Wer die erste Staffel von Fallout verfolgt hat, hat eine ganze Wagenladung an Schlafkammern in einer verlassenen Vault gesehen. Fallout 4 beginnt damit, dass man selbst aus einer Kälteschlafkammer erwacht. Und auch schon im ersten Alien überbrückten die Raumfahrerinnen und Raumfahrer weite Strecken im Kryoschlaf.
Doch ist das eigentlich möglich? Können wir – die Technologie vorausgesetzt – Menschen in einen Kälteschlaf schicken? Oder ist das nur Science Fiction?
Was ist Kälteschlaf eigentlich?
In Fallout (und anderen Filmen) versteht sich Kälteschlaf als eine Art Stase, die den Alterungsprozess stoppt sowie Krankheiten und schlussendlich auch den Tod verhindert.
Ein Artikel im Medical Futurist beschreibt Kryoschlaf als »eine Konservierungmethode, bei der der menschliche Körper auf -200 Grad heruntergekühlt und in einem Behälter mit flüssigem Stickstoff gelagert wird«.
Der Teufel steckt im Detail: Genau genommen ist es kein Schlaf, sondern eine Methode, einen verstorbenen menschlichen Körper, also eine Leiche, aufzubewahren.
Tomorrow.bio ist ein Unternehmen, das genau diesen Service anbietet: Den Körper einfrieren. Die Firma macht direkt klar: Mit dem aktuellen Wissenschaftsstand können wir niemanden in den Kälteschlaf schicken. Sie spricht von »Kryokonservierung«.
- Kryoschlaf: reversibler Schlaf ohne Tod (noch nicht real)
- Kryokonservierung: irreversible Konservierung nach dem Tod mit der Hoffnung auf eine zukünftige Wiederbelebung
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Der Milliardärsbunker ist die europäische TV-Antwort auf Fallout: Die Elite verschanzt sich unter der Erde, draußen tobt das Ende der Welt
Warum funktioniert Kälteschlaf nicht?
Die Antwort darauf ist auf physikalischer Ebene tatsächlich ziemlich einfach. Unsere Zellen sind mit Wasser gefüllt. Gefriert Wasser, dehnt es sich aus und kristallisiert – und das würde unserem Körper irreversiblen Schaden zufügen.
Es gibt Versuche, bei denen Blut aus dem Körper gepumpt und durch Antifrostschutzmittel ersetzt wurde (via Daily Mail). Auch Versuche mit Vitrifikation (Begriffsklärung auf DocCheck) wurden schon unternommen. Das kann – in der Theorie – Zellen für immer in Stase halten.
Das eigentliche Problem bleibt aber das Gehirn. Medical Futurist schreibt, dass selbst die neuesten Fortschritte der Medizin nicht ausreichen, um das Gehirn unbeschadet zu lagern.
- Unser extrem dichtes Hirngewebe kann nicht mit Frostschutzmitteln behandelt werden.
- Sobald ein Mensch verstirbt, werden einige Neuronen bis zu seiner Kryostase trotzdem abgestorben sein.
Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bleiben frohen Mutes. Sie glauben, dass die Menschheit dafür eine Lösung finden könnte (via The Guardian).
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Was brauchen wir, um Kälteschlaf möglich zu machen?
Zum einen natürlich eine Möglichkeit, das menschliche Gehirn aufzubewahren, ohne dass es Schaden nimmt. Weitere (teilweise sehr große) Hürden sind:
- Sichere Senkung des Stoffwechsels ohne Schäden
- Erhaltung der Unversehrtheit von Organen
- Verhinderung von Infektionen, Gerinnselbildung oder Zellzerfall
- Aufwachen der Person mit intakter kognitiver Funktion
Vielleicht können wir uns aus der Tierwelt etwas abschauen. Bären oder Arktische Ziesel halten monatelang Winterschlaf und fahren ihren Metabolismus dabei drastisch herunter.
Bis dahin haben wir prinzipiell nur die Möglichkeit, uns nach dem Tod auf gut Glück einfrieren zu lassen und zu hoffen, dass die Menschheit irgendwann eine Lösung findet.
Und ganz ehrlich: Wer will dann in einer Vault aufwachen?

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