Flimmern von LED-Lampen kann gesundheitliche Schäden hervorrufen

LED-Lampen flackern, was bei manchen Menschen gesundheitliche Schäden verursachen kann. Die EU will deshalb in einer neuen Verordnung entsprechende Grenzwerte bestimmen.

von Sara Petzold,
06.07.2019 07:27 Uhr

LED-Lampen flackern - mal mehr, mal weniger stark. (Bildquelle: Wikimedia)LED-Lampen flackern - mal mehr, mal weniger stark. (Bildquelle: Wikimedia)

Die LED hat die klassische Glühbirne hierzulande großflächig abgelöst. Doch was die einen als technischen Fortschritt begrüßen, hat für die anderen potenziell gesundheitliche Konsequenzen.

Denn LED-Lampen flimmern - und das kann bei manchen Menschen Probleme wie Kopfschmerzen, Orientierungslosigkeit und Schwindel verursachen.

Wechselspannung als Ursache

Wie Golem in einem ausführlichen Artikel darlegt, hängt die Ursache für das Flimmern von LEDs mit der 230-Volt-Wechselspannung zusammen, mit der wir die entsprechenden Leuchtmittel betreiben.

Die Wechselspannung arbeitet mit 50 Hertz, wodurch die Glühbirne hundert Mal pro Sekunde kurzzeitig auf eine Stromzufuhr verzichten muss. Dementsprechend flimmert die LED mit 100 Hertz, wenn keine Elektronik dem entgegen wirkt.

Das menschliche Gehirn nimmt dieses Flimmern normalerweise nicht bewusst wahr. Trotzdem bemerkt das Auge vor allem im periphären Sehen die Schwankungen der Helligkeit unterbewusst.

Entsprechend sensible Personen können deshalb anfällig für allgemeines Unwohlsein, Kopfschmerzen und dergleichen sein, wenn sie flimmerndem LED-Licht ausgesetzt sind.

Europäische Union plant erstmals Grenzwerte

Dabei gilt vereinfacht: Je minderwertiger die Qualität der LED-Lampe, desto heftiger fällt das Flimmern aus. Entsprechende Effekte treten besonders bei LED-Fadenlampen, aber auch bei traditionellen Glühbirnen (hier weniger stark, da die Glühfäden meist träger sind) mit messbaren Differenzen von bis zu 20 Prozent auf.

Der Grad des Flimmerns lässt sich dabei über die SVM-(Stroboscopic Visibility Measure-)Methode bestimmen. Ein SVM-Wert von 1 gibt an, dass ein durchschnittlicher Nutzer das Flackern einer Lampe mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent wahrnimmt.

Um die gesundheitlichen Folgen des LED-Flimmerns einzudämmen, will die EU eine neue EU-Ökodesign-Verordnung für Lichtquellen verabschieden, die im September 2021 in Kraft treten soll.

Diese Verordnung beinhaltet erstmals spezifische Vorgaben und Grenzwerte für das Flackern von Leuchtmitteln. In welchem Bereich diese Grenzwerte liegen sollen, steht aktuell noch nicht fest - die diskutierten SVM-Werte befinden sich im Bereich 0,4 bis 1,6.


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