Geocaching ohne Handy: Ich war mit GPS-Geräten wandern und bin vom Ergebnis wirklich überrascht

Ich habe mich gefragt, ob es 2026 noch GPS-Geräte zum Geocaching braucht, und bin mit zwei Gadgets auf Wandertour gegangen.

Ich war mit zwei Garmin-Gadgets auf Geocaching Tour, um herauszufinden, ob GPS-Geräte 2026 noch nötig sind. (Bildquelle: GameStar Tech; Garmin) Ich war mit zwei Garmin-Gadgets auf Geocaching Tour, um herauszufinden, ob GPS-Geräte 2026 noch nötig sind. (Bildquelle: GameStar Tech; Garmin)

Als Kind war ich regelmäßig mit meinen Eltern wandern und das ein oder andere Mal auf der Suche nach Geocaches. Bei diesen sind wir, wie vor dem Aufkommen moderner Smartphones üblich, mit einem GPS-Gerät losgezogen und den unterschiedlichen Routen zur Schatzsuche gefolgt.

Wie die meisten Personen in meiner Erinnerung hatten meine Eltern ein Gerät von Garmin. Der Hersteller hat sich in der Geocaching-Szene einen Namen gemacht, weshalb auch auf vielen modernen Geräten der Marke entsprechende Features vorinstalliert sind.

Ich habe mich nun aber schon öfter gefragt, ob es mit der Technik moderner Smartphones überhaupt noch solche Gadgets braucht. Um das herauszufinden, habe ich von Garmin zwei GPS-Handgeräte als kostenlose Leihgabe bekommen, mir kurzerhand zwei Personen aus meinem Freundeskreis geschnappt und bin auf Abenteuerwanderung gegangen.

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Mit zwei Garmin-Navis ins Höllental

Um herauszufinden, ob Gerät oder App besser ist, bin ich mit zwei Begleitungen etwas weiter weg in das Höllental bei Lichtenberg zum Wandern gefahren. Das Ziel: Die Geocaching-Route zum »Blauen Löw«, einem alten Stollen aus dem 18. Jahrhundert, der etwa 25 Meter begehbar ist.

Statt einer ausgewachsenen Wanderung ist das zwar eher eine kleine Tour, reicht aber vollkommen aus, um die Geräte ausführlich auszuprobieren und mit der Handy-Navigation zu vergleichen.

Bei den Geräten handelt es sich zum einen um das Montana 710 und zum anderen um das eTrex Touch von Garmin. Beide sind touchgesteuerte GPS-Handgeräte mit Geocaching-Features, die für den Outdoorsport designt wurden – etwa mit Karten für Straßen und Trails sowie einer widerstandsfähigen und wasserbeständigen Hülle.

Die beiden GPS-Geräte im Detail
Details zum eTrex Touch – Antippen/Anklicken zum Aufklappen

Das Garmin eTrex Touch ist ein kleines Gerät aus der Mittelklasse. Mit einem Preis von rund 400 Euro richtet es sich an alle, die ein kompaktes Outdoor-Navi suchen. Der Akku des Geräts soll laut Hersteller 130 Stunden Navigieren und Kartenlesen durchhalten. Die geringe Größe macht das Gerät besonders fürs Geocaching attraktiv.

Details zum Montana 710 – Antippen/Anklicken zum Aufklappen

Das Garmin Montana 710 ist hingegen deutlich größer und eher ein High-End-Gerät der Oberklasse. Das zeigen auch der Preis von etwa 650 Euro sowie das fünf Zoll große Display mit mehr Platz für Karten und Infos. Hinzu kommen zahlreiche Features wie Wetterinformationen, Gesundheitsfunktionen und Extras für Outdoor-Allrounder.

Das Montana 710 und das eTrex Touch unterscheiden sich nicht nur in ihren Features, sondern auch in der Größe. (Bildquelle: GameStar Tech) Das Montana 710 und das eTrex Touch unterscheiden sich nicht nur in ihren Features, sondern auch in der Größe. (Bildquelle: GameStar Tech)

Erste Hürden bei der Vorbereitung

Am Abend vor der Wanderung habe ich beide Geräte eingerichtet, was mit der dazugehörigen Garmin-App recht einfach und schnell ging. Zur Vorbereitung auf die Wanderung wollte ich die Geocaching-Strecke schon mal auswählen – was sich als erste Hürde herausstellte.

Beim Montana 710 ist die Internetverbindung immer wieder abgebrochen und das eTrex Touch hat sich beim Versuch, die Geocaching-App zu öffnen, erst einmal aufgehängt. Bei beiden Geräten war ein Neustart die Lösung und schon konnte ich weitermachen.

Zumindest dachte ich das, denn ich habe keine Möglichkeit gefunden, die Strecken im Voraus offline zu speichern. Mittlerweile weiß ich, dass das geht und ich die Routen über meine Geocaching-App problemlos hätte hinzufügen können. Im Nachhinein ist man schließlich immer schlauer.

Nachdem ich zunächst nichts gefunden hatte und es bereits spät am Abend war, habe ich mich dazu entschieden, den Datensatz zur Strecke am PC herunterzuladen und manuell auf das Gerät zu ziehen.

Mit der Garmin-App lief die Einrichtung relativ unkompliziert. (Bildquelle: GameStar Tech) Mit der Garmin-App lief die Einrichtung relativ unkompliziert. (Bildquelle: GameStar Tech)

Da es in unserer Zielregion nur wenige kostenlose Strecken gegeben hat, haben wir uns für eine Punkt-zu-Punkt-Wanderung zum »Blauen Löwen« entschieden. Als Vorlage haben wir dafür eine Rätselroute verwendet, für ein bisschen Knobelaktion in der Adventure Lab-Geocaching-App.

Einmal die Geräte am PC angesteckt, konnte ich den Datensatz mit Drag-and-drop unkompliziert auf die beiden Geräte ziehen und speichern. Somit war alles erledigt: Nachdem ich die Geräte zum vollständigen Laden an die Steckdose gehängt hatte, konnte ich mich auf die Wanderung am nächsten Tag freuen.

Ein holpriger Start der Wandertour

Am Parkplatz angekommen, habe ich meinen Begleitungen jeweils ein Garmin-Gerät in die Hand gedrückt und auf meinem Smartphone die Geocaching-App gestartet.

Eigentlich wollten wir die Route vor Ort noch einmal neu laden und dafür beide Handgeräte mit meinem Smartphone koppeln. Beim Montana 710 klappte das reibungslos, das eTrex Touch weigerte sich jedoch schlichtweg, nach Geocaches zu suchen.

Also wechselten wir auf die manuell aufgespielte Offline-Strecke. Doch hier wartete bereits die nächste Hürde: Während das Montana 710 die Daten sofort anzeigte, schickte uns das eTrex erst einmal auf eine Menü-Schatzsuche.

Selbst mit Online-Anleitungen, Hilfe aus Reddit-Beiträgen und der Unterstützung von KI kamen wir nicht weiter, da die genannten Buttons auf dem kleinen Display schlicht nicht existierten. Letztlich schaffte es mein Kumpel aber doch noch, die Route zu starten – wenn auch nur mit dem Zielpunkt statt der einzelnen Teilabschnitte.

Und hier zeigte sich bereits der erste spürbare Unterschied: Während das große Gerät mit seinem Display ähnlich angenehm zu bedienen war wie mein Handy, hat sich das kleine eTrex Touch mit seinem Menü nur schwer steuern lassen.

Während der Wanderung waren immer wieder Blicke auf die GPS-Tracker nötig. (Bildquelle: GameStar Tech) Während der Wanderung waren immer wieder Blicke auf die GPS-Tracker nötig. (Bildquelle: GameStar Tech)

Tückische Displays und kleine Stolpersteine

Schon auf den ersten Metern folgte das nächste Problem. Als das eTrex kurz in der Hosentasche verschwand, löste die Berührung am Oberschenkel das Display aus – obwohl dieses eigentlich ausgeschaltet war. Die Navigation wurde kurzerhand abgebrochen.

Aufgefallen ist uns das erst, als Handy und Montana zum Abbiegen aufforderten, während das eTrex stumm blieb. Nachdem wir die Route neu gestartet und das Gerät in ein Rucksackfach verfrachtet hatten, lief die Navigation reibungslos weiter.

Auf dem Weg arbeiteten schließlich beide Garmins zuverlässig. Praktisch ist, dass sich Einstellungen wie die Priorisierung von Zeit oder Strecke individuell anpassen lassen.

Bei dem Montana 710 haben wir keine Probleme während der Wanderung gehabt. (Bildquelle: GameStar Tech) Bei dem Montana 710 haben wir keine Probleme während der Wanderung gehabt. (Bildquelle: GameStar Tech)

Das führte bei uns allerdings zu leichten Abweichungen, da das eTrex durch die fehlenden Wegpunkte eine andere Route zum Ziel berechnete. Dafür konnte das Gerät selbst aber nichts, sondern schlicht die abweichende Datenbasis.

Während unserer kurzen Rastpausen haben wir die weiteren Funktionen der Handgeräte genauer unter die Lupe genommen. Beim Montana 710 wurde uns schnell klar: Für eine kleine Geocaching-Runde ist dieses Modell mit Wettervorhersage, Mess-Sensoren und Taschenlampe absoluter Overkill.

Für mehrtägige Outdoor-Abenteuer oder Backpacking-Touren im Gebirge ist das High-End-Gerät dagegen ein genialer Begleiter. Für Geocaching hingegen ist es etwas ungeeignet. So hat sich eine Freundin öfter beschwert, dass das Gerät schlichtweg zu groß zum Tragen ist.

Wenn man ständig auf die Karte schauen muss, liegen das kompaktere eTrex als auch das Smartphone deutlich besser in der Hand.

Auf Hälfte der Strecke verabschiedete sich das eTrex noch einmal kurz mit einem Aufhänger, ließ sich nach einem Neustart aber wieder schnell einbinden.

Mein Smartphone schlug sich derweil ohne größere Macken und abgesehen von einem kurzen Funkloch lief die Navigation flüssig. Kurz vor dem Ziel brach die App zudem einmal unerwartet ab, war nach einem Neustart aber sofort wieder einsatzbereit.

Fairphone 6
Niederlande
Fairphone 6
Gigaset GS6
Deutschland
Gigaset GS6
Punkt MC02
Schweiz
Punkt MC02
Nothing Phone (3)
England
Nothing Phone (3)
Crosscall Stellar M6
Frankreich
Crosscall Stellar M6

Der finale Hinweis und die Logbuch-Suche

Als wir beim Wanderschild zum »Blauen Löwen« angekommen sind, haben wir gemerkt, dass sich die Zielkoordinaten spannenderweise auf allen drei Geräten leicht unterscheiden.

Das Smartphone zeigte die Zielkoordinate etwa direkt am Stollen, wohingegen die GPS-Geräte schon beim Schild endeten. Das lag aber vermutlich an den unterschiedlichen Ausgangsdaten und nicht an den Geräten.

Am Stollen angekommen, begann für uns die eigentliche Schatzsuche, die ohne Smartphone vermutlich ewig gedauert hätte.

Denn auch nach 20 Minuten Suche haben wir keinen Hinweis zum Geocache gefunden, weshalb wir uns einen Tipp von meiner Geocaching-App geholt haben. Mit diesem fanden wir den Cache nach weiteren fünf Minuten im Eingang des Stollens.

Am Ende lag der Cache relativ am Eingang des Stollens. (Bildquelle: GameStar Tech) Am Ende lag der Cache relativ am Eingang des Stollens. (Bildquelle: GameStar Tech)

Fazit: Braucht ihr 2026 noch ein GPS-Gerät?

Am Ende hielten sich Freud und Leid die Waage. Und genau dieses Gefühl macht Geocaching aus: der Moment, in dem man nach der Suche die kleine Dose endlich in den Händen hält und ins Logbuch einträgt.

Die Garmin-Geräte haben uns zuverlässig ans Ziel gebracht und die Navigation hat bis auf kleine Fehler beim eTrex und die abweichenden Datensätze gut funktioniert. Aber wie schon gesagt, war das eher unsere Schuld, da wir erst nach der Wanderung die richtigen Einstellungen zum Geocachen gefunden haben.

Die eigentliche Frage ist aber immer noch, ob sich die Gadgets lohnen. Und da muss ich sagen: Auf der Tour gab es keine Aufgabe, die ein modernes Smartphone nicht mindestens genauso gut gelöst hätte.

Features wie Fitness-Tracking, Kartenmaterial oder Wetterdaten bietet ein Handy ebenso. Wer nur ab und zu auf Cache-Jagd geht – und dann nur in Regionen mit guter Netzabdeckung und GPS-Signal –, kann sich das Geld für teure Zusatzhardware aus meiner Sicht sparen.

Ein unschätzbarer Vorteil der dedizierten Geräte bleibt jedoch das Thema Digital Detox. Wer beim Wandern bewusst abstöpseln will, navigiert mit GPS-Geräten ohne ständige Ablenkung durch Nachrichten, Anrufe oder Social Media.

Für wen sich die Garmin-Gadgets dennoch eignen:

  • Das eTrex Touch ist ein kompakter und solider Kompromiss, falls ihr ohnehin regelmäßig wandert oder mit dem Mountainbike unterwegs seid und das Gerät dafür nutzt. Für reine Geocaching-Ausflüge ist die Anschaffung schlicht zu teuer.
  • Das Montana 710 richtet sich dagegen an eine ganz andere Zielgruppe. Für Geocaching ist es schlicht überdimensioniert. Ein Kumpel fand aber direkt Gefallen daran und kann sich vorstellen, ein ähnliches Gerät für eine Backpacking-Tour zu kaufen.

Die Leihgeräte sind mittlerweile wieder auf dem Rückweg zu Garmin. Mein Fazit der Tour fällt klar aus: GPS-Tracker sind fürs Geocaching zwar keineswegs überflüssig, aber im Jahr 2026 auch keine Pflicht mehr. 

Wer einfach nur entspannt ein paar Caches suchen will, ist mit dem Smartphone bestens bedient – wer digitale Auszeiten sucht, greift zum Handgerät.


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