Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, erinnere ich mich an viele Wanderungen auf verschiedene Berge. Sie alle hatten eine Gemeinsamkeit: Es wurde dabei keine Technik verwendet.
Zwar war ich hin und wieder mit einer Gruppe unterwegs, die ihre neuen GPS-Geräte begeistert in die Natur mitgenommen hat, doch die klassischen Wanderungen aus meiner Erinnerung beinhalteten immer dasselbe: eine Wanderkarte, genug zu trinken und ein paar Äpfel für den kleinen Hunger. Das war's.
Heute sieht Wandern mit entsprechenden Apps und Fitness-Trackern für viele komplett anders aus. Ich bin davon aber absolut kein Fan.
Versteht mich nicht falsch: Ich finde Apps wie Komoot genial und habe sie auch schon häufiger zur Routenplanung verwendet. Das ist besonders hilfreich, da Wandern heute nicht mehr so verbreitet ist wie früher und viele meiner Lieblingswanderwege mittlerweile zugewachsen sind.
Letztendlich macht es aber am meisten Spaß, mal ohne Handy oder Gadgets loszuziehen und die Natur zu genießen. Beim Wandern kann ich dem Alltag, der sonst sehr viel mit Technik zu tun hat, entfliehen und entspannen.
Meine Empfehlung für »echtes Abenteuer«: Lasst die Technik daheim
Wenn ich sage, dass es entspannend sein kann, im Alltag auch mal das Handy wegzulegen und einfach das »echte Leben« zu genießen, erzähle ich euch vermutlich nichts Neues.
Beim Wandern kommt für mich durch die vielen Eindrücke der Natur, das Gezwitscher der Vögel und den extrem starken Kontrast zum Alltag eine ganz andere Art der Entspannung hinzu.
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Da möchte man ja fast wandern gehen: Im Nationalpark-Simulator werdet ihr eins mit der Wildnis
Dabei ist die reine Abwesenheit von Technik gar nicht mal der Hauptgrund, der mich vom Alltag abschalten lässt. Ohne Smartphone oder GPS-Tracker ist die Wegsuche viel abenteuerlicher und bringt ordentlich Spannung mit. Etwas, das mir auch Wandermuffel schon bestätigt haben.
Ohne digitales Gadget heißt es nämlich: Schilder suchen, Markierungen finden oder am Ende auf die altmodische Wanderkarte schauen.
Und das macht Spaß!
Besonders, da viele alte Wanderwege halb in Vergessenheit geraten sind und die Suche nach der nächsten Wegausschilderung zu einem Rätsel wird – etwa wenn ein Baum mit Ausschilderung umgekippt oder die nächste Markierung komplett zugewachsen ist.
Wandern ohne digitale Karte ist nicht immer leicht
Dass ich mich bei einer Wanderung verlaufen habe, ist bisher eher die Ausnahme gewesen. Meistens sind die Wege gut ausgeschildert oder die Karte im Rucksack verrät, welche Abzweigung die richtige ist.
Da Wandern aber leider etwas in den Hintergrund rückt und es weniger Leute gibt, die es in die Natur zieht, sind viele Wege zugewachsen oder nicht mehr so leicht begehbar.
Mit der digitalen Konkurrenz kommt außerdem hinzu, dass meist nur noch für größere Wandergebiete aktuelle Karten angeboten werden. Bei abgelegeneren Wanderstrecken sieht es dagegen mau aus.
Als ich vor etwa sieben Jahren mit ein paar Freundinnen und Freunden im Harz einen Wanderurlaub gemacht habe, hatten wir nur eine alte Karte dabei, die nicht mehr zum tatsächlichen Stand der Wege gepasst hat.
Bei unserem Startpunkt in Wernigerode haben wir uns sicherheitshalber noch eine moderne Karte geholt. Auf dieser haben die Wege aber ebenfalls nicht mehr gepasst. Das hat für doppelte Verwirrung gesorgt, wenn auf beiden Karten eine Strecke angezeigt wurde, die einen in der Realität nur ins Gebüsch geführt hätte.
Am Ende haben wir uns verlaufen, sind den falschen Berg hochgewandert und streckenweise über eine schwarze Route mit kleiner Klettereinlage marschiert.
Und das war wahrscheinlich die chaotischste, aber auch lustigste Wanderung, die wir in der Gruppe bislang gemacht haben. Auch wenn es damals deutlich anstrengender als geplant war, lachen wir heute noch oft darüber.
Eine echte Challenge, die ihr ausprobieren solltet
Die größte Hürde beim analogen Wandern besteht also potenziell darin, eine aktuelle Karte für ein bestimmtes Wandergebiet zu erhalten.
In den meisten Fällen helfen aber immer noch die Markierungen und Wanderschilder am Wegrand. Diese sind nämlich oft deutlich besser erhalten, da sie von Wandervereinen, Parkrangern oder Naturverbänden ehrenamtlich gepflegt werden.
Zumindest in Deutschland ist das häufig der Fall. Solltet ihr im Ausland auf eine Wanderung gehen, empfehle ich, je nach Strecke dennoch einen Blick auf die digitale Karte zu werfen.
Bei meinen Wanderungen in Irland oder Korea hatte ich selten Probleme, da die Wege oft gut ausgeschildert waren oder wenig Möglichkeiten zum Verlaufen geboten haben.
In Kroatien bin ich hingegen vollkommen aufgeschmissen gewesen: Bei meiner Küstenwanderung waren keinerlei Schilder zu finden und die Orientierung war aufgrund der vielen Urlaubsresorts und Hotels deutlich komplizierter als anfangs gedacht.
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So oder so kann ich nur empfehlen, sich auch mal ohne Technik in die Natur zu stürzen – selbst wenn ihr zu den Personen gehört, die Wandern eigentlich langweilig finden.
Ein Handy für den Notfall sollte natürlich immer dabei sein. Das könnt ihr während der Tour aber einfach stummschalten und im Rucksack verstauen.
Könnt ihr euch vorstellen, ganz ohne Komoot oder andere technische Hilfsmittel wandern zu gehen? Habt ihr bereits eigene Erfahrungen mit analogen Wanderungen gemacht? Teilt eure Erlebnisse und Gedanken dazu gerne unten in den Kommentaren.





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