Seit dem Treiberupdate Adrenalin 26.6.2 läuft AMDs KI-gestützte Upscaling-Technologie FSR 4.1 offiziell auch auf RDNA3-Grafikkarten der RX-7000-Serie.
Wer eine entsprechende GPU besitzt, muss lediglich den Treiber aktualisieren – der sogenannte »Driver Override«, der bestehende FSR-3.1-Spieleintegrationen automatisch auf FSR 4.1 umleitet, ist standardmäßig aktiviert. Der YouTube-Kanal Hardware Unboxed hat das Update in einem ausführlichen Test unter die Lupe genommen und kommt zu einem eindeutigen, aber nicht uneingeschränkt positiven Fazit.
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Ein ungewöhnlicher Weg zur offiziellen Freigabe
Die Vorgeschichte des Updates ist ungewöhnlich – und die technischen Details dahinter haben auch etwas mit den Ergebnissen zu tun, die Hardware Unboxed feststellt.
- So hatte AMD FSR 4 Anfang 2025 exklusiv für die neue RDNA4-Architektur vorgestellt und dabei erklärt, die Technologie basiere auf FP8-Berechnungen (Gleitkommaformat mit 8 Bit) – ein Format, das ältere RDNA3-Karten nicht unterstützen. Damit schien FSR 4 für RX-7000-Besitzer zunächst ausgeschlossen.
- Im August 2025 veröffentlichte AMD jedoch versehentlich den vollständigen Quellcode von FSR 4 – und darin fand sich eine Version, die auf INT8-Berechnungen (Ganzzahlformat mit 8 Bit) setzt, welches auch RDNA3- und RDNA2-Hardware beherrscht.
- Erst vor wenigen Wochen kündigte AMD dann eine offizielle Version von FSR 4.1 für ältere Radeon-GPUs an, die für Juli angekündigt wurde – die dann ohne Vorwarnung plötzlich am 22. Juni 2026 freigeschaltet wurde.
»Die größte Software-Verbesserung, die AMD je nachgeliefert hat«
Beim Bildqualitätsvergleich fällt das Urteil von Hardware Unboxed eindeutig aus. FSR 3.1 gilt demnach insbesondere bei 1440p-Auflösung als kaum konkurrenzfähig zu modernen KI-Upscaling-Lösungen – in manchen Szenen sei die Ausgabequalität praktisch unbrauchbar.
- FSR 4.1 INT8 verbessere gegenüber FSR 3.1 praktisch jeden getesteten Aspekt: schärfere Bilddarstellung ohne zusätzliche Nachbearbeitung, deutlich reduziertes Kantenflimmern sowie spürbar bessere Ergebnisse bei Vegetation und Wasseroberflächen sind nur ein Teil der zahlreichen Verbesserungen, die das Update liefert.
- In vielen Testszenen liefere FSR 4.1 im Performance-Modus – bei niedrigerer interner Renderauflösung – ein saubereres und schärferes Bild als FSR 3.1 im Quality-Modus. Bei 1440p falle der Unterschied laut Hardware Unboxed sogar noch deutlicher aus als bei 4K.
RDNA3 gegen RDNA4: Kaum ein Unterschied in der Bildqualität
Ob AMD die INT8-Version für RDNA3 gegenüber der FP8-Version auf RDNA4 in der Qualität beschnitten hat, war eine zentrale Frage des Tests.
Über 21 Vergleichsszenen in neun Spielen hinweg fand Hardware Unboxed die beiden Versionen im 4K-Performance-Modus praktisch identisch – anders als etwa bei Intels XeSS, wo für Nicht-Intel-Grafikkarten ein bewusst vereinfachtes Modell zum Einsatz kommt.
Kleinere Abweichungen zeigten sich lediglich in Einzelfällen bei niedrigeren Renderauflösungen, etwa bei sich bewegenden Seilen in einer Bootsszene in Mafia: The Old Country oder Drahtseilen in einer Zwischensequenz von The Last of Us – insgesamt seien das aber geringfügige Unterschiede, die in normalem Spielsitzungen kaum auffallen dürften.
Der Preis für die bessere Bildqualität
Der Haken liegt in der Leistung. FSR 4.1 INT8 auf RDNA3 fällt in den Benchmarks von Hardware Unboxed durchgehend hinter FSR 3.1 auf derselben Hardware zurück.
- In Cyberpunk 2077 mit Raytracing-Ultra-Preset bei 4K erzielte FSR 4.1 im Quality-Modus auf der Radeon RX 7900 XTX einen Leistungszuwachs von 82 Prozent gegenüber nativer Darstellung, FSR 3.1 kam auf 92 Prozent.
- Im Performance-Modus lag FSR 4.1 bei 168 Prozent Mehrleistung, FSR 3.1 bei 200 Prozent.
- Auf der RX 9070 XT (RDNA4, FP8-Version) fiel der Zuwachs von Quality- auf Performance-Modus mit 86 respektive 176 Prozent deutlich höher aus.
Link zum YouTube-Inhalt
Den ungünstigsten Fall lieferte Horizon Zero Dawn Remastered: Hier profitiere das Spiel grundsätzlich weniger stark von Upscaling. Der Quality-Modus von FSR 4.1 brachte auf der RX 7900 XTX nur 9 Prozent Mehrleistung gegenüber nativer Darstellung, FSR 3.1 dagegen 29 Prozent. Selbst der Performance-Modus von FSR 4.1 lief hier langsamer als FSR 3.1 im Quality-Modus.
Trotzdem sei laut Hardware Unboxed selbst in diesem Worst-Case-Szenario die Nutzung von FSR 4.1 gegenüber FSR 3.1 vorzuziehen, da sich die Bildfehler von FSR 3.1 kaum kompensieren ließen.
FSR 4 auf älteren Radeon-GPUs: RX 6000 steht als Nächstes an
Für RDNA2-Grafikkarten der RX-6000-Serie kündigte AMD eine INT8-Version von FSR 4.1 bereits an – laut den Entwickler soll diese jedoch erst 2027 erscheinen, da die betroffene Hardware über keine dedizierten KI-Beschleuniger verfügt und die technische Umsetzung dadurch als deutlich anspruchsvoller gilt.
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