Grafikkarte und Onboard-Grafik gleichzeitig nutzen: Geht das – und wenn ja, bringt das was?

Viele Prozessoren verfügen über eine integrierte GPU. Wir klären, ob ihr sie zusammen mit einer dedizierten Grafikkarte verwenden könnt.

Das Mainboard (rechts) verfügt sowohl über Videoanschlüsse, um eine Onboard-GPU zu nutzen als auch über PCI-Express-Slots für eine dedizierte Desktop-Grafikkarte (links). (Quelle: stock.adobe.com - Rawpixel.com) Das Mainboard (rechts) verfügt sowohl über Videoanschlüsse, um eine Onboard-GPU zu nutzen als auch über PCI-Express-Slots für eine dedizierte Desktop-Grafikkarte (links). (Quelle: stock.adobe.com - Rawpixel.com)

Legen wir direkt mit der Antwort auf die zentrale Frage los: Ja, ihr könnt eine Grafikkarte im PCI-Express-Slot eures Mainboards gleichzeitig mit der Onboard-GPU benutzen, die in den Prozessor integriert ist (falls vorhanden).

Es kann sogar sein, dass das bei euch bereits gegeben ist, ohne dass ihr es bemerkt habt. In Spielen übernimmt aber stets nur eine von beiden Grafikkarten die Berechnung der Bilder.

Wie ihr herausfindet, welche GPUs euer PC nutzt und alles weitere Wissenswerte zum gleichzeitigen Einsatz von dedizierten und Onboard-Grafikkarten, erfahrt ihr in diesem Grundlagen-Guide.

Dass auch bei einem Gaming-PC nicht nur die GPU wichtig ist, schildern wir euch im folgenden Video:

PC richtig aufrüsten: Die Grafikkarte ist nicht alles! Video starten 27:03 PC richtig aufrüsten: Die Grafikkarte ist nicht alles!

Der erste Schritt: Welche Hardware kommt zum Einsatz?

Der Geräte-Manager von Windows verrät euch, welche Komponenten euer PC momentan aktiv nutzt.

So erfahrt ihr, ob ihr bereits zwei GPUs im Einsatz habt beziehungsweise, ob euer Rechner überhaupt die passende Hardware dafür besitzt.

  • Um den Geräte-Manager zu öffnen, könnt ihr unter anderem mit der rechten Maustaste auf das Startmenü klicken und den passenden Eintrag auswählen.
  • Ein Doppelklick auf den Eintrag Grafikkarten zeigt, welche GPUs momentan laufen. Seht ihr dort zwei Einträge, sind bei euch sehr wahrscheinlich bereits eine dedizierte Grafikkarte (meist von AMD oder Nvidia) sowie eine Onboard-GPU (meist von Intel) im Einsatz.
  • Führt ihr einen Doppelklick auf den Eintrag Prozessoren aus, seht ihr außerdem, welche CPU ihr verwendet. Nicht wundern, dass dort dieselbe Bezeichnung mehrfach steht: Für jeden vorhandenen CPU-Kern gibt es einen eigenen Eintrag.

Hier zeigt der Geräte-Manager, welche Grafikkarten zur Verfügung stehen. In der Regel sind es maximal zwei statt wie hier zu sehen vier Modelle. Hier zeigt der Geräte-Manager, welche Grafikkarten zur Verfügung stehen. In der Regel sind es maximal zwei statt wie hier zu sehen vier Modelle.

Zwei Dinge sind beim Blick auf den Geräte-Manager besonders wichtig:

  1. Es kann sein, dass die Onboard-Grafikkarte in den Mainboard-Einstellungen eures PCs deaktiviert ist. Dann taucht sie nicht im Geräte-Manager auf.
  2. Ob euer Prozessor überhaupt eine Onboard-GPU besitzt, könnt ihr anhand der Bezeichnung wie etwa Core i5 14600K herausfinden. Sucht ihr beispielsweise im Preisvergleichsportal Geizhals danach, steht im passenden Datenbankeintrag unter iGPU-Modell, ob die CPU darüber verfügt.

Die iPGU aktivieren oder deaktivieren: Die dafür nötigen Mainboard-Einstellungen erreicht ihr in der Regel, indem ihr direkt nach dem Einschalten des PCs wiederholt die Taste Entfernen oder F2 drückt.

Wo genau sich die Optionen für die Onboard-Grafikkarte befinden, variiert stark je nach Mainboard-Hersteller. Aber immerhin haben viele dieser Menüs inzwischen eine Suchfunktion.

Mit Schlagworten wie iGPU, Onboard und Graphic habt ihr gute Chancen, die passende Option zu finden. Alternativ kann ein Blick in das Handbuch helfen.

Bringt es etwas, zwei Grafikkarten gleichzeitig zu nutzen?

Gaming-Notebooks wie das Zephyrus M16 von Asus bieten oft verschiedene Modi, um die Onboard-GPU optimal und wunschgemäß mit der dedizierten Grafikkarte zu kombinieren. Gaming-Notebooks wie das Zephyrus M16 von Asus bieten oft verschiedene Modi, um die Onboard-GPU optimal und wunschgemäß mit der dedizierten Grafikkarte zu kombinieren.

Bei Desktop-PCs größenteils nicht. Im Falle von Notebooks sieht es dagegen anders aus.

Entscheidend ist dabei nicht die Gaming-Leistung, weil eine Onboard-GPU der dedizierten Grafikkarte nicht bei der Berechnung von Bildern helfen kann.

Stattdessen steht die Akkulaufzeit im Mittelpunkt:

  • Am wenigsten Strom verbraucht normalerweise die in der CPU integrierte Grafikeinheit.
  • Das kann zwar auch bei einem Desktop-PC gelten. Da dedizierte Grafikkarten aber mittlerweile unter Windows ziemlich sparsam geworden sind und hier kein leer werdender Akku ins Spiel kommt, gewinnt man durch den Einsatz der Onboard-Grafik bei einem Desktop-Rechner oft nicht viel.
  • Notebooks setzen dagegen schon seit langer Zeit gerne auf den gleichzeitigen Einsatz der Onboard-Grafikkarte und der dedizierten GPU (falls vorhanden), um bei Bedarf möglichst lange Laufzeiten abseits der Steckdose zu ermöglichen.

Weiterführende Guides zu Onboard-GPUs und mehreren Grafikkarten

Wie sich ein PC bei Spielen verhält, wenn er mehrere Grafikkarten zur Auswahl hat, erfahrt ihr im Artikel Drei Grafikkarten statt nur einer - kann das gut gehen?.

Dass es Dank Onboard-GPU nicht zwingend eine dedizierte Grafikkarte braucht, um auf dem PC spielen zu können und welche Einschränkungen ihr dabei in Kauf nehmen müsst, klärt dagegen der Guide Wie Gaming-PCs auch ohne Grafikkarte laufen.

Abschließend sei außerdem ein (seltener) Einsatzzweck der Onboard-GPU bei Desktop-PCs erwähnt: Macht der Rechner Probleme, kann es bei der Ermittlung der Ursache helfen, zeitweise die iGPU statt der dedizierten Grafikkarte zu nutzen.

Dafür muss sie aber nicht nur aktiviert sein, sondern auch ein Mainboard mit Videoanschlüssen wie HDMI oder DisplayPort zum Einsatz kommen.

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