50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Keine Reichweite, brandgefährlich und teuer: Ich teste, welche Mythen über E-Autos 2025 noch stimmen

Über Elektroautos hat fast jeder von uns eine Meinung. Mitunter basiert die aber auf veralteten oder falschen Informationen.

Elektroautos sind teuer, gefährlich und bleiben nach wenigen Kilometern schon mit leerem Akku liegen? Das stimmt so nicht. (Bild: Adobe Stock) Elektroautos sind teuer, gefährlich und bleiben nach wenigen Kilometern schon mit leerem Akku liegen? Das stimmt so nicht. (Bild: Adobe Stock)

Rund um die Elektromobilität herrschen viele Befürchtungen und Vorurteile. Ich habe mich vor einem halben Jahr für einen vollelektrischen Neuwagen entschieden und kann ein paar davon entkräften.

Uns hat vor dem Umstieg vom Verbrenner zum Akku auch die eine oder andere Information verwirrt. Manches lässt sich per Recherche herausfinden, mitunter hilft aber vor allem eigene Erfahrung.

Zu geringe Reichweite und daher lange Fahrtzeiten beim Elektroauto?

Wie groß die Reichweite wirklich ist, hängt stark vom gewählten Auto ab. Größere Akkus, energiesparendere Antriebe, sparsame Klimaoptionen: Das sind die Faktoren, die einen großen Unterschied machen können.

Unser MG4 Standard ist mit 51 kWh Akkukapazität und einer angegebenen Reichweite von 350 Kilometern eher im unteren Durchschnitt einzuordnen. Wie hoch der Verbrauch ist, hängt neben der Fahrweise auch von der Außentemperatur ab. Das gilt übrigens auch für Verbrenner, da fällt es aufgrund größerer Reichweiten nur weniger auf. Im Winter lagen die effektiven Reichweiten eher bei 250-280 Kilometern, im Sommer passt das mit den 350 Kilometern ganz gut.

Manche Diskussion erscheint fragwürdig: So gibt es starke Differenzen zwischen der tatsächlichen täglichen Fahrtstrecke und dem Anspruch an maximale Reichweite. (Bild: energiewende.eu) Manche Diskussion erscheint fragwürdig: So gibt es starke Differenzen zwischen der tatsächlichen täglichen Fahrtstrecke und dem Anspruch an maximale Reichweite. (Bild: energiewende.eu)

Wir fahren mehrmals im Jahr längere Strecken von 500 Kilometern pro Weg, auf denen der Wagen zudem vollgestopft ist mit Liverollenspiel-Zubehör. Trotzdem hat sich die Fahrtzeit nicht nennenswert verlängert seit dem Elektroumstieg. Warum? Weil es gelegentlich sehr angenehm ist, eine Pause zu machen, statt den halben Tag durchzubrettern.

Bei 500 Kilometern reicht pro Strecke eine Pause, in der wir uns die Füße vertreten oder einem Fastfoodtempel huldigen. Irgendwo findet sich tatsächlich immer ein Lebensmittelspender mit Ladesäule, günstiger und weniger voll wirds meist an Autohöfen in der Nähe von Autobahnabfahrten.

Wer natürlich hyperbolisch gesagt beruflich jeden Tag vierstellige Kilometersummen fahren muss, sollte beim Kauf auf einen größeren Akku und, wichtiger, schnelle Lademöglichkeiten achten. Und wer es dabei auch noch gemütlich haben will, achtet auf eine Wärmepumpe bei der Klimaanlage, gegenüber klassischen Kühl- und Heizoptionen spart das enorm viel Strom.

E-Autos müssen gar nicht täglich geladen werden. Zudem dauert das Nachladen an einem Schnelllader oft deutlich weniger als eine Stunde, auch mit günstigeren Modellen. (Bild: Adobe Stock) E-Autos müssen gar nicht täglich geladen werden. Zudem dauert das Nachladen an einem Schnelllader oft deutlich weniger als eine Stunde, auch mit günstigeren Modellen. (Bild: Adobe Stock)

Die unbestimmte Angst, mit leerem Akku liegenzubleiben

Eine Sorge, die auch uns umtrieb, war das Liegenbleiben auf der Autobahn, weil weit und breit keine Ladestation zu finden ist, um das sich bedrohlich einstelligen Akkuprozenten nähernden Auto nachladen zu können. Ab 15 Prozent Restkapazität beginnt der Körper eines E-Auto-Anfängers so langsam Adrenalin auszustoßen, unter 10 Prozent sogar in beachtlichen Mengen.

Ein umfangreicher Realwelttest der Kollegen von Heise Online sollte euch (und uns) beruhigen können: Dort wurden sechs verschiedene Elektroautos mit nur noch 5 Prozent Restkapazität auf einem Rundkurs bis zum Stillstand immer weiter gefahren.

In diesen Leerfahrten stellte sich heraus, dass die Autos mit sinkendem Akkustand zunehmend warnten und auch die maximale Leistung etwas zurücknahmen. Und auch das erst viel später, als die Kollegen erwartet hätten.

Selbst als der Akku bei 0 Prozent angekommen war, ließen sich die Autos noch bewegen, teils aber nur noch stark gedrosselter Geschwindigkeit. Genug, um die Autobahnabfahrt und wohl auch die nächste Ladestation erreichen zu können.

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Die Notreserve bei als komplett leer angezeigtem Akku beträgt immer noch zwischen 10 und 30 Kilometern – genug, um sich keine großen Sorgen machen zu müssen.

Und Hand aufs Herz: Wer nicht schon bei 5 bis 10 Prozent Restkapazität nach einer Lademöglichkeit schaut, handelt ebenso fahrlässig wie Verbrennerfahrer, die das letzte Tankstelle für 100 Kilometer-Schild ignorieren, obwohl der Tankfüllstand bereits am Ende der roten Skala angekommen ist.

Mythos: E-Autos sind brandgefährlich!

Tatsächlich können Akkus natürlich brennen und wenn sie es tun, sind sie nicht immer einfach zu löschen. Bei Lithium-Ionen-Akkus kommt noch eine Explosionsgefahr hinzu.

Allerdings sind die Akkus auch vor solchen Katastrophen gesichert. Tatsächlich zeigen Zahlen von Versicherern und der US-Sicherheitsbehörde NTSB, dass Elektrofahrzeuge deutlich seltener brennen als Verbrenner. Bei je 100.000 verkauften Fahrzeugen gab es 1.529,9 Brände bei Verbrennern und nur 25,1 bei Vollelektrischen.

Noch stärker als bei der Reichweitendiskussion driften Realität und Wirklichkeit bei der Wahrnehmung der Brandgefahr von Elektroautos auseinander: 2023 gingen 49 Prozent der Befragten davon aus, Elektroautos brennen öfter als Verbrenner, in der Realität sieht es anders aus. (Quelle: Statista) Noch stärker als bei der Reichweitendiskussion driften Realität und Wirklichkeit bei der Wahrnehmung der Brandgefahr von Elektroautos auseinander: 2023 gingen 49 Prozent der Befragten davon aus, Elektroautos brennen öfter als Verbrenner, in der Realität sieht es anders aus. (Quelle: Statista)

Was stimmt: Wenn Elektroautos brennen, brennen sie anders als Verbrenner und sind ohne entsprechendes Wissen schwerer zu löschen. Feuerwehren sind aber mittlerweile besser darauf vorbereitet.

Mit dem Wechsel von Lithium-Ionen-Akkus zu Lithium-Eisenphosphat (LFP) oder Natrium-Ionen-Akkus wird zudem auch die Brandgefahr deutlich verringert, die Explosionsgefahr ist bei den letzten beiden Akkutypen generell kaum noch vorhanden.

Und was ist mit dem Preis? Elektroautos sind viel zu teuer

Tatsächlich gibt es noch nicht so viele (brauchbare) Elektro-Neuwagen, wie nötig wären. Im Preisbereich bis 20.000 Euro finden sich größtenteils reichweitenschwache Stadt-Miniautos wie der Dacia Spring. Chinesische Hersteller wie BYD treten hier aber bereits mit besser ausgestatteten Modellen entgegen. Deutsche Hersteller wie VW hängen hinterher, wollen aber ebenfalls bald entsprechende Fahrzeuge anbieten.

Diesen MG4 Standard gab es Ende 2024 für überschaubare 150 Euro im Leasing, beim Kauf lag er bei knapp 35.000 Euro. Als Bonus im Bild: Per Adapter lässt sich der Akku auch von Haushaltsgeräten mit bis zu 3 kW entladen. Diesen MG4 Standard gab es Ende 2024 für überschaubare 150 Euro im Leasing, beim Kauf lag er bei knapp 35.000 Euro. Als Bonus im Bild: Per Adapter lässt sich der Akku auch von Haushaltsgeräten mit bis zu 3 kW entladen.

Doch auch jetzt gibt es bereits Möglichkeiten, vergleichsweise günstig Elektro zu fahren: Im Leasing werden auch Mittelklasse-Autos wie der MG4 oder der vergleichbar ausgestattete VW ID.3 immer mal wieder zu Preisen ab 150 Euro im Monat angeboten.

Zusätzlich zu den reinen Anschaffungskosten solltet ihr aber auch die Verbrauchskosten mit einberechnen.

Könnt ihr nur an teuren Schnellladern nachladen, ist ein Verbrenner vielleicht vorerst doch die bessere Wahl, jedenfalls, bis sich die Preissituation hierzulande entspannt. AC-Laden am Straßenrand ist oft deutlich bezahlbarer, hier im Nachbarort geht das für 30 Cent die Kilowattstunde recht günstig.

Ideal ist aber weiterhin das Laden daheim und am besten damit einhergehend der Wechsel zu einem Stromtarif mit ansprechenden Preisen. Bei dynamischen Tarifen liegen die günstigsten Stunden oft zu unpraktischen Zeiten, es gibt aber Elektroauto- und Wärmepumpentarife mit niedrigen Nachtpreisen. Uns kosten 100 Kilometer Fahrtstrecke daher unter 3 Euro.

Sorge vor schneller Akkuabnutzung ist meist unbegründet

Die unbestimmte Angst vor zu schnell verschleißenden Akkus vieler Autokäufer sorgt zudem dafür, dass Gebrauchtwagen vergleichsweise günstig abgegeben werden (müssen). Allerdings zeigt sich mehr und mehr, dass die Sorge um sterbende Akkus größtenteils unbegründet ist.

Vielleicht haben hier viele ihre Erfahrungen mit sterbenden Smartphoneakkus im Hinterkopf, die aufgrund ihrer geringen Kapazitäten und Größe tatsächlich vergleichsweise schnell an Maximalkapazität laden. Inzwischen zeigt die Erfahrung mit der Elektromobilität aber, dass die großen Autobatterien viel länger durchhalten, als gedacht.

Neuwagen werden oft mit Akkugarantien von 6 bis 8 Jahren und 150.000-200.000 Kilometern angeboten – bei einem Akkuzustand von unter 80 Prozent gilt es in diesem Rahmen als Garantiefall.

Tatsächlich sind viele moderne Akkus auch nach über 100.000 Kilometern oft noch bei einer Restkapazität von über 90 Prozent.

Unser MG4 hat in den letzten sechs Monaten fast 7.000 Kilometer fahren müssen, der Akku ist noch bei 99 Prozent seiner Kapazität. Und auch mit Reichweite, Komfort oder spontaner Selbstentzündung gab es noch keine Probleme.

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