Charles Poon, Fords Vizepräsident für Ingenieurwesen: »Wir haben fälschlicherweise angenommen, dass die bloße Einführung von KI uns ein Qualitätsprodukt bescheren würde.«

Ford hat mithilfe von KI die Qualitätssicherung verbessert. Die Technologie alleine hat aber nicht ausgereicht.

Ford hat zuletzt große Schritte bei der Qualität gemacht. (Bild: Ford) Ford hat zuletzt große Schritte bei der Qualität gemacht. (Bild: Ford)

Der US-amerikanische Autobauer Ford hat in den letzten Jahren einen großen Sprung bei der Qualitätssicherung gemacht. KI spielte dabei eine wichtige Rolle, aber nicht so, wie man sich das am Anfang vorgestellt hatte.

Ford springt von Platz 15 an die Spitze

Eine Studie der Analysefirma JD Power hat ergeben, dass Ford von allen Auto-Herstellern in den USA die Fahrzeuge produziert, die in den ersten 90 Tagen nach dem Kauf die wenigsten Probleme verursachen.

Dieser Zeitraum ist wichtig, da bei vielen Fahrzeugen Probleme entweder ganz am Anfang oder ganz am Ende der Lebenszeit auftreten. Spannend ist, dass Ford vor drei Jahren noch auf dem 15. Platz gelandet war. Einen größeren Sprung hat kein anderer Hersteller gemacht.

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Noch vor wenigen Jahren galt Ford in den USA als »Recall-King«. Diesem Image scheint man jetzt erfolgreich zu entwachsen. Die Trendwende wurde dabei unter anderem mit der Hilfe von KI geschafft.

So setzte Ford vor einigen Jahren auf eine nahezu vollständige Automatisierung seiner Produktionslinie. Künstliche Intelligenz sollte jedes einzelne Teil prüfen und Mängel erkennen, bevor das Fahrzeug das Werk verließ. Tatsächlich erkannte die KI aber so viele Probleme, dass Fahrzeuge vermehrt zurückgerufen werden mussten.

Die Automatisierung alleine schaffte noch keine Abhilfe. Eine echte Verbesserung stellte sich ironischerweise erst ein, als etwa 350 ehemalige Ingenieure wieder eingestellt wurden. Sie überwachen die KI und nutzen deren Erkenntnisse, um Fehler im Produktionsprozess an der Wurzel zu beheben. Mit Erfolg.

Charles Poon, der Vizepräsident für Hardwareentwicklung bei Ford, räumte daraufhin ein:

»Wir dachten fälschlicherweise, dass wir durch die einfache Einführung künstlicher Intelligenz und die Einbeziehung unserer Designanforderungen ein qualitativ hochwertiges Produkt erhalten würden.«


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Die Idee, KI würde alle Probleme schneller, hochwertiger und günstiger lösen, kann Unternehmen dazu veranlassen, Personal frühzeitig zu entlassen. In der Realität ist KI aber meistens nur ein sehr mächtiges Werkzeug, das aber auch in die »richtigen« Hände gelegt werden muss.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Ford trotzdem noch immer die Marke mit den meisten Rückrufen in den USA ist. Diese Zahl soll allerdings schon deutlich sinken und wenn die fehlerhaften Modelle mal vom Markt sind, verspricht sich die Führungsetage einen massiven Gewinnanstieg durch die neu gefundene Qualität.


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