Weihnachtsgeschenke online bestellen ist ein alter Hut – aber nicht, wenn sie aus Japan sind: Meine Erfahrungen mit FromJapan

Weihnachtsgeschenke aus Japan? Mit Dienstleistern wie FromJapan kein Problem – doch am Ende wird es mitunter teuer. Meine Erfahrung mit der Import-Plattform.

Direkt aus Japan bestellen? Das geht einfach, ist jedoch mit möglichen Fallstricken verbunden. Ich erzähle euch von meiner Erfahrung mit FromJapan. (Bildquelle: GameStar Tech EnelEva Ibad Ullah von Adobe Stock) Direkt aus Japan bestellen? Das geht einfach, ist jedoch mit möglichen Fallstricken verbunden. Ich erzähle euch von meiner Erfahrung mit FromJapan. (Bildquelle: GameStar Tech / EnelEva / Ibad Ullah von Adobe Stock)

Die Weihnachtszeit naht und damit auch wieder die Frage: Was schenke ich meinen Liebsten in diesem Jahr? Vielleicht habe ich da etwas Interessantes für euch gefunden.

Ich habe zwar kein Geschenk für eine andere Person gekauft, sondern für mich – aber seien wir nicht so kleinlich. Mein diesjähriges Weihnachtsgeschenk an mich selbst ist eine Sharp-Boombox von 2005. Ich bin kürzlich auf ein Modell gestoßen, das hierzulande nie in den Handel kam und das ich aus Japan bestellen musste.

Dies führte mich zu einer Plattform, die ich seit Jahren kenne, aber noch nie genutzt habe: FromJapan. Der E-Commerce-Dienst ermöglicht es, direkt von japanischen Online-Shops und Auktionsseiten zu bestellen.

Interessant ist so eine Plattform nicht nur für Retro-Fans. Die Auswahl ist riesig, ob Videospiele, limitierte Nintendo-Konsolen, seltene Pokémon-Figuren oder andere Japan-Exklusivitäten. Ich habe FromJapan ausprobiert und möchte meine Erfahrung mit euch teilen.


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So funktioniert FromJapan

Ob nun FromJapan, Zenmarket oder ein anderer Import-Dienstleister – das Prinzip ist das gleiche: Die Plattform sammelt auf ihrer Webseite bekannte japanische Shops und Auktionshäuser wie MercariJP, JDirectItems, Rakuten oder Amazon.

Man kann hier beispielsweise nach Kategorien wie Sammelkarten, Mode oder Konsolen stöbern oder direkt nach einem gewünschten Produkt suchen.

Hat man das passende gefunden, kauft man es oder bietet bei einer Auktion mit. Am Ende wird das Produkt bezahlt und der Verkäufer schickt es an das Lager von FromJapan.

Hier wird das Paket neu verpackt und nach Deutschland geschickt. Dafür fällt dann eine zweite Zahlung an, die neben den reinen Versandkosten auch noch eine Bearbeitungsgebühr für den Service enthält.

Zusätzliche Kosten nicht unterschätzen

Man sollte beim Kauf über FromJapan nicht die Gesamtkosten unterschätzen, auch wenn es viele Produkte auf den ersten Blick richtig günstig gibt.

Hier das Beispiel meiner Sharp Boombox:

1. Zahlung

  • Reine Auktionskosten für das Produkt: 45,36 Euro

2. Zahlung

  • Versand innerhalb Japans: 1.400 Yen
  • Bearbeitungsgebühr: 500 Yen
  • Internationaler Versand: 15.742 Yen
  • Gesamt: 17.642 Yen (etwa 103,74 Euro)

Zum Vergleich: Während die Boombox selbst nur rund 45 Euro kostete, summierten sich Versand und Bearbeitungsgebühr schnell auf knapp über 100 Euro.

Vielleicht stellt ihr euch die Frage, warum der Versand so teuer war? Größe und Gewicht. Die Boombox wiegt knapp sieben Kilogramm und der Umkarton war sehr groß. Kleinere Gegenstände kosten entsprechend weniger.

FromJapan bietet auf der Website einen Gebührenrechner an. Wenn man Maße und Gewicht ungefähr kennt, kann man schon im Vorfeld ermitteln, wie teuer die erste und zweite Zahlung werden. So spart man sich böse Überraschungen – idealerweise.

3. Zusätzliche Kosten

Mit dem Versand war es in meinem Fall aber noch nicht getan. Da die Boombox für das japanische Stromnetz (100 Volt) gebaut wurde, musste ich mir noch einen Spannungswandler kaufen. Hinzukamen außerdem Einfuhrabgaben in Höhe von 19 Prozent auf die Gesamtkosten.

Da ich im Rahmen meiner Boombox-Recherche schon in etwa von den Kosten wusste, war das für mich in Ordnung. Ich gebe aber zu bedenken, den Posten nicht zu unterschätzen.

Der Ablauf war unproblematisch

Die Bestellung habe ich am 30. Oktober über FromJapan bei »JDirectItems Auction« von einem privaten Verkäufer aufgegeben, dann erfolgte die erste Zahlung via PayPal. Bis FromJapan die Ware erhielt, dauerte es ein paar Tage. Danach wurde die zweite Zahlung fällig.

Im Anschluss wurde das Paket am 4. November versandt – ich konnte zwischen mehreren Transportdienstleistern wählen. Ich entschied mich für FedEx und erhielt die Boombox dann am 7. November.

Die Einfuhrabgaben wurden über FedEx erhoben und ich habe sie beim Versanddienstleister direkt online begleichen können.

Das Gerät selbst wurde von FromJapan sicher verpackt. Die Boombox kam unbeschädigt an, obwohl es keine Originalverpackung gab. Fernbedienung und Stromkabel waren noch einmal separat eingepackt, sodass auch hier kein Schaden entstehen konnte.

Insgesamt hat es nur knapp über eine Woche von der Bestellung in Japan bis zur Haustür in Deutschland gedauert. Das hat mich wirklich beeindruckt.

Die Website ist überfordernd

Die Webseite von FromJapan ist für Neulinge herausfordernd – diverse Schaltlfächen und Menüs sind nicht immer auf Anhieb verständlich. (Bildquelle: FromJapan Screenshot: GameStar Tech) Die Webseite von FromJapan ist für Neulinge herausfordernd – diverse Schaltlfächen und Menüs sind nicht immer auf Anhieb verständlich. (Bildquelle: FromJapan / Screenshot: GameStar Tech)

FromJapan ist nicht gerade anfängerfreundlich. Die Seite ist nicht in deutscher Sprache aufrufbar und wirkt auf den ersten Blick etwas erdrückend. Diverse Menüs, Kategorien, Filter – da verliert man schnell die Orientierung.

Selbst nach der Bestellung war es teilweise schwierig, jeden Schritt nachzuvollziehen und im eigenen Konto zu finden. Ich war froh, dass mir FromJapan separate E-Mails mit allen relevanten Informationen schickte. 

Der Hilfebereich der Plattform ist allerdings gut strukturiert und beantwortet viele häufige Fragen.

Dennoch muss ich zugeben: Selbst nach meiner ersten Bestellung finde ich mich auf der Webseite eher schlecht als gut zurecht.

Wichtig

Meistens bietet die Webseite für Produktbeschreibungen eine Übersetzungsfunktion via Google Übersetzer an. Allerdings nicht immer – hier müsst ihr dann den Umweg über die Übersetzungsfunktion eures Browsers gehen.

Und: Nicht immer sind die Übersetzungen auch verständlich. Hier bietet es sich an, die Beschreibung im Zweifel nochmal in einem anderen Übersetzer zu prüfen oder aber in eine andere Sprache wie Englisch übersetzen zu lassen.

Für wen lohnt sich FromJapan?

Die große Frage: Solltet ihr FromJapan nutzen? Meine Antwort fällt differenziert aus.

Beispielsweise für Videospiel-Liebhaber, Retro-HiFi-Fans, Pokémon-Sammler und Anime-Fans kann ich die Plattform durchaus empfehlen. Es gibt viele Dinge, die es hier nicht gibt – oder wenn doch, dann mitunter zu deutlich höheren Preisen. 

Von Figuren über Sammelkarten und Mode bis hin zu Videospielkonsolen – die Auswahl ist riesig. (Bildquelle: FromJapan Screenshot: GameStar Tech) Von Figuren über Sammelkarten und Mode bis hin zu Videospielkonsolen – die Auswahl ist riesig. (Bildquelle: FromJapan / Screenshot: GameStar Tech)

Viele japanische Anbieter versenden nicht international, weshalb FromJapan ein Umweg ist, der sich lohnt. Auch als Weihnachtsgeschenk-Finder kann FromJapan interessant sein. Nintendo-Konsolen, limitierte Editionen, seltene Figuren – die Auswahl ist riesig.

Aber: Man sollte sich bewusst sein, dass es am Ende nicht beim Kaufpreis des Artikels bleibt. Versand und Zoll machen je nach Produkt dann noch einmal einen großen Teil aus. Von daher lohnt sich der Kauf eigentlich nur für Produkte, die es hier nicht gibt.

Mein Fazit nach der ersten Erfahrung

Die Sharp-Boombox aus Japan läuft jetzt in meiner Küche und macht sich dort wirklich gut. Zwar war die Gesamtrechnung deutlich höher als nur der Auktionspreis – aber für ein Gerät, das es hierzulande nie gab, und das alles kann, was ich mir gewünscht habe, war es mir das wert.

Die Plattform funktioniert und die Versandabwicklung lief in meinem Fall schnell und zuverlässig ab. Das war für mich das Wichtigste.

Wer also spezielle Produkte aus Japan haben möchte, die es hier nicht gibt, kann FromJapan getrost ausprobieren. Am besten macht ihr euch aber zunächst mit der Webseite vertraut, denn nicht alles ist selbsterklärend.

Mein Weihnachtstipp: Solltet ihr nach einem Weihnachtsgeschenk suchen, dann kauft am besten nicht auf den letzten Drücker. Der internationale Versand kann sich immer mal verzögern und auch der Versand vom Verkäufer zu FromJapan, Buyee oder einem anderen Anbieter ist ein Zeitfaktor, den ihr nicht beeinflussen könnt. Also lieber zu früh als zu spät bestellen.

Habt ihr Erfahrungen mit japanischen Import-Plattformen gemacht? Was habt ihr schon über FromJapan, ZenMarket oder Buyee bestellt? Schreibt mir eure Erfahrungen gerne in die Kommentare.

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