Harvard ist zu dem Schluss gekommen: Wo wir Solarmodule bauen, macht einen entscheidenden Unterschied

Eine aktuelle Studie zeigt, wie unterschiedlich sich neue Solarmodule auf die CO₂-Bilanz in verschiedenen Regionen auswirken können.

In den USA sind Solarmodule noch viel seltener die Basis des genutzten Stroms als in Deutschland. (Bild: stock.adobe.com - martiposa) In den USA sind Solarmodule noch viel seltener die Basis des genutzten Stroms als in Deutschland. (Bild: stock.adobe.com - martiposa)

In der August-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science Advances wurde eine interessante Studie zum Thema Solarenergie veröffentlicht. Sie trägt den Titel Quantifizierung der Auswirkungen der Einführung von Solarenergie auf die Reduzierung der CO₂-Emissionen.

Basis sind Daten aus den USA über einen Zeitraum von fünf Jahren (2018 bis 2023). Sie wurden mit Hilfe des FASRc-Clusters der Universität Harvard analysiert.

Dabei handelt es sich um eine High-Performance-Computing-Resource, was gerne auch als Supercomputer bezeichnet wird.

Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie:

  • Wenig überraschend kann Solarenergie einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO₂-Emissionen leisten. Wie stark das der Fall ist, hängt allerdings stark von der jeweiligen Region ab.
  • So konnten neue Solarpanels in den Gebieten Kalifornien, Florida, Mid-Atlantic, Midwest, Southwest und Texas für erhebliche Reduzierungen des CO₂-Ausstoßes sorgen.
  • In anderen Regionen wie Tennessee, Central und New England waren die Auswirkungen auf die CO₂-Emissionen dagegen minimal beziehungsweise teils sogar nicht vorhanden, selbst bei einer Erhöhung der Solarenergie um 20 Prozent.

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Wie die großen Unterschiede zu erklären sind

Dass die Auswirkungen von zusätzlicher Solarenergie je nach Region so unterschiedlich ausfallen, hat laut den Forschern mehrere Gründe.

  • Eine geringe Basis: Selbst eine relative Steigerung von 20 Prozent bei der Solarenergie kann sich nicht nennenswert auf die CO₂-Emissionen auswirken, wenn dort absolut betrachtet bislang nur sehr wenig Solarenergie genutzt wird.
  • Geografische und wirtschaftliche Einschränkungen: Es ist nicht in allen Regionen gleich einfach und effizient möglich, Solarmodule zu installieren und mit ausreichend Sonnenlicht zu versorgen. Auch wirtschaftliche Hürden wie weniger Förderung oder höhere Kosten für die Einrichtung und Logistik sind potenzielle Probleme.
  • Gegebenheiten des lokalen Stromnetzes: Wie hoch die Einsparungen bei CO₂-Emissionen sein können, hängt zu guter Letzt von der Beschaffenheit und Zusammensetzung des bereits bestehenden Stromnetzwerks ab.

Dabei ist auch zu beachten, dass in den Staaten der USA verschiedene Stromquellen dominieren. Kommt etwa vor allem Kohle zum Einsatz, wie in mittleren und westlichen Regionen, ist das Einsparungspotenzial durch Solarenergie sehr hoch.

Nutzt ein Staat dagegen primär Erdgas, kann durch neue Solarmodule deutlich weniger beim CO₂-Ausstoß eingespart werden.

Solarenergie spielt eine große Rolle

Doch auch, wenn die Ergänzung von Solarenergie nicht in allen Regionen gleich sinnvoll oder hilfreich ist, um CO₂-Emissionen zu reduzieren, betonten die Forscher eins klar: Strom aus Sonnenenergie ist aus ihrer Sicht ein entscheidendes Element, um in Zukunft für deutlich weniger CO₂-Ausstoß zu sorgen.

Dabei weisen sie darauf hin, wie wichtig und hilfreich es sein kann, entsprechende Energie zu teilen.

Sprich: Solarstrom, der in gut ausgebauten Regionen mit möglichst vielen Sonnenstunden erzeugt wird, kann mit der entsprechenden Infrastruktur auch in anderen Regionen mit schlechterer Voraussetzungen dafür genutzt werden und dann dort für eine deutlich bessere CO₂-Bilanz sorgen.

Der Weg dorthin ist in den USA aber noch besonders weit. Solarenergie macht in den Vereinigten Staaten bislang nur etwa vier Prozent des genutzten Stroms aus. In Deutschland liegt diese Zahl immerhin bei ungefähr 35 Prozent.

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