In Fallout überlebt eine Figur eine Atombombe, in dem sie etwas tut, womit Indiana Jones vor 17 Jahren sämtliche Zuschauer verärgert hat

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels erzürnte Indy seine Fans, als er sich in einem Kühlschrank vor einer Atombombe versteckte. Geht das?

Bereits in Staffel 1 hat man gesehen, dass der junge Maximus die Explosion von Shady Sands in einem Kühlschrank überlebt hat. (Bildquelle: Amazon Studios) Bereits in Staffel 1 hat man gesehen, dass der junge Maximus die Explosion von Shady Sands in einem Kühlschrank überlebt hat. (Bildquelle: Amazon Studios)

»Nuking the fridge« ist mittlerweile eine Redewendung aus dem Filmbereich. Sie beschreibt den Moment eines Films oder einer Serie, bei dem die Handlung so absurd und realitätsfern wird, dass man aus der Geschichte gerissen wird.

Diese Redewendung geht natürlich zurück auf den Film Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels. Darin überlebt Harrison Ford als Indy eine Atomexplosion, indem er sich in einem Kühlschrank versteckt. Seitdem übernahmen Kritikerinnen und Kritiker diese Analogie und erfanden eben jenen Spruch (via Wikipedia).

Fallout nuked seinen eigenen Fridge in Staffel 2. Darin überlebt Maximus, seines Zeichens Ritter der Stählernen Bruderschaft, die Atomexplosion von Shady Sands ebenfalls in einem Kühlschrank.

Doch geht das eigentlich? Könnte man reintheoretisch eine solche Explosion in einer Kühl-Gefrier-Kombi überleben?

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Atomexplosion im Kühlschrank überleben: Das sagt George Lucas

George Lucas zeichnet sich mitverantwortlich für das Drehbuch des vierten Indiana-Jones-Filmes. 2012 gab er der New York Times ein Interview, wo es darum ging, wann er seine Karriere an den Nagel hänge.

Im Zuge des Interviews kam auch der Kühlschrank zur Ansprache. George Lucas sagte:

Die Überlebenschancen in diesem Kühlschrank liegen – laut vielen Wissenschaftlern – bei etwa 50:50.

Leider hat Lucas diese Einschätzung als zu optimistisch angesetzt. Die Kühlschrankfrage beschäftigt das Internet nämlich seit Jahren.

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Atomexplosion im Kühlschrank überleben: Die tatsächlichen Chancen

Machen wir es kurz und schmerzlos: Weder Indy noch Maximus hätten eine Atomexplosion in einem Kühlschrank überleben können.

Ein Kühlschrank ist nicht dazu geeignet …

  • … sich vor der Explosion zu schützen.
  • … die Schockwelle der Explosion abzuhalten.
  • … den entstehenden Feuerball zu blocken.

Strahlung

Eine typische Kühlschrankwand besteht üblicherweise aus einem halben Millimeter Stahl. Das ist bei Weitem nicht genug, radioaktive Strahlung abzuwehren. Das würde sich im Übrigen auch nicht ändern, bestünde der Kühlschrank aus Blei.

Um Strahlung und Hitze abhalten zu können, braucht man einen sehr dichten Stoff und davon am besten so viel wie möglich, beispielsweise meterdicke Betonwände, Erde oder Wasser.

In nachstehendem Video bezeichnet ein Experte einen Kühlschrank als »Getränkedose mit Ambitionen«.

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Hitze

Auch die Hitze einer Atombombe würde ein Kühlschrank nicht standhalten. Das Center of Domestic Preparedness gibt an, dass eine Atomexplosion bei fast einem Kilometer Entfernung zum Zentrum immer noch rund 1.650 Grad Celsius misst. 

Die Hitze würde den Kühlschrank deformieren, aufbrechen und den Menschen im Innern zerquetschen – sollte einem nicht schon die Hitze allein das Fleisch von den Knochen äschern.

Schockwelle

Hier ist die gute Nachricht: Wenn man sich rund fünf Meilen (oder etwa acht Kilometer) von der Explosion entfernt befindet, sind die Überlebenschance gut – nur nicht in einem Kühlschrank.

Ein Kühlschrank wäre in diesem Fall sogar gefährlicher. Der würde nämlich durch die Luft geschleudert werden, was womöglich in einem Genickbruch oder einer Schädelfraktur endet.

Der Experte aus obigem Video empfiehlt: Befindet man sich rund acht Kilometer vom Epizentrum entfernt, reichen normale Hauswände aus, um der Schockwelle standzuhalten.

  • Nicht in der Nähe von Fenstern aufhalten (die Scheiben splittern).
  • Mindestens drei Tage in geschlossenen Räumen aufhalten aufgrund der radioaktiven Strahlung.

Die Webseite Overthinking It hat 2012 zusammengestellt, wie Indy in der Kühlschrankszene sterben würde. Das lässt sich auch auf Maximus aus Fallout anwenden. Anstatt zu überleben, wäre viel wahrscheinlicher, dass:

  • Die Schockwelle ihn zerquetscht.
  • Der Kühlschrank in die Luft geschleudert wird und er beim Aufprall stirbt.
  • Flüssiges Blei ihn bei lebendigem Leib verbrennt.
  • Extrem heiße Luft ihn röstet.
  • Maximus durch die extreme Umgebungsluft gebacken wird.
  • Er schlicht und ergreifend erstickt.
  • Maximus von der Strahlung getötet wird.

Merkt euch also: Ein Kühlschrank ist der denkbar schlechteste Ort, um sich vor einer Atombombe zu schützen.

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