Bill Gates ist mit Microsoft und Windows zu einem der reichsten Menschen der Welt geworden. In einem Interview mit der New York Times (via Benzinga) hat seine Ex-Frau Melinda dennoch gesagt, dass ihre Kinder in einem sehr mittelständischen Haushalt
groß geworden seien.
In Foren wie Reddit steht sie dafür in der Kritik, aus nachvollziehbaren Gründen (dazu gleich mehr). Aber wie genau hat sie ihre Aussage gemeint?
- Ausgangspunkt sind ihre eigenen Erfahrungen als Kind.
- Ihren Worten nach handelte es sich um einen Haushalt,
in dem das Geld darüber entschied, ob ich jedes Jahr ein zusätzliches Paar Schuhe bekam oder nicht
. - Dementsprechend haben sie und ihr Mann auch ihren Kindern nicht einfach gekauft, was sie haben wollten, sondern klare Grenzen gesetzt.
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»Es war ein Fehler«: Wäre es nach Bill Gates gegangen, gäbe es eine berühmte Tastenkombination nicht
Tatsache ist laut Yahoo Finance aber ebenfalls, dass Jennifer Gates im Alter von 22 Jahren nach ihrem Stanford-Abschluss von ihren Eltern eine knapp 14 Millionen Euro wertvolle Pferdefarm in North Salem, New York geschenkt bekommen hat.
Wichtige Grundsätze im Hause Gates
Benzinga nennt insgesamt fünf Punkte, die in dem Interview mit einer mittelständischen Erziehung in Verbindung gebracht werden.
- Taschengeld statt Geldgeschenken: Die Kinder bekamen eine begrenzte Menge an Taschengeld und mussten mit ihrem Budget haushalten, auch in Bezug auf Geburtstagswünsche und Ferien. Wie hoch die Summe war, ist allerdings nicht bekannt.
- Haushaltspflichten: Wie in vielen Familien mussten auch die Gates-Kinder Aufgaben im Haushalt übernehmen.
- Keine Handys vor dem 14. Lebensjahr: Aus heutiger Sicht vermutlich schwieriger umzusetzen, aber die Gates haben Handys laut Benzinga als ein Luxusgut betrachtet, das die Kinder erst zu einem bestimmten Zeitpunkt bekommen.
- Einsatz für wohltätige Zwecke: Mindestens ein Drittel des Taschengeldes der Kinder wurde für wohltätige Zwecke zurückgelegt.
- Erwähnungen des Namens vermeiden: Bildungseinrichtungen wollten im Zuge von Spenden den Namen
Gates
verwenden. Ihre Eltern haben das abgelehnt, dennKinder wollen nicht in einem Gebäude sein, das den Namen der Eltern trägt
, so Melinda French Gates.
Gerade der letzte Punkt macht deutlich, woher die Kritik an den Aussagen von Bill Gates Ex-Frau kommt. Schließlich handelt es sich dabei um ein Problem, das nur die wenigsten Familien haben.
Ein weiteres Problem dieser Art, das vielen unbekannt sein dürfte, schildert Melinda French Gates mit den folgenden Worten:
Wir haben ihnen schon von klein auf gesagt: „Ihr dürft anderen Leuten wirklich nicht erzählen, wie wir auf dieser Reise hin- und zurückgeflogen sind. Sonst werdet ihr von den anderen Kindern ausgeschlossen."
Das sagt die Community dazu
Auch Teile der Reddit-Community kritisieren Gates-Ex-Frau vor den oben geschilderten und ähnlichen Hintergründen.
Ein Kommentar zu dem Interview lautet beispielsweise:
Wisst ihr, was der große Unterschied zwischen Armen, Mittelschicht und Reichen ist? Wie viele unerwartete Ereignisse Sie verkraften können, bevor sie in eine Krise geraten.
Arme Menschen können vielleicht ein kleines unerwartetes Ereignis bewältigen, wenn sie Glück haben. Die Mittelschicht kann einige moderate Ereignisse und vielleicht ein oder zwei Notfälle bewältigen.
Egal, was im Leben der Gates-Kinder passiert ist, sie hatten IMMER ein Sicherheitsnetz, das sie auffing. Sie mussten NIEMALS zwischen Arztterminen und Mietzahlungen oder dem Zugang zu Lebensmitteln oder Ähnlichem abwägen.
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Wir ignorieren die Windows-Warnung, den PC nicht auszuschalten und es passieren merkwürdige Dinge
Weitere Reaktionen aus der Community:
Haha, ich habe ihr Haus gesehen … mein Elternhaus aus der Mittelschicht würde in ihre Eingangshalle passen.
Für Milliardäre sind Millionäre Mittelklasse.
Ich schätze, ab und zu „Nein“ zu sagen bedeutet „Mittelschicht“.
Doch es gibt auch Aussagen, die den Grundansatz von Melinda French Gates unterstützen, wenngleich ihre Verwendung des Begriffs Mittelklasse
fast durch die Bank kritisiert wird:
Ich schätze die „Idee“, dass sie keine schrecklichen reichen Kinder werden durften, aber die Distanz zwischen der Kindheit der Gates und einer typischen Kindheit in der Mittelschicht ist so groß wie die Entfernung von hier bis zu Alpha Centauri.
Ich hasse Melinda nicht. Normalerweise scheint sie ganz okay zu sein. Aber ich bin mit dieser Sichtweise überhaupt nicht einverstanden. Sie sind nicht in der Mittelschicht aufgewachsen.
Sinnvolle Erziehungsmethoden vs. großer Reichtum
Neben der Frage, was genau eine mittelständische Erziehung ist, steht vor allem ein naheliegender Aspekt im Zentrum der Diskussion:
Ist so eine Art der Erziehung überhaupt möglich, wenn man derart reich ist?
Für viele spielt die Bewertung der oben genannten Erziehungsansätze im Hause Gates vor diesem Hintergrund wohl aus nachvollziehbaren Gründen keine entscheidende Rolle mehr im Rahmen dieser Diskussion.

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