Eine Gruppe von Forschern der University of California hat ein technisch spannendes, aber auch beunruhigendes Projekt vorgestellt. Mithilfe von KI ist es ihnen gelungen, eine handelsübliche Gaming-Maus in ein provisorisches Mikrofon zu verwandeln.
Eine Gaming-Maus wird zur Wanze
Natürlich war es auch schon vorher möglich, ein Mikrofon in einer Gaming-Maus zu verstecken. Mit Mic-E-Mouse zeigen die Forscher aber nun, dass es dafür unter Umständen gar nicht nötig ist, die Maus zu verändern. Viele Modelle sind schon ausreichend ausgestattet.
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Die »Schwachstelle« sind dabei die extrem sensiblen Sensoren vieler Modelle. Maus-Hersteller liefern sich seit Jahren ein immer weiter ausuferndes Wettrennen um immer höhere DPI-Zahlen und Abfrageraten, wobei die Unterschiede beim Spielen oft kaum noch wahrnehmbar sind.
Mäuse mit 20.000 DPI oder mehr sind dabei so sensibel, dass sie auch feinste Vibrationen wahrnehmen können. Etwa solche Vibrationen, wie sie in einer Tischplatte entstehen, wenn sie von Schallwellen getroffen wird.
Den Forschern ist es tatsächlich gelungen, diese extrem feinen Vibrationen auszulesen und mithilfe von KI in Ton umzuwandeln. Gesprochene Wörter konnten dabei mit einer Genauigkeit zwischen knapp 40 und 60 Prozent erkannt werden.
Modelle, die sich für diese Methode eignen, müssen dabei nicht unbedingt teuer sein. Auch günstige Gaming-Mäuse sind mittlerweile oft sehr hochwertig ausgestattet.
Das Besondere hierbei ist vor allem, dass die Maus in keiner Weise verändert werden muss. Es reicht, wenn das Gerät an einen komprimierten PC angeschlossen ist. Mit einem passenden Programm, etwa einem Videospiel, könnte die Maus dann tatsächlich als Mikrofon verwendet werden, wobei die gesammelten Daten erst im Nachgang decodiert werden.
Ohne die Hilfe von KI wäre ein solches Vorgehen kaum vorstellbar, was wieder einmal einen Hinweis darauf liefert, wie mächtig die Technologie in den falschen Händen werden könnte.
Nachdem die Forscher nun bewiesen haben, dass es theoretisch möglich wäre, eine Maus in eine Wanze zu verwandeln, liegt es nun an den Peripherie-Herstellern, Gegenmaßnahmen zu erfinden, um den praktischen Einsatz zu verhindern.
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