einmal sein Löschteam auf und hat angekündigt, dass in Essen ein neues Löschzentrum eingerichtet werden soll. Das neue Team, das vom Competence Call Center (CCC) betrieben werden soll, soll 500 Mitarbeiter erhalten und die bisher rund 700 Mitarbeiter bei Arvato in Berlin ergänzen.

Weltweit setzt Facebook 4.500 Mitarbeiter in diesem Bereich ein, will aber noch in diesem Jahr laut CEO Mark Zuckerberg weitere 3.000 Mitarbeiter einstellen. Bei einer Nutzerzahl von drei Milliarden und einer noch viel größeren Anzahl an Beiträgen pro Tag erscheinen aber selbst mehrere Tausend Mitarbeiter zur Prüfung von Posts kaum ausreichend zu sein.

Heiko Maas erwartet mehr Transparenz

Für Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) war das zweite Löschzentrum für Deutschland allerdings schon lange notwendig, damit die Entscheidungen von Facebook transparenter werden. Ob sich aber an der Verbreitung strafbarer Inhalte auf dem sozialen Netzwerk ab 1. Oktober 2017 wirklich etwas ändern wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: Spiegel


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