Eine Kamera auf dem Fernseher, die mein TV-Bild abfilmt, um daraus Hintergrundlicht zu erzeugen. Das klang für mich erst nach einer ziemlich umständlichen Bastellösung. Ambilight war für mich immer eines dieser Features, das man entweder direkt im Fernseher hat oder eben nicht.
Wenn man keinen passenden TV besitzt, musste man lange darauf verzichten oder zu Nachrüstlösungen greifen. Genau hier setzt Govee an: Nach einigen Abenden mit dem Govee TV Backlight 3 muss ich aber sagen: Gerade bei Anime hat mich das System schneller begeistert, als ich erwartet hätte.
Wie funktioniert das Govee TV Backlight 3?
Auf der Rückseite des Fernsehers wird ein LED-Streifen befestigt, während eine kleine Kamera oben oder unten am TV angebracht wird. Diese Kamera beobachtet den Bildschirm, erkennt die dominierenden Farben des laufenden Bildes und gibt diese Informationen an die LEDs weiter.
Dadurch leuchtet die Wand hinter dem Fernseher passend zu dem, was gerade auf dem Display passiert. Wenn auf dem Bildschirm also ein blauer Nachthimmel, eine rote Explosion oder eine grelle Kampfszene zu sehen ist, spiegelt sich diese Farbstimmung im besten Fall direkt im Hintergrundlicht wider.
Für die Einrichtung müsst ihr zuerst den LED-Streifen sauber auf der Rückseite eures Fernsehers anbringen. Das klingt simpel, kann je nach TV-Modell aber etwas Fingerspitzengefühl verlangen, weil Rückseiten oft gewölbt, strukturiert oder durch Anschlüsse und Kabelführung unterbrochen sind.
Danach wird die Kamera befestigt und über die Govee-App kalibriert. Dafür legt ihr Markierungspunkte auf dem Bildschirm fest, damit die Kamera weiß, wo die Bildfläche beginnt und endet.
Die Einrichtung braucht Fingerspitzengefühl
Das Grundsetup ist also verständlich: LED-Streifen befestigen, Kamera anbringen, App öffnen und anschließend kalibrieren. In der Theorie klingt das nach wenigen Minuten Arbeit. In der Praxis solltet ihr euch aber etwas mehr Zeit nehmen.
Der erste kleine Stolperstein ist die Rückseite des Fernsehers. Die Klebestreifen halten grundsätzlich ordentlich, aber nicht jede TV-Rückseite ist dafür ideal. Bei mir musste ich an einzelnen Stellen nachhelfen und die Streifen noch einmal sauberer andrücken beziehungsweise nachkleben. Govee liefert euch dafür zusätzliche Klemmen, aber auch die halten mit demselben Kleber und lösen sich daher eventuell ebenfalls.
Noch wichtiger ist aber die Kamera. Sie ist das Herzstück des Systems, weil sie erkennt, welche Farben gerade auf dem Bildschirm zu sehen sind. Genau deshalb muss sie sauber ausgerichtet und kalibriert werden. Vor meiner finalen Einrichtung wurden Farben nicht immer richtig erkannt oder das Licht wirkte an manchen Stellen unpassend.
Erst nach etwas Nachjustieren hatte ich das Gefühl, dass Bildschirm, Kamera und Hintergrundbeleuchtung wirklich zusammenspielen.
Ihr müsst also aufpassen, dass die Kamera richtig auf dem Fernseher aufliegt, mittig zur Bildschirmbreite und im 90-Grad-Winkel zum Bild. Ein leichtes Gegenstoßen reicht leider ohne Fixierung schon aus, dass die Kamera auch herunterfallen kann, daher seid hier sehr vorsichtig.
Govee TV Backlight: App und Raumlicht entscheiden über den Effekt
Auch der Raum selbst hat großen Einfluss darauf, wie stark das Backlight wirkt. Am besten funktioniert es, wenn das Wohnzimmer möglichst dunkel ist. In den Sommermonaten ist das also nicht immer ideal. Wenn es draußen lange hell bleibt oder sich der Raum nicht komplett abdunkeln lässt, verliert der Effekt sichtbar an Kraft. Das Licht ist zwar noch zu sehen, entfaltet aber nicht dieselbe Wirkung wie am späten Abend oder in einem wirklich dunklen Raum.
Dazu kommt die App: Govee bietet hier sehr viele Einstellungsmöglichkeiten, vor allem wenn man bereits andere Geräte des Herstellers nutzt. Das ist praktisch, weil sich verschiedene Lichtquellen miteinander verbinden und eigene Szenen erstellen lassen; die App ist dadurch sehr umfangreich.
Wer nur den einfachen Kamera-Modus nutzt, kommt relativ schnell zurecht. Wer aber Effekte, Pre-Modi oder Synchronisierungen richtig einstellen möchte, muss sich ein bisschen reinfuchsen. Zwei, drei Tutorials können dabei tatsächlich helfen. Nicht, weil die App schlecht wäre, sondern weil sie mehr kann, als man auf den ersten Blick versteht. Erst nach etwas Ausprobieren merkt man, welche Einstellungen wirklich zum eigenen Fernseher, Raum und Sehgewohnheiten passen.
Warum ausgerechnet Anime so gut funktioniert
Gerade bei Anime merkt man schnell, wofür diese Technik gemacht ist. Viele Serien und Filme arbeiten mit sehr satten Farben, klaren Kontrasten und extremen Lichtstimmungen. Genau das kann die Kamera gut erfassen und an die LEDs weitergeben.
Der Effekt ist nicht immer subtil, aber genau das macht ihn bei passendem Material so stark. Anime, Gaming, Fantasy oder generell sehr farbintensive Filme profitieren am meisten davon. Das Backlight ersetzt natürlich kein besseres Panel und macht aus einem normalen Wohnzimmer kein Kino, aber es verändert aber spürbar die Atmosphäre.
Ich habe mich nach kurzer Zeit richtig darauf gefreut, visuell starke Anime-Folgen zu schauen, weil die Farben dadurch noch einmal anders wirken. Kräftige Blautöne, grelle Effekte, leuchtende Hintergründe oder intensive Kampfszenen werden nicht nur auf dem Bildschirm dargestellt, sondern gefühlt in den Raum verlängert.
Bei ruhigeren Filmen oder realistischeren Farbwelten ist der Effekt weniger spektakulär. Wenn auf dem Bildschirm viele gedeckte Farben, dunkle Innenräume oder natürliche Hauttöne dominieren, hat das System weniger zu übersetzen. Dann bleibt das Licht eher zurückhaltend. Das ist nicht schlecht, aber eben auch nicht der Moment, in dem das Govee TV Backlight 3 seine größte Stärke zeigt.
Fazit: Starkes Ambilight-Feeling, wenn man Geduld mitbringt
Das Govee TV Backlight 3 ist für mich ein überraschend starkes Upgrade für den Fernseher. Besonders bei Anime, Gaming und farbintensiven Filmen macht das System richtig Spaß. Farben wirken größer, Lichtwechsel dynamischer und manche Szenen einfach immersiver.
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Perfekt ist es aber nicht. Klebestreifen, Kameraausrichtung, Kalibrierung, App-Einstellungen und Raumlicht entscheiden stark darüber, wie gut das Ergebnis am Ende aussieht. Wer erwartet, dass alles sofort perfekt funktioniert, könnte enttäuscht sein. Wer sich aber etwas Zeit nimmt und das System sauber einrichtet, bekommt einen Effekt, der das Bild nicht nur begleitet, sondern den ganzen Raum mitnimmt.
Für mich bleibt vor allem dieser eine Moment hängen: Wenn ein Anime plötzlich den Bildschirm verlässt und die Farben das Wohnzimmer füllen, wirkt die Kamera-Lösung auf einmal gar nicht mehr schrecklich, sondern ziemlich überzeugend.

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