Jeder fünfte Neuwagen ist inzwischen ein E-Auto, trotzdem ist ein Hersteller klarer Verlierer

Der Markt für E-Autos in Europa wächst - nur Tesla legt weiter den Rückwärtsgang ein.

In Europa wächst der Markt der Stromer. Während Tesla deutlich schwächelt, legt ein anderer Hersteller um 165 Prozent zu. In Europa wächst der Markt der Stromer. Während Tesla deutlich schwächelt, legt ein anderer Hersteller um 165 Prozent zu.

In Europa wurden im Januar 2026 schon 189.062 Elektroautos neu zugelassen. Das ist ein Plus von 13,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch Deutschland folgt dabei dem Trend. Hierzulande wurden im Januar dieses Jahres 42.682 E-Autos neu zugelassen. Das waren 23,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit sind 22 Prozent aller neuen PKW-Zulassungen in Deutschland reine Elektroautos.

Tesla jedoch fällt bei den Zulassungszahlen weiter deutlich zurück. Der Hersteller kam nach Zahlen der ACEA nur noch auf 8.075 Neuregistrierungen: ein Minus von rund 17 Prozent im Vergleich zum Januar 2025 mit 9.733 neu registrierten Fahrzeugen.

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Der E-Auto-Markt schwächelt nicht

Allein in der EU erreichten batterieelektrische Autos im Januar bereits einen Marktanteil von 19,3 Prozent. Rechnet man das Vereinigte Königreich sowie die EFTA-Länder Island, Norwegen und die Schweiz hinzu, steigt der Anteil in Europa insgesamt auf knapp 20 Prozent – damit ist inzwischen fast jeder fünfte neue PKW ein reines Elektroauto.

Noch deutlicher wird die Verschiebung im Markt, wenn man Hybridfahrzeuge hinzunimmt: Die machen inzwischen fast die Hälfte aller Neuzulassungen aus. Verbrenner mit Benzin und Diesel kommen zusammen nur noch auf weniger als ein Drittel des Marktes.

Tesla fällt in diesem Umfeld besonders auf. Der Rückgang der Neuregistrierungen ist kein Zeichen einer schwächeren Nachfrage an Elektroautos, sondern vor allem ein Problem des Herstellers selbst. Woran das genau liegt, klärt die ACEA-Statistik nicht. Wie Reuters berichtet, wird neben wachsender Konkurrenz in der Debatte aber auch Elon Musks Wirkung auf die Marke diskutiert.

Disclaimer: Elon Musk ist als CEO und Gesicht von Tesla direkt mit der Marke verbunden. Er führte das Unternehmen zum Pionier der Elektromobilität. Gleichzeitig wird seine Person zunehmend eine Belastung für das Image des Unternehmens. Möglicherweise geraten die Marktanteile von Tesla auch deshalb in Europa ins Wanken, weil die Identifikation der Käufer mit Musks Führungsstil schwindet.

Seine Präsenz auf der Plattform X (ehemals Twitter) sorgt regelmäßig für Aufsehen. Musk sieht sich immer wieder Vorwürfen ausgesetzt, rechtsextremen Inhalten Raum zu geben oder diese selbst zu fördern. Den Gipfel seiner Kontroversen erreichte Musk, als er bei der Amtseinführung von Donald Trump seinen rechten Arm hob. Eine Geste, die gemeinhin als Hitlergruß gedeutet und von rechtsextremen Gruppierungen als Dog Whistle verstanden wurde.

Für viele Potenzielle Kunden entsteht damit eine Frage der Moral. Obwohl das Produkt technisch überzeugt, wollen viele das Unternehmen dahinter, dessen Chef Sympathien für antidemokratische oder extremistische Rhetorik zeigt, nicht unterstützen.

Das ist nur ein Auszug von vielen Kritikpunkten, die gegen die Persona Elon Musk angeführt werden. Wer sich ausführlicher damit beschäftigen möchte, findet bei Wikipedia eine Auflistung von Musks Gedankengut mit mehr als 60.000 Zeichen.

Bei den deutschen Herstellern zeigt sich ebenfalls, dass der Markt in Bewegung ist. Der Volkswagen-Konzern blieb im Januar 2026 in Europa (EU, EFTA, UK) zwar klar vorn, verlor aber 3,8 Prozent und kam auf 256.728 Neuzulassungen. Auch die BMW Group gab nach und lag mit 66.191 Fahrzeugen um 5,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Mercedes-Benz konnte sich dem Trend dagegen leicht entziehen und legte um 2,8 Prozent auf 43.704 Neuzulassungen zu.

BYD startet durch

Deutlich extremer wirken die Zahlen von Tesla, wenn man sie mit dem chinesischen Autohersteller BYD vergleicht. Denn der legte in Europa im Januar 2026 zu und kam auf 18.242 Neuregistrierungen. Damit liegt BYD nicht nur klar vor dem Vorjahresniveau, sondern mit mehr als doppelt so vielen Neuzulassungen weit vor Tesla. BYD hat seine Präsenz in Europa zuletzt sichtbar ausgebaut.

Auch beim Anteil am gesamten europäischen Neuwagenmarkt (EU, EFTA, UK) liegt BYD vor Tesla: der chinesische Hersteller kommt im Januar 2026 auf 1,9 Prozent aller Neuregistrierungen, Tesla nur auf 0,8 Prozent.

Der Abstand wird damit nicht nur bei den absoluten Zulassungen sichtbar, sondern auch im Gesamtmarkt. Während Tesla weiter zurückfällt, bauen Rivalen wie BYD ihre Position in Europa spürbar aus.

Trotz steigender Marktanteile: Vorbehalte gegen E-Autos halten sich wacker. Wir sind verschiedenen Mythen um die Elektrofahrzeuge nachgegangen, um zu schauen, ob die Skepsis begründet ist.

Ist es wirklich schnell möglich, dass die Batterie einfach leer ist und man mitten auf der Autobahn plötzlich stehenbleibt und das Auto nicht mehr bewegen kann? Und stimmt es tatsächlich, dass die Reichweite zu gering ist und man durch die Ladezeit viel zu lange Reisezeiten hat? Für all diese Vorwürfe gibt es verschiedene Betrachtungswinkel, die man einbeziehen muss.

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