»Virtuell vergewaltigt«: Collien Fernandes zeigt Ex-Mann Christian Ulmen an

Die Schauspielerin wirft ihrem Ex-Mann Identitätsdiebstahl, digitale und physische Gewalt vor. Ulmen soll unter ihrem Namen pornografische Inhalte verbreitet haben.

Fremde im Internet sollen im Internet vermeintlich mit Collien Fernandes gesprochen haben. Dabei handelte es sich allerdings um Fakes. (Bildquelle: ZDF) Fremde im Internet sollen im Internet vermeintlich mit Collien Fernandes gesprochen haben. Dabei handelte es sich allerdings um Fakes. (Bildquelle: ZDF)

Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen, und hat ihn angezeigt. Gegenstand der Anzeige sind unter anderem Deepfakes von Fernandes, die Ulmen für erotische Chats mit Fremden verwendet haben soll. Die Schauspielerin spricht von einer »virtuellen Vergewaltigung«. Zuerst hatte der Spiegel (Paywall) exklusiv darüber berichtet.

Dem Spiegel liegen unter Berufung auf Fernandes diverse Dokumente vor, die das bestätigen sollen; der Beschuldigte hat sich bis dato nicht offiziell zu Wort gemeldet und ließ Nachfragen vom Spiegel unbeantwortet.

Das ist passiert: Ulmen soll auf den sozialen Medien, unter anderem LinkedIn, Fake-Profile von Fernandes angelegt und sich als sie ausgegeben haben.

  • Über besagte Fake-Profile habe Ulmen sich zum Telefonsex mit Fremden verabredet. 
  • Darüber hinaus soll er Bilder und Videos mit pornografischen Inhalten versendet haben. Darin seien Frauen zu sehen gewesen, die Fernandes zum Verwechseln ähnlich sehen, um den Eindruck zu erwecken, es handele sich um Fernandes selbst.
  • Ulmen habe die Tat einen Monat danach ihr gegenüber gestanden. Zitiert wird er mit den Worten: »Ich war das, ich habe das getan«.

Aktuell liegt eine Strafanzeige in Spanien vor. Das Paar war vor drei Jahren samt gemeinsamer Tochter nach Palma de Mallorca ausgewandert. Gemäß dem Spiegel sei die Anzeige noch in einem frühen Stadium. Ulmen werden folgende Punkte vorgeworfen:

  • Anmaßung des Personenstands
  • Öffentliche Beleidigung
  • Offenlegung von Geheimnissen
  • Wiederholte Körperverletzung im familiären Näheverhältnis
  • Schwere Bedrohung

Fernandes hat Strafanzeige auch deshalb in Spanien erstattet, weil in Palma de Mallorca eine Abteilung existiert, die Gewalttaten gegen Frauen verfolgt.

Deepfakes kamen ebenfalls zum Einsatz

Fernandes setzt sich seit Jahren gegen Deepfakes ein, so Heise, um die juristische Verfolgung in Deutschland zu erleichtern. Wie der Spiegel selbst in seinem Report schreibt, kursieren seit Jahren hunderte gefälschte pornografische Aufnahmen der Schauspielerin im Internet.

Was sind Deepfakes?

Deepfakes sind künstlich erzeugte oder manipulierte Medieninhalte (meist Videos, Bilder oder Audio), bei denen das Gesicht, die Stimme oder Bewegungen einer Person täuschend echt durch eine andere ersetzt werden. Mithilfe von KI sind diese heute leichter zu erstellen denn je.

Zur Erstellung werden große Mengen an Bild- oder Tonmaterial einer Zielperson gesammelt und ein KI-Modell darauf trainiert, deren Aussehen oder Stimme nachzuahmen, bis das Ergebnis kaum noch von echten Aufnahmen zu unterscheiden ist.

Deepfakes sind seit Jahren ein Problem, tauchen mit Voranschreiten von KI und LLMs aber immer häufiger im Internet auf. Einige davon werden unter anderem in der Politik oder zur Meinungsmache verwendet, 90 Prozent seien aber Sexfilme, wie der Spiegel schreibt.

Sich als Person des öffentlichen Lebens davor zu schützen, ist fast unmöglich, wie ein Beispiel unserer Kollegin und YouTuberin Vera von Tech Like Vera zeigt.

Video starten 50:25 Stimme von KI-Firma geklaut! Leben wir schon in einer Dystopie?

Für Außenstehende sind Deepfakes kaum von der Realität zu unterscheiden. Selbst Guides helfen nur bedingt.

Der Spiegel will Einsicht in E-Mails von Ulmen an seinen Strafverteidiger gehabt haben. Darin habe er gestanden, falsche Profile seiner Frau erstellt und mit anderen »Männern gechattet, geflirtet, ›bis hin zum Sex-Talk‹« zu haben. Die Videos, die er verschickt haben soll, stammen wohl von freizugänglichen Seiten aus dem Internet.

Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.