Einst waren sie du oder ich, Ghule. Jetzt verkörpern sie für die Meisten bestenfalls etwas Widerwärtiges und mit Pech den Tod persönlich. Ihr Schöpfer ist die maßgebliche Facette des Fallout-Universums: Strahlung, genauer hochenergetische Gammastrahlung.
Wir erklären euch, wie aus einstmaligen Personen nekrotische Ungeheuer wurden – oder wie für einige von ihnen ihr Tod als Mensch ihre Geburt als etwas Anderes verkörperte.
Mensch + Strahlung = Ghul oder tot
Jeder Ghul war mal ein Mensch, dann kam die Strahlung. Art und Weise können unterschiedlich sein, aber sobald ein Mensch in Kontakt mit hohen Konzentrationen von Gammastrahlung kommt, treten im Fallout-Universum eine von zweierlei Resultaten auf: Tod oder die sogenannte Ghulifikation.
Vor allem im und nach dem Großen Krieg von 2077 wurden Milliarden Menschen Atombombenexplosionen oder der zurückbleibenden Strahlung ausgesetzt. Damals entstanden die meisten Ghule, aber auch später können Quellen von potenziell tödlichen Partikeln weitere Ghule hervorbringen.
Abseits der unabsichtlichen Verstrahlung von außen existieren jedoch auch alternative Wege, um sich in einen Ghul zu verwandeln, zum Beispiel Medikamente, die im Körperinneren hohe Dosen an Strahlung abgeben.
Wie lange dauert es, zum Ghul zu verkommen? Unterschiedlich, mitunter nur Stunden, aber oft auch deutlich länger. Im Allgemeinen hängt es wahrscheinlich von der Strahlungsmenge oder genetischen Eigenschaften ab. Obschon es variiert, müssen wir davon ausgehen, dass die Transformation nie länger als ein Jahr dauert.
Hinweis: Obwohl es hier um menschliche Ghulifikation geht, tritt der Prozess auch bei Tieren auf. Diesen obszönen Produkten von Physik, Chemie und Biologie wollt ihr im Ödland nicht unbewaffnet begegnen, vor allem nicht bei ghulischen Bären oder anderen ehemaligen tierischen Jägern.
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Wie sehen Ghule aus und was hebt sie von Menschen ab?
Stellt euch einen Menschen ohne oder mit ledrig-vertrockneter Haut sowie ausfallenden Haaren vor, der keine Nase oder andere Weichteile hat und obendrein von Geschwüren überwuchert ist. Addiert hierauf beliebige weitere Verunstaltungen, die einen Menschen zeichnen können, sowie mit der Zeit verfaulendes Fleisch und ihr habt ein gutes Bild von einem durchschnittlichen Ghul.
Was sie erschaffen hat, heilt sie sinnbildlich auch: Strahlung. Dabei erweisen sich Ghule deshalb als sehr widerstandsfähig, auch wenn sie durchaus verwundbar sind. Wenn ein Ghul einen Kampf überlebt, werdet ihr ihm irgendwann potenziell wiederbegegnen - selbst eventuell abgeschlagene Gliedmaßen wachsen nach.
Fortpflanzung aber entzieht sich ihrer Fähigkeit. Neue Ghule entstehen ausschließlich durch oben genannte Methoden.
Ghule gelten als unsterblich und der Alterung gegenüber unempfindlich. Wollt ihr also einen bösartigen Ghul loswerden, solltet ihr nicht auf die Zeit, sondern wenn dann auf anderweitige kinetische oder energetische Methoden setzen.
Es gibt derweil nicht den einen Ghultyp. Im Ödland und seinen Ruinen treiben etliche Arten ihr (Un)wesen, darunter auch extrem verstrahlte Ghule, die selbst Jahrhunderte später noch derart viel Energie in sich tragen, dass sie grünlich glimmen oder sogar hell leuchten (via fallout.fandom.com)
Nicht unbedingt unmenschlich
Alle bis hierhin besprochenen Eigenschaften gelten für alle Ghule, allerdings existiert ein entscheidender Schritt nach der Verstrahlung, der die sprichwörtliche Spreu vom Weizen trennt: die Feralisierung. Damit ist die Verwilderung gemeint, welche nicht zwingend, aber meistens einsetzt.
Damit die Ghule, zu wilden, tierischen Bestien werden, die nur noch ihrer eins in der Nähe akzeptieren, müssen sie ihren Verstand verlieren.
Leider muss das als Regel angenommen werden, da der Großteil aller Ghule den feralen zugerechnet wird. Die Ursachen fallen mannigfaltig aus: Trauma durch die Verstrahlung, Vereinsamung und so weiter. Die Chance, zu den Wenigen zu gehören, die es in ein richtiges, zweites Leben als rationaler, denkender Postmensch hinüberschaffen, erweist sich als gering.
Existiert eine Heilung? Jein, die Verwandlung in einen Ghul durch Strahlung bleibt trotz Forschung verschiedener Individuen unumkehrbar. Allerdings lässt sich die Feralisierung unterbinden oder sogar umkehren. Hierfür kommt der Anti-Feral-Serum/Inhalator zum Einsatz.
Ghul-Cooper Howard aus der TV-Serie muss beispielsweise regelmäßig inhalieren, um die Hirndegeneration zu stoppen.
Ein Beispiel hierfür findet sich in Cooper Howard aus der Fallout-Serie. Der einstige Schauspieler bewahrte nach Verstrahlung sein Wesen und lebt sein Leben weiter – nur eben als Ghul. Auch in allen Spielen der Videospielserie existieren etliche Vertreter von intelligenten, rational tickenden Ghulen, wie zum Beispiel Tejada oder Hancock. Womit allerdings nicht garantiert ist, dass sie euch freundlich gesonnen sind.
Schicksal, Gebrechen oder schlicht Diskriminierung sowie damit einhergehende Verballhornung als Zombies sorgen allesamt für einen gesellschaftlich bestenfalls wackligen Status. Manche Orte schließen die andersartigen Menschen gar aus oder verfolgen sie aktiv. Deshalb neigen auch nicht wenige der Ausgestoßenen dazu, wenig Mitleid oder gar Feindschaft gegenüber ihren (einstigen) Brüdern und Schwestern zu hegen.
Als der Ghule schlimmster Feind muss nach ihrem Schicksalsschlag wohl nicht mehr die einst ursächliche Strahlung, sondern die Menschheit gelten.
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