Grafikkarten heute und früher: Wir ahnten nicht, wie gut wir es hatten

Grafikkarten sind so teuer und schlecht verfügbar wie noch nie. Daten aus den vergangenen Jahren machen deutlich, wie krass der Unterschied zu damals ist.

von Nils Raettig,
16.12.2021 14:44 Uhr

Wer eine neue Grafikkarte kaufen will, braucht viel Geld und oft auch Geduld. Das ist zwar längst nichts Neues mehr, wenn man aber den Blick auf konkrete Zahlen aus der Vergangenheit wirft, treten die Unterschiede und die generell steigenden Preise besonders drastisch hervor.

Welche Daten vergleichen wir? Wir haben uns die Preise und die Zahl der Angebote für die jeweils 30 beliebtesten Grafikkarten im Preisvergleichsportal Geizhals seit 2013 angesehen (jeweils zum Jahresende). Dafür nutzen wir alte Versionen der Webseite über den Dienst archive.org, die ihr im Abschnitt 2013 bis 2021 in Screenshots sehen könnt.

Wie sich Grafikkarten und ihre Preise unserer Meinung nach in Zukunft entwickeln werden, erfahrt ihr im passenden GameStar-Podcast zu diesem Thema:

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Grafikkarten: Der Preis kennt (fast) nur eine Richtung

Vor acht Jahren lag der Durchschnittspreis der 30 beliebtesten GPUs bei Geizhals noch bei unter 300 Euro, mittlerweile sind wir bei über 1.100 Euro angekommen. Der extreme Anstieg zuletzt stellt zwar aufgrund der erschwerten Bedingungen durch Faktoren wie die Halbleiter-Knappheit und die Corona-Pandemie einen Sonderfall dar, die Tendenz geht aber dennoch klar in eine Richtung: Nach oben.

Der leichte Rückgang im Jahr 2019 könnte mit der ersten größeren Mining-Welle zusammenhängen, die in den Jahren 2017 und 2018 noch teils größere Auswirkungen auf den Preis und die Verfügbarkeit hatte (zu der Entwicklung der Verfügbarkeit siehe auch die Grafik unten). Dennoch gilt wenig überraschend: Es wird immer mehr Geld für GPUs ausgegeben (beziehungsweise sie werden immer teurer).

Wie groß war die Inflation in diesem Zeitraum? Laut Inflationsrechner läge der Preis einer Grafikkarte, die 2013 noch 300 Euro gekostet hat heute bei 326,88 Euro. Die Inflation ist beim Blick auf die Preisentwicklung also zu berücksichtigen, aber nicht der alleinige oder gar der entscheidende Faktor.

Die Verfügbarkeit ist historisch schlecht

Genau in die andere Richtung geht es bei der Verfügbarkeit von Grafikkarten. Es gibt also seit 2013 im Schnitt eine klar geringere Zahl von Angeboten. Auch hier gilt, dass die Situation seit 2020 einen Extremfall darstellt. Tendenzen zu einer Verschlechterung waren aber bereits in den Jahren zuvor vorhanden.

2013 bis 2021 in Screenshots

Wer anhand von Screenshots in Erinnerungen an vergangene Zeiten schwelgen möchte oder sich dafür interessiert, welche Grafikkarten über die Jahre hinweg jeweils die beliebtesten Modelle bei Geizhals waren, der wird in unserer folgenden Übersicht fündig.

Sie zeigt die Webseite seit 2013 jeweils im Dezember, mit einer Ausnahme: Das Jahr 2013. Hier konnten wir zum passenden Zeitpunkt keine Daten von archive.org aufrufen, stattdessen ist ein Screenshot von Anfang Oktober 2013 zu sehen.

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Ist eine Besserung der Lage in Sicht?

Sichere Aussagen dazu lassen sich aufgrund der vielen Einflussfaktoren kaum treffen. Immerhin hat sich Nvidia zuletzt vorsichtig optimistisch gezeigt, wenn auch erst für einen Zeitraum gegen Ende 2022. Das könnte unter anderem mit einem Wechsel der Fertigung für die neuen RTX-4000-Modelle zusammenhängen. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Artikel:

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Es wird unserer Einschätzung nach in jedem Fall mindestens noch mehrere Monate und eher klar länger dauern, bis Besserung in Sicht ist.

Die Einschätzung von Chip- und Grafikkartenherstellern dazu wie AMD, Nvidia, Asus, MSI oder Zotac haben wir bereits angefragt. Es ist zwar nicht von allzu konkreten Antworten auszugehen, falls wir überhaupt welche bekommen. Wir werden euch aber demnächst in einen separaten Artikel über die Reaktionen (oder Nicht-Reaktionen) informieren.

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