Narwal hat mit dem Freo Z10 ein neues, preisgünstigeres Modell veröffentlicht, das sich direkt hinter das Premium-Modell des Herstellers einreiht – dem Freo Z10 Ultra.
Der kleine Bruder verspricht eine starke Reinigungsleistung mit einer vollautomatischen Station inklusive Staubbeutel, Wischmopp-Reinigung sowie -Trocknung, verzichtet aber auf einige Highend-Features wie die Kamera sowie die KI-Hinderniserkennung. Außerdem reduzierte Narwal die Saugleistung geringfügig von 18.000 Pa auf 15.000 Pa.
Zu viele Kompromisse?
Ich habe zwei Wochen lang getestet, ob sich der Kauf des abgespeckten Modells für 899 Euro (UVP) lohnt und für wen der Z10 die perfekte Wahl ist.
Transparenzhinweis: Narwal hat mir den Freo Z10 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte kein Mitspracherecht beim Inhalt des Artikels. Es gab keine Verpflichtung zur Veröffentlichung eines Tests.
Das Test-Szenario: So habe ich getestet
Ich haben den Narwal Freo Z10 zwei Wochen lang in der unteren Etage meines Einfamilienhauses auf die Probe gestellt, um seine Alltags-Performance zu bewerten.
- Testumgebung: 38 qm Reinigungsfläche (von insgesamt 66 qm).
- Böden: Hauptsächlich Fliesen und PVC sowie niedrigflorige Teppiche.
- Besondere Herausforderungen: Haushalt mit einem 4-jährigen Kind (Krümel, Spielzeug) und einer Katze.
- Saugleistung: Für die Bewertung der Saugleistung habe ich jeweils einen Esslöffel Mehl, Haferflocken sowie Katzentrockenfutter verteilt. Darüber hinaus habe ich jeweils eine Handvoll Katzenhaare auf Fliesen und Teppich drapiert (neben den ohnehin herumliegenden Haaren).
- Wischleistung: Für die Bewertung der Wischleistung habe ich jeweils einen Esslöffel Milch, Saft und Kaffee verteilt und diese in einem zweiten Durchgang eintrocknen lassen.
Für die Einrichtung bis zur Kartierung stoppe ich die Zeit. In meiner Umgebung gibt es keine Türschwellen.
Lieferumfang & Aufbau: Die erste halbe Stunde
Im Karton findet sich alles, was man für den Start benötigt. Neben der Station und dem Roboter selbst sind das:
- 2 rotierende Wischmopps
- 2 Seitenbürsten
- 1 Flasche Reinigungsmittel
- (Ein Ersatz-Staubbeutel ist nicht im Lieferumfang und muss separat erworben werden.)
Dank der sehr verständlichen und bebilderten Anleitung ist der Aufbau ein Kinderspiel. Von der Öffnung des Kartons bis zur ersten Kartierungsfahrt vergingen in unserem Test nur 11 Minuten.
Die Verbindung mit dem WLAN und der Narwal-App klappte auf Anhieb reibungslos. Die erste Karte unserer 38 Quadratmeter war nach rund 8 Minuten präzise und vollständig erstellt.
Zwar erkannte der Roboter die Raumaufteilung nicht 100 Prozent perfekt, was aber daran lag, dass ich ihn nicht meine beiden Abstellkammern fuhren lies – den Flur zeichnete er somit auf der Karte größer, als er ist.
Das spielt im Alltag aber keine Rolle, zumal könnt ihr die Karte in der App jederzeit nachträglich anpassen (etwa Räume zusammenlegen oder teilen).
Hinter der Abdeckung findet ihr Staubbeutel und Reinigungsmittel. Unter der oberen Klappe finden die Wasserbehälter Platz.
Reinigungsleistung: Wie schlägt sich der Z10 im Alltag?
Saugleistung auf Hartböden & Teppich: Auf Hartböden zeigte der Z10 eine solide Leistung. Groben Schmutz wie Tierfutter und Haferflocken saugte er problemlos auf.
Schwieriger wird's im Härtetest, für den wir Mehl verteilt haben. Hier musste musste er mehrmals fahren und schaffte es selbst auf höchster Saugstufe nicht, das Mehl rückstandslos aus den Fliesenfugen zu entfernen. Das schaffen jedoch selbst Premiumsaugroboter kaum.
Auf unserem niedrigflorigen Teppich überzeugte er hingegen auf ganzer Linie und verleibte sich sowohl Krümel als auch Tierhaare ein.
Ein kleiner Kritikpunkt: Die höchste Saugstufe Turbo
lässt sich nicht manuell für eine komplette Raumreinigung auswählen. Sie wird vom Roboter nur automatisch bei starker Verschmutzung oder für kleine, manuelle Zonenreinigungen aktiviert.
Kantenreinigung und Eckenreinigung: Die Kantenreinigung entlang von Fußleisten ist sehr gut, in Ecken bleibt aber oft ein kleiner Rest Schmutz liegen – der Z10 kann seine Seitenbürsten nicht ausfahren. Ganz Im Gegensatz zum Wischmopp, dazu gleich mehr.
Eine Stärke ist der Umgang mit Tierhaaren: Die Katzenhaare wurden von allen Oberflächen exzellent entfernt. Dabei wickelten sich kaum Haare um die gummierte Hauptbürste, was die Wartung enorm erleichtert.
Wischleistung: Der Z10 wischt mit zwei rotierenden Mopps, die mit Druck über den Boden bewegt werden. Teppiche erkennt er zuverlässig und hebt seine Mopps automatisch an, sodass diese trocken bleiben – zumindest bei niedrigeren Teppichen bis 1,2 Zentimetern Höhe.
Die Mopps werden in der Station mit bis zu 75 Grad warmem Wasser gewaschen und heißtluftgetrocknet, was der Hygiene zugute kommt.
- Frische Flecken wie verschütteter Kaffee oder Milch waren im Test absolut kein Problem und wurden mühelos entfernt. Diese werden jedoch in einem Rutsch weggewischt – Premiummodelle wie der Z10 Ultra sparen solche starken Verunreinigungen aus, um sie gesondert zu reinigen, um den Wischmopp nicht direkt zu verunreinigen.
- Eingetrocknete Flecken waren allerdings nach der Standardreinigung noch leicht sichtbar und werden selbst im intelligenten Freomodus nicht erkannt. Im stärksten Wischmodus überzeugte die Wischleistung jedoch.
- Schlieren: Auf unseren Fliesen und dem PVC hinterließ der Roboter keinerlei störende Schlieren.
- Kanten- und Eckenreinigung: Beim Wischen überzeugt der Z10 hier mehr als beim Saugen, da sein rechter Wischmopp ausfahrbar ist. Dadurch erwischt er auch entlegenere Stellen.
Navigation & Hinderniserkennung
Der Z10 navigiert präzise via LiDAR-Sensor und fährt die Räume in sehr systematischen Bahnen ab. Manchmal fuhr er im Test eine Stelle ohne zu saugen, korrigierte dies aber, indem er die Bahn später erneut und dann mit Saugfunktion abfuhr.
Größere Hindernisse wie Möbel oder Personen umfährt er sicher, touchiert sie aber ab und zu sanft. Dies lässt sich nicht in den Einstellungen anpassen.
Da er im Gegensatz zum teureren Freo Z10 Ultra keine Kamera besitzt, ist seine Fähigkeit, mit kleinen Hindernissen umzugehen, eingeschränkt:
- Spielzeug: Kleine Matchbox-Autos wurden zu etwa 80 Prozent erkannt. Manchmal wurden sie aber auch seitlich angestoßen und mitgeschleift.
- Schuhe: Wurden im Test zu 100 Prozent sicher erkannt und umfahren.
- Stromkabel: Hier ist Vorsicht geboten. In der Hälfte der Fälle verhedderte sich der Roboter in einem auf dem Boden liegenden Kabel.
- Komplexe Bereiche: Unter Stühlen und um Tischbeine navigierte er sich geschickt hindurch, fuhr sich jedoch auch teilweise fest.
Insgesamt ist die Navigation und Hinderniserkennung als solide zu bewerten, hinkt aber klar den Highend-Modellen hinterher. Bei komplexen Wohnungen durchaus ein Punkt, den ihr beachten solltet. Prinzipiell ist es aber ohnehin nicht empfehlenswert, einen Saugroboter durch ein unaufgeräumtes Zimmer zu schicken und Kabel sicher zu verstauen.
App & smarte Funktionen
Die Narwal-App ist eine der besten auf dem Markt: Sie ist extrem übersichtlich, intuitiv und reagiert blitzschnell. Alle wichtigen Funktionen sind sofort zur Hand:
- Speicherung von bis zu 4 Karten (Etagen)
- Einfaches Teilen, Zusammenfügen und Benennen von Räumen
- Anlegen von No-Go-Zonen
- Detaillierte Zeitpläne und flexible Reinigungsroutinen
- Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant ist ebenfalls möglich
Hinweis zum Datenschutz: Zur Nutzung der App ist ein Konto erforderlich. Laut Datenschutzerklärung werden Nutzungs- und Kartendaten gesammelt. Da der Roboter keine Kamera besitzt, werden keine Aufnahmen erstellt oder gespeichert.
Wartung
Die Wartung des Narwal Freo Z10 ist vorbildlich einfach. Die vollautomatische Station wäscht und trocknet die Wischmopps und befeuchtet die Wischmopps. Alle Bauteile der Station, wie die Wassertanks oder die Waschschale, sind sehr leicht zu entnehmen und zu reinigen. Auch die Bürstenreinigung am Roboter selbst ist dank der haarabweisenden Gummibürste selten nötig.
Die ca. 4,5 Liter großen Wassertanks müssen je nach individuellen Gegebenheiten alle paar Tage oder sogar Wochen gefüllt werden; der integrierte Staubbeutel hält dank Staubkompression dagegen locker mehrere Monate, muss dann jedoch entsorgt und nachgekauft werden.
Freo Z10 vs. Freo Z10 Ultra: Die entscheidenden Unterschiede
Der Freo Z10 positioniert sich als das günstigere Schwestermodell des Flaggschiffs Narwal Freo Z10 Ultra. Doch wo genau liegen die Abstriche und für wen lohnt sich welches Modell?
Die Hauptunterschiede liegen in der Navigation und dem Bedienkomfort der Station:
- Hinderniserkennung: Das ist der größte Unterschied. Während der Freo Z10 Ultra eine Kombination aus LiDAR und einer fortschrittlichen Kamera mit Kreuzlinien-Laser zur Erkennung kleiner Objekte wie Kabel oder Spielzeug nutzt, verlässt sich der Freo Z10 allein auf seinen LiDAR-Sensor. Außerdem fehlt ihm die KI-Hinderniserkennung, weswegen er kleine, flache Hindernisse wie Socken, Kabel oder Spielzeug sowie Haustiere weniger zuverlässig erkennt. Auf eine Kameraüberwachung oder Fotofunktion müsst ihr demnach verzichten.
- Haustiere: Beim Z10 Ultra könnt ihr in der App Haustierzonen markieren, in denen der Roboter automatisch die Reinigung anpasst oder stoppt, wenn ein Tier erkannt wird – beim Z10 nicht.
- Bedienung der Station: Die Station des Z10 Ultra verfügt über ein modernes Touchscreen-Display zur Steuerung. Der Z10 setzt hier auf eine einfachere Lösung mit drei physischen Tasten an der Oberseite, um die wichtigsten Funktionen zu starten. Die volle Kontrolle gibt es bei beiden Modellen über die App.
- Wasseraufbereitung: Der Z10 Ultra bietet eine elektrolytische Wasseraufbereitung, die das Leitungswasser desinfizieren soll. Dieses Feature fehlt dem Z10.
- Saugleistung: Der Z10 bietet 15.000 Pa und somit etwas weniger als der Z10 Ultra (18.000 Pa), was sich im Alltag aber kaum bemerkbar macht.
Davon abgesehen bietet der Z10 beinahe dieselben Features wie das Topmodell, darunter einen ausfahrbaren Wischmop sowie eine vollautomatische Station inklusive Heißlufttrocknung.
Wer auf die bestmögliche Hinderniserkennung verzichten kann und keine Steuerung per Display an der Station benötigt, findet im Freo Z10 eine starke und preiswertere Alternative.
Fazit: Für wen lohnt sich der Narwal Freo Z10?
Der Narwal Freo Z10 ist ein exzellenter Saug-Wisch-Roboter für alle, die eine hervorragende Reinigungsleistung und eine wartungsarme All-in-One-Station zu einem fairen Preis suchen.
Er glänzt besonders auf Hartböden und ist auch für Haushalte mit Tieren geeignet. Mit Haaren kommt er gut zurecht, obschon er nicht so viele Haustier-Features wie andere Modelle bietet, darunter etwa eine automatische Erkennung von Tieren inklusive Tierkot.
Abstriche muss man bei der Hinderniserkennung machen: Wer viele kleine Gegenstände oder Kabel auf dem Boden liegen hat, sollte entweder zu einem Modell mit Kamera greifen oder vor dem Saugvorgang aufräumen.
Der Narwal Freo Z10 lohnt sich für euch, wenn...
- ...ihr einen Haushalt mit Tieren und primär Hartböden oder niedrigflorigen Teppichen habt.
- ...ihr Wert auf eine erstklassige, selbstreinigende Wischfunktion legt.
- ...ihr eine intuitive, schnelle und funktionsreiche App zu schätzen wisst.
Schaut lieber nach einer Alternative, wenn...
- ...in eurem Haushalt oft Kabel oder kleines Spielzeug auf dem Boden liegt.
- ...ihr eine absolut perfekte Kanten- und Eckenreinigung erwartet.
- ...ihr die Saugstärke gerne jederzeit manuell auf die höchste Stufe stellen möchtet.
Alternativen zum Narwal Freo Z10
- Direkte Konkurrenz: Der Roborock Q Revo bietet ebenfalls eine Station mit rotierenden, anhebbaren Wischmopps und Heißlufttrocknung. Sein Vorteil: Er besitzt eine reaktive Hinderniserkennung, die mit Kabeln und kleinen Objekten besser klarkommt.
- Dreame L20 Ultra: Wenn ihr viele hochfloorige Teppiche habt und daher von den ablegbaren Wischmopps profitiert.
Schaut unbedingt auch in unsere Kaufberatung der besten Saugroboter 2025.
Sind es also zu viele Kompromisse, die der Z10 im Vergleich zum Z10 Ultra eingeht? Auf keinen Fall. Die geringere Saugleistung merke ich im Alltag kaum. Die fehlende KI-Hinderniserkennung ist der einzige größere Nachteil im Vergleich zu noch teureren Modellen, führt aber nicht zu gravierenden Problemen im Alltag – zumal die klassische 3D-LiDAR-Navigation für die meisten Haushalte ausreichend präzise arbeitet.
Davon abgesehen bekommt ihr jedoch alles, was ihr für eine gute Reinigung braucht – inklusive ausfahrbarem Wischmopp und automatischer Putzmitteldosierung.





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