War früher beim Gaming alles besser als heute? Vermutlich nicht alles, aber vieles war sicherlich einfacher und übersichtlicher. Wir haben in der Tech-Redaktion gefragt, was die Technik beim Gaming für sie besser oder leichter gemacht hat im Vergleich zu heute.
Auf den ersten Blick mag die Frage nicht ganz einfach zu beantworten sein. Unsere Redakteure sind sich allerdings alle einig. Es gibt sie doch: Momente und Entwicklungen, die in unseren Augen einfach besser
waren.
Als Monitore noch klein und riesig zugleich waren
Nils Raettig: Es gibt sie tatsächlich, sehr alte (PC-)Hardware, die gegenüber längst etablierter Technik immer noch ihre Vorteile hat. Versteht mich nicht falsch, wenn ich euch jetzt etwas über CRT-Monitore erzähle - ich will auf keinen Fall wieder so ein breites, schweres Monstrum auf meinem Schreibtisch stehen haben! In manchen Punkten sind CRT-Bildschirme aktuellen LC-Displays aber überlegen.
Das ist ihrer zentralen Technik in Form einer Kathodenstrahlröhre geschuldet (englisch „Cathode Ray Tube“ daher auch die Abkürzung „CRT“), die gleichzeitig für die großen Ausmaße passender Monitore verantwortlich ist. Sie sorgt nicht nur für eine extrem geringe Eingabeverzögerung und sehr schnelle Reaktionszeiten (sofern man davon im Zusammenhang mit CRTs überhaupt davon sprechen kann), sondern auch für hohe Kontrastwerte.
Es gibt deshalb tatsächlich immer noch Spieler, die auf CRT-Bildschirme schwören und die für gebrauchte Modelle viel Geld ausgeben. Dass sie trotz ihrer Vorteile gegenüber LCDs vom PC-Markt völlig verdrängt wurden, dürfte gleichzeitig vor allem mit ihren ausladenden Abmessungen zusammenhängen.
Es ist aber nicht zu vergessen, dass es heutzutage auch andere Techniken wie OLED-Bildschirme gibt, selbst wenn sie bei PC-Monitoren keine große Rolle spielen. Sie sind CRT-Monitoren auch in Disziplinen wie der Eingabeverzögerung und dem Kontrast deutlich ebenbürtiger als TFT-Bildschirme.
Außerdem liegen TFTs hier mittlerweile längst auf einem ausreichend hohen Niveau, um sich sehr gut für das Spielen zu eignen. Eine gewisse Faszination geht von für mich von der guten alten CRT-Technik aber trotzdem weiterhin aus.
Größerer “Wow!”-Faktor
Sören Diedrich: Zugegeben, das ist jetzt etwas abstrakt gedacht, aber es schoss mir sofort in den Kopf: Früher war der technologische Fortschritt zumindest gefühlt einfach nur rasant! Das hatte natürlich auch einige Schattenseiten, vor allem die Notwendigkeit, sich jährlich neue Hardware anzuschaffen, wenn man in den Genuss der neuesten Grafik-Spielereien und anderer Features kommen wollte.
Aber hey, hier möchte ich lieber darüber jubeln, dass Spiele sich beinahe im Tagesrhythmus mit immer besserer Grafik überboten haben. Dass neue Grafikkarten-Generationen nicht nur in Sachen Preis, sondern auch in puncto neuer Technologien (Hand in Hand mit der DirectX-Schnittstelle) neue Maßstäbe gesetzt haben. Und dass es als Leser ungemein spannend war, sich die neue GameStar-Ausgabe am Kiosk zu kaufen und dort das erste Mal von neuer Hardware zu lesen, statt wie heute üblich im Internet schon vor dem Release mit Leaks und anderen vermeintlichen Infos bombardiert zu werden.
Welcher Hersteller gewinnt das prestigeträchtige Gigahertz-Rennen (1 Gigahertz - wer braucht schon so unverschämt viel Leistung, pah!)? Kaufe ich mir eine Geforce 3, um das beeindruckende Shader-Wasser in The Elder Scrolls 3: Morrowind genießen zu können? Und vertraue ich jetzt schon auf Windows XP, das gefühlt keinen Stein auf dem anderen gelassen hat?
Fragen über Fragen, die man sich rund um die Jahrtausendwende gefühlt ständig gestellt hat. Es war eine aufregende Zeit – aber auch eine kostspielige, wenn man wirklich immer das Neueste vom Neuesten haben wollte. Heute sind zwar noch immer viele spannende Hardware-Technologien am Horizon zu sehen, aber dieses Pionier-Gefühl, das ist zumindest mir abhandengekommen. Wie schaut es bei euch aus?
Splitscreen!
Jan Stahnke: Könnt ihr euch noch erinnern, als gefühlt jedes zweite Spiel einen Splitscreen-Modus hatte? Wo sind sie hin, die Möglichkeiten, sich zusammen auf eine Couch zu setzen und coole Story-Spiele gemeinsam durchzuspielen? Die Technik für den gemeinsamen Spielspaß auf einem Bildschirm ist leider so gut wie ausgestorben.
Zum Glück gibt es heute immer noch Ausnahmen, das sind aber meistens Spiele, die direkt für den Multiplayer gemacht wurden, wie zum Beispiel »A Way Out«. Es wäre wirklich herrlich, mal wieder mehr Spiele zu bekommen, die man sowohl alleine als auch zu zweit auf einem Bildschirm durchspielen kann.
Es mag ja sein, dass es technisch aufwendig ist, so etwas hinzukriegen, immerhin müssen zwei Bilder gleichzeitig berechnet werden, aber was vor 25 Jahren möglich war, kann heute kein Hindernis sein. Außerdem gibt es auch noch die Variante des Shared-Screen, bei der man sich mit seinem Koop-Partner auf einem Bildschirm bewegt. Die ist je nach Spiel zwar schwierig umzusetzen, aber wenn es dann möglich ist, macht es umso mehr Spaß.
Hiermit also mein verzweifelter Aufruf: Gebt uns mehr Koop in Story-Games! (Auch für PC!)
Videospiele kamen zum Großteil fertig auf den Markt
Patrick Schneider: Selbstverständlich ist es heute auch nicht immer der Fall. Aber seien wir doch mal ehrlich: Immer häufiger werden Spiele von Entwicklern veröffentlicht, ohne dass sie auch nur ansatzweise fertig entwickelt sind - und damit meine ich nicht Titel im Early Access
-Status.
Schlimmer noch: Eigentliche Inhalte, die schon hätten im Spiel integriert sein sollen, werden via DLC nachgeliefert - kostenpflichtig versteht sich. Auch ein beliebter Move: Ein riesiger Day One-Patch steht bereit. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wann ich das letzte Mal ein Spiel zum Release gestartet habe, ohne vorher ein Update installieren zu müssen. Ich Glücklicher habe immerhin noch eine schnelle Internetverbindung.
Zur damaligen Zeit war das Ganze zum Großteil nicht möglich. Konsolen hatten erst zur Generation von Playstation 3, Xbox 360 und der Nintendo Wii eine vernünftige Anbindung an das Internet. Spiele, die auf älteren Plattformen wie der Playstation 1 veröffentlicht wurden, konnten nachträglich nicht mehr ausgebessert werden.
Das hatte zwar den Vorteil, dass Entwickler mehr oder weniger dazu gezwungen wurden, ihre Spiele in der endgültigen Fassung zu veröffentlichen, allerdings konnten dadurch natürlich Bugs in Spielen ihr ewiges Dasein fristen.
Trotz der unweigerlich negativen Aspekte konnte ich mich als Käufer allerdings auf viele Entwickler verlassen. Wenn ich mein weniges Taschengeld ausgegeben habe, erhielt ich ein vollwertiges Spiel und musste nicht gefühlt ein Jahr nach Release warten, bis das Spiel ohne größere Schnitzer für mich umfänglich spielbar ist.
Wie sieht es eigentlich speziell im Bereich PC-Gaming aus? Von der Zensur bis hin zu den altbekannten Chats hat sich im Laufe der Jahre viel verändert. Unser Autor Sascha Penzhorn gibt euch einen Eindruck der damaligen Zeit.
War früher wirklich alles besser? - Hardware, Cheats, Zensur - PC-Gaming damals und heute
Nun seid ihr gefragt! Was hat die Technik beim Gaming für euch früher besser gemacht? Was hat sich eurer Meinung nach zum Positiven und was zum Negativen gewandelt? Haut in die Tasten und lasst es uns wissen.
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