TVs sind heutzutage richtige Computer, inklusive aller Schikanen wie Betriebssystem und Prozessor. Das wichtigste Bauteil eines Fernsehers bleibt aber dennoch das Display.
Zum Amazon Prime Day bekommen wir Glotzkisten hinterhergeschmissen. Bei den günstigen Exemplaren gibt es ein Problem, das vor allem Spielerinnen und Spieler ärgert.
Ich zeige euch, worauf ihr achten solltet.
Unser Ticker zum Prime Day: Prime Day Live-Ticker - jede Minute die besten Amazon-Angebote des Jahres
Der große Knackpunkt: 60 Hz
In den Top 100 Angeboten vom letzten Prime Day, fielen mir vor allem drei Fernseher auf:
- Hisense 55E6NT für 309 Euro
- Samsung GU55DU7179 für 365 Euro
- Samsung GQ55S90D für 885 Euro
Beim Letztgenannten handelt es sich nicht nur um ein Oberklasse-Gerät, sondern auch um OLED. Das erkennt man allein schon am Preis. Die beiden günstigen Top-Angebote haben etwas gemeinsam: nur 50 respektive 60 Hz. Und das ist zu wenig.
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Warum sind 50/60 Hz schlecht?
- Motion Judder: Filme laufen meist mit 24 fps – und 24 passt nicht sauber in 60 Hz (60/24 = 2,5). Das führt zu ungleichmäßiger Bewegungsdarstellung (Judder). 120 Hz kann 24 fps besser durch glatte Vielfache (5*24 = 120) darstellen.
- FPS-Limitierung bei Spielen: Die Hertz-Zahl steht in direktem Zusammenhang damit, wie viele Bilder pro Sekunde der TV darstellen kann. 60 FPS sind bei Konsolen Standard, mit 50 Hz bekommt ihr nicht mal diese. Im Performance-Modus laufen PS5-Titel beispielsweise teilweise mit bis zu 120 FPS.
- Nicht zukunftssicher: Besonders Spiele werden in den kommenden Jahren performanter werden. Da sind 50 oder 60 Hz beim Display blitzschnell ein Flaschenhals.
Ich habe mich bei den Angeboten umgeschaut und bin auf dem Stand auf noch zig weitere TV-Schnäppchen gestoßen, die ebenfalls mit einer geringen Aktualisierungsrate kommen – und alle kosten nur wenige hundert Euro.
- Philips Ambilight PUS8109 für 419 Euro
- LG UA75006 für 479 Euro
- Samsung Q64D für 654 Euro
Sind TVs mit 120 Hz viel teurer?
Hier kommt die gute Nachricht: Fernseher mit einem 120-Hz-Display sind nicht viel teurer – wenn ihr die Augen offen haltet.
Die Angebote in dieser Preisspanne sind zwar nicht zahlreich, drei Stück habe ich aber finden können:
- Hisense 55E7NQ für 429 Euro
- TCL 55Q7C für 585 Euro
- Sony XR-50X90S für 779 Euro (50 Zoll)
Natürlich ist die Hertzzahl nur ein Wert von vielen auf dem Datenblatt. Dennoch lohnt es sich, diesen im Blick zu behalten, wenn ihr gerne Videospiele spielt oder möglichst ruckelfrei streamen wollt.
Weitere Details, auf die ihr achten solltet
Auf eine Rabattschlacht wie den Prime Day sollte man gut vorbereitet sein, um im Eifer des Gefechts nicht das falsche Gerät zu kaufen.
Hierauf solltet ihr achten, wenn ihr einen TV zu einem guten Preis kaufen wollt:
- 55 und 65 Zoll sind die meistverkauften Displaygrößen. Das heißt, dass sie auch am meisten produziert werden, ergo am günstigsten sind.
- Achtet auf die Spitzenhelligkeit. Je mehr Spitzenhelligkeit ein Fernseher hat, desto besser kann er die Unterschiede zwischen hellen und dunklen Bildanteilen herausarbeiten. Viel hilft in diesem Fall viel.
- Habt HDMI-Slots im Blick. Günstigere Modelle haben oft weniger HDMI-Eingänge und je nachdem, wie viel Peripherie ihr nutzt, wird das zum Flaschenhals.
- Kauft Modelle aus dem letzten Jahr. Wie bei Mode gilt: Die letztjährigen Modelle werden deutlich günstiger. Vergleicht die TVs von 2024 mit 2025 und ihr spart gegebenenfalls mehrere Hundert Euro – ohne viel Technik einbüßen zu müssen.
Mehr Tipps findet ihr im Spickzettel zum Prime Day aus dem letzten Jahr. Meine Hinweise sind da allgemeingültig.
Alternativ zum Amazon Prime Day könnt ihr natürlich auch in unsere TV-Kaufberatung schauen.
Wollt ihr einen günstigen TV fürs Schlafzimmer oder die Kinder, dann reicht auch ein Gerät mit einem 60Hz-Display. Liebäugelt ihr mit einem Modell fürs Wohnzimmer, rate ich stets dazu, ein wenig mehr Geld in die Hand zu nehmen. Das zahlt sich am Ende in einem besseren Bild aus, nicht nur wegen der höheren Bildwiederholrate.
Hinweis: Dieser Artikel ist in einer früheren Version bereits auf GameStar.de erschienen.







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