Neuer Tag, neuer Industriezweig, der sich in Folge der anhaltenden Speicherkrise meldet. Schon seit Wochen steigen die Preise für Speicherchips, was sich zunächst insbesondere in explodierten RAM-Kosten äußert.
Anschließend traf es sukzessive immer mehr Komponenten: Grafikkarten sollen teurer werden, auch SSDs steigen spätestens seit einem Monat kontinuierlich im Preis. Allmählich scheint es auch die klassischen Magnetfestplatten (HDDs) zu erwischen, wie das koreanische Branchenportal DigiTimes berichtet.
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Noch ist der Anstieg klein – und dennoch der höchste seit Jahren
Demzufolge haben sich die Vertragspreise für Festplatten im vierten Quartal 2025 auf ein neues Niveau eingependelt. Der Preisanstieg beträgt etwa 4 Prozent gegenüber dem dritten Quartal – das größte Plus der vergangenen acht Quartale. Diese Dynamik erstreckt sich über verschiedene Geräteklassen:
- 3,5-Zoll-Festplatten mit 1 TByte Kapazität für Desktop- und Überwachungsanwendungen legten um etwa 4 Prozent zu und kosten nun rund 53 US-Dollar pro Einheit.
- 2,5-Zoll-Notebook-Laufwerke mit 1 TB Speicher verteuerten sich um etwa drei Prozent auf knapp 50 US-Dollar.
- Diese Produktklassen verzeichnen bereits drei Quartale in Folge Preissteigerungen, wobei die aktuelle Runde die steilste seit Q4 2023 darstellt.
Diese Zahlen sind zwar bei weitem noch nicht die exorbitanten Preissprünge, die RAM-Riegel derzeit hinlegen. Allerdings erwarten Analysten laut DigiTimes, dass die HDD-Lieferengpässe im kommenden Jahr deutlicher werden.
Ein kritischer Punkt: Herstellerkapazitäten könnten so knapp werden, sodass Lieferanten verstärkt Datencenter-Kunden mit hohem Volumen priorisieren. In der Folge würde der Druck auf die Preise auch im Endkundenbereich signifikant höher ausfallen.
China und KI treiben massive Nachfrage
Die gestiegene Nachfrage speist sich dem Bericht zufolge aus mehreren Quellen. In China führt ein Strategiewechsel hin zu heimisch produzierter Hardware – kombiniert mit einer verstärkten lokalen PC-Builder-Community – dazu, dass HDDs in bestimmten Konfigurationen wieder höhere Priorität genießen.
Parallel dazu beeinflussen Bedenken zur SSD-Datenhaltbarkeit die Kaufentscheidungen von Behörden und Unternehmenskunden, die den »klassischen« Festplattenspeicher für spezifische Arbeitslasten bevorzugen.
Die Nachfrage erstreckt sich längst über klassische Anwendungsfälle wie Videoüberwachung und Datensicherung hinaus: Den größten Anteil an der Nachfrageexplosion trägt die KI-Infrastruktur bei. Große Cloud-Betreiber und Hyperscaler bauen ihre Exabyte-Speicher massiv aus – nicht zuletzt zur Unterstützung von KI-Arbeitslasten, Analysetools und Archivierung.
HDDs spielen dabei eine Rolle, wenn es nicht auf Geschwindigkeit ankommt. Laut DigiTimes berichten Hersteller bereits davon, dass ihre Produktionskapazitäten an oder nahe der vollständigen Auslastung arbeiten.
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