Google hat eine radikale Neuausrichtung seines Laptop-Segments angekündigt. Unter dem Namen Googlebook
führt der Konzern eine neue Hardware-Kategorie ein, die das klassische Chromebook-Konzept hinter sich lässt.
Mit einer tiefen Integration von Android, dem KI-System Gemini Intelligence
und Hardware-Features wie dem Magic Pointer
und der Glowbar
positioniert sich Google nun direkt im Premium-Segment gegen Apple und Microsoft.
Die offizielle Vorstellung erfolgte im Rahmen der Veranstaltung The Android Show: I/O Edition
, kurz vor der eigentlichen Entwicklerkonferenz Google I/O.
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Trotz der neuen Flaggschiff-Kategorie werden Chromebooks laut Google nicht verschwinden. Sie sollen weiterhin für den Bildungssektor und preisbewusste Kunden angeboten und unterstützt werden.
Die Googlebooks hingegen markieren den Übergang zu einer KI-zentrierten PC-Zukunft. Weitere technische Details zur Aluminum OS-Architektur werden auf der Google I/O am 19. Mai erwartet.
Die Verschmelzung von Android und ChromeOS
Das Herzstück der neuen Googlebooks ist ein einheitlicher Tech-Stack. Während das System intern unter dem Codenamen Project Aluminum
entwickelt wurde, steht die finale Branding-Bezeichnung noch aus.
Klar ist jedoch: Die langjährige Trennung zwischen Googles mobilem Ökosystem und der Desktop-Welt wird aufgehoben.
Anders als bisherige Chromebooks, die Android-Apps oft nur per Emulation ausführten, laufen Anwendungen auf dem Googlebook nativ. Dies verspricht einen erheblichen Leistungssprung.
Ergänzt wird dies durch Funktionen wie Cast My Apps
, mit der Smartphone-Apps direkt auf den Laptop gespiegelt werden können, und Quick Access
, einem nahtlosen Zugriff auf Dateien des Android-Handys direkt über den Dateimanager des Laptops – ganz ohne manuelle Übertragung.
Gemini Intelligence und der Magic Pointer
Die zentrale Ebene der Nutzererfahrung bildet die generative KI Gemini. Google geht hierbei über einfache Chat-Fenster hinaus und verankert die KI direkt in den Bedienelementen.
Für besonderes Aufsehen sorgt der in Zusammenarbeit mit Google DeepMind entwickelte Magic Pointer
. Der Mauszeiger wird kontextbewusst: Schüttelt der Nutzer die Maus, schlägt Gemini passende Aktionen zum aktuellen Bildschirminhalt vor.
Schon gelesen? Die hohen Preise für Laptops machen mir Sorge und der Grund dafür geht weiter über die DRAM-Krise hinaus
Weitere Software-Highlights sind:
- Rambler: Eine mehrsprachige Diktierfunktion, die Füllwörter in Echtzeit entfernt und fließende Sprachwechsel während der Transkription unterstützt.
- Create My Widget: Nutzer können per Sprachbefehl personalisierte Dashboards erstellen, die Daten aus Gmail, Kalender und Maps bündeln.
Meine Meinung
Sven Scharpe
Mit den Googlebooks greift der Suchmaschinenriese gezielt das Premium-Ultraportable-Segment an. Preislich dürften sich die Geräte im Bereich von 700 bis 950 Euro bewegen, womit sie in direkter Konkurrenz zu Apples MacBook Neo und Microsofts Copilot+-PCs stehen.
Sollten diese Preise am Ende der Realität entsprechen, stellt sich mir die Frage, wie sich die Googlebooks gegen das ausgesprochen beliebte MacBook Neo schlagen werden.
Es wird auch sehr interessant, ob das neue Betriebssystem wirklich so ein großer Wurf sein kann oder ob wir am Ende nur ein aufgebohrtes Android bekommen.
Die tiefe Integration von KI in das OS, dürfte sicher vielen Nutzern nicht so wirklich schmecken und da schließe ich mich selbst nicht aus. Dass Android-Apps künftig nativ ausgeführt werden können, ist allerdings ein Fortschritt.
Ob das neue Google-OS letztlich zu einer ernsthaften Konkurrenz für Betriebssysteme wie macOS oder Windows wird, halte ich aber für fraglich.
Die Zeit wird zeigen, ob es für das neue Google-Betriebssystem künftig nicht nur abgespeckte Apps von Windows-Programmen geben wird, sondern Versionen, die dem Anwender den vollständigen Funktionsumfang bieten.
Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und gehe davon aus, dass es Google am Ende nicht gelingen wird, mit Microsoft und Apple gleichzuziehen.
Die neuen Googlebooks werden daher ein Nischenprodukt, wie zuvor die Chromebooks bleiben. Allerdings mit dem Unterschied, dass sich die Chromebooks mit ihrem günstigen Preis besonders für den Bildungsbereich angeboten haben.
Bei Preisen von über 700 Euro dürfte dieser Vorteil allerdings der Vergangenheit angehören
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