4 Wochen nur auf dem Tablet arbeiten: Ich bin beeindruckt, wie gut ich 2026 auf meinen Laptop verzichten kann

Ich habe nur ein wirklich großes Hindernis entdeckt, das 2026 leider immer noch gegen das Arbeiten auf Android-Tablets spricht.

Kann ein Android-Tablet einen Laptop als Arbeitsgerät ersetzen? Ich habe es selbst vier Wochen lang ausprobiert. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Kann ein Android-Tablet einen Laptop als Arbeitsgerät ersetzen? Ich habe es selbst vier Wochen lang ausprobiert. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Kann man 2026 endlich den Laptop hinter sich lassen und nur noch mit einem Android-Tablet arbeiten? Die Vorzeichen standen nie besser: Die Chipsätze sind brachiale Kraftpakete und Desktop-Modi gehören mittlerweile zum Standardrepertoire der großen Hersteller.

Ich wollte es genau wissen und habe mein MacBook Air für vier Wochen zur Seite gelegt. Mein neuer täglicher Begleiter: das Honor MagicPad 4. 

Mein Fazit nach einem Monat im Dauereinsatz: Die Hardware und das Interface sind längst auf Profi-Niveau angekommen, doch eine letzte, hartnäckige Hürde macht die Desktop-Erfahrung wieder zunichte.

Dieser Erfahrungsbericht spiegelt meine Arbeit als Editor bei GameStar Tech wider. Mein Alltag besteht aus dem Schreiben und Einpflegen von Artikeln, Recherche, Bildbearbeitung, schnellen Videocuts und der ständigen Kommunikation via Mail und Teams. Ich bin kein professioneller Video-Colorist oder Buchhalter – wenn euer Workflow meinem ähnelt, ist dieser Artikel euer Benchmark.

Für dieses Selbstexperiment habe ich das neue Honor MagicPad 4 verwendet. Viele der genannten Punkte lassen sich auch auf andere Android-Tablets übertragen, die einen Desktop-Modus unterstützen. 

Der PC-Modus für Android macht es möglich

Das Honor MagicPad 4 hat einen sogenannten Desktop-Modus, ähnlich wie »Samsung Dex«, der sich auch ganz ohne externen Bildschirm aktivieren lässt. Ich muss einfach das Schnellmenü herunterziehen und das entsprechende Symbol aktivieren.

Mit einem Dock mit HDMI-Anschluss kann sogar ein externer Bildschirm angeschlossen werden, der den Bildschirm entweder spiegelt oder erweitert. Das geht allerdings nicht mit jedem Android-Gerät. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Mit einem Dock mit HDMI-Anschluss kann sogar ein externer Bildschirm angeschlossen werden, der den Bildschirm entweder spiegelt oder erweitert. Das geht allerdings nicht mit jedem Android-Gerät. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Die Benutzeroberfläche ändert sich und erinnert mich sehr an MacOS oder an die GNOME-Oberfläche von einigen Linux-Distributionen. Mit angeschlossener Tastatur und Maus wird aus dem Tablet ein richtiger Notebook-Ersatz mit Notebook-Feeling.

Der Dateibrowser erinnert mich an den Finder von MacOS. Gewöhnungsbedürftig: der Desktop verhält sich nicht wie ein Ordner, weshalb sich darauf keine Dateien ablegen lässt – nur Verknüpfungen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Der Dateibrowser erinnert mich an den Finder von MacOS. Gewöhnungsbedürftig: der Desktop verhält sich nicht wie ein Ordner, weshalb sich darauf keine Dateien ablegen lässt – nur Verknüpfungen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

  • Am unteren Bildschirmrand befindet sich eine anpassbare App-Leiste.
  • Apps öffnen in einem Fenster, das in der Größe und Position angepasst werden kann.
  • Mit Alt+TAB lässt sich schnell zwischen den Apps wechseln – genau wie auf dem Desktop.
  • Für Aktionen, die einen langen Druck erfordert haben, reicht jetzt ein Klick mit der rechten Maustaste; zum Beispiel zum Öffnen des Kontextmenüs im Datei-Explorer.
  • Die Escape-Taste verhält sich wie die universelle Zurück-Geste in Android.

Alles in allem fühlt sich Android so an wie ein echtes Desktop-Betriebssystem. Die Parallelen zu ChromeOS sind sofort sichtbar, weshalb es mich nicht wundert, dass diese beiden Welten bald in »Aluminium OS« verschmelzen werden. 

Ich kann erstaunlich gut damit arbeiten

Der optional verfügbare Stift verwandelt das Tablet in ein Notizbuch. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Der optional verfügbare Stift verwandelt das Tablet in ein Notizbuch. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Die meiste Arbeit erledige ich heutzutage im Browser, weshalb ich nur wenige Apps auf dem Tablet installiert habe; zum Glück gibt es inzwischen so viele Web-Apps.

Ich starte den Browser und …

  • … schreibe meine Artikel in Google Docs.
  • … überprüfe meine Arbeits-E-Mails in Gmail.
  • … behalte den Überblick über heutige Aufgaben mit ClickUp.
  • … greife auf unser CMS zu.
  • … bearbeite meine Fotos und Grafiken in Photopea.

Dank des starken Magneten im Folio-Case konnte ich das Tablet zum Arbeiten auch auf den Schoß legen. Leider lässt sich bei diesem Modell der Betrachtungswinkel nur in zwei Stufen einstellen. Dank des starken Magneten im Folio-Case konnte ich das Tablet zum Arbeiten auch auf den Schoß legen. Leider lässt sich bei diesem Modell der Betrachtungswinkel nur in zwei Stufen einstellen.

Die meisten dieser Tasks erfordern keine besonders leistungsfähige Hardware, aber dennoch bin ich froh über die schnelle Leistung des Honor MagicPad 4. Apps und Webseiten laden zügig, und sogar die Bildbearbeitung in Photopea mit mehreren Ebenen ist flüssig.

Leistungstechnisch vermisse ich mein MacBook Air M2 für die Arbeit nicht – im Gegenteil. Mein Laptop hat nur acht Gigabyte Arbeitsspeicher und dieses Tablet 12. Hinzu kommt der schnelle Qualcomm Snapdragon 8 Gen 5. Es kommt seltener zu Rucklern, als ich es bei meinem Laptop gewohnt bin.

Abseits der Web-Apps habe ich noch einige installiert, auf die ich im Arbeitsalltag nicht verzichten kann:

  • Microsoft Teams: Das nutzen wir zur Kommunikation im Team und für Meetings.
  • Localsend: Damit übertrage ich Dateien über das lokale Netzwerk unabhängig vom Betriebssystem. Diese App ist auf jedem meiner Geräte installiert (Handy, Tablet, Laptop, PC und mehr).
  • UGREEN NAS: Ich verwende privat ein NAS von Ugreen und mit der App greife ich schnell auf Dateien zu, die darauf gespeichert sind.
  • Proton Pass: Mein Passwortmanager.

Besonders das Arbeiten mit einem externen Bildschirm macht produktives Arbeiten möglich. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Besonders das Arbeiten mit einem externen Bildschirm macht produktives Arbeiten möglich. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Für Android gibt es inzwischen so viele Apps, dass für die meisten ein uneingeschränktes Arbeiten möglich sein sollte – in meinem Fall ging das problemlos.

Problemlos ist allerdings nicht reibungslos.

Android-Apps sind immer noch Mobile-First

Während die Arbeit im Browser mittlerweile fast nahtlos an das Erlebnis auf einem MacBook heranreicht, wird das Tablet-Gefühl jäh gestört, sobald man den Browser verlässt. Das Problem: Viele Android-Apps sind im Kern immer noch Smartphone-Apps, die lediglich auf eine stattliche Displaydiagonale vergrößert wurden.

Das Problem der aufgeblasenen Apps

Viele Android-Apps wurden zuerst für Handys entwickelt und das fällt immer wieder auf. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Viele Android-Apps wurden zuerst für Handys entwickelt und das fällt immer wieder auf. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Ein prominentes Beispiel für diese Reibungspunkte ist Microsoft Teams. Auf dem Desktop ist Teams eine Schaltzentrale; auf Android ist es eine Notlösung. Statt die Bildschirmfläche für eine effiziente Übersicht zu nutzen, öffnet die App beim Erstellen von Beiträgen eine isolierte Vollbildansicht, die den Kontext zum restlichen Feed komplett kappt. 

Die Darstellung ist oft so großzügig skaliert, dass man mehr mit Scrollen als mit Lesen beschäftigt ist. Es fehlt die visuelle Dichte, die produktives Multitasking erst ermöglicht.

Chrome: Browser mit Handbremse

Selbst Google bremst das eigene System aus. Während Chrome auf dem Desktop durch Erweiterungen (Extensions) zum mächtigen Werkzeug wird, bleibt die Android-Version eine Lite-Variante. Besonders vermisst habe ich die geteilten Tabs. Auf Android muss ich stattdessen zwei separate Fenster öffnen und sie umständlich nebeneinander anordnen. 

Ich würde ja viel lieber die Desktop-Variante von Vivaldi verwenden, aber auf dem Tablet muss ich mich mit der Android-Version zufrieden geben. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Ich würde ja viel lieber die Desktop-Variante von Vivaldi verwenden, aber auf dem Tablet muss ich mich mit der Android-Version zufrieden geben. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Adobe-Apps: Spielzeug statt Werkzeug

Besonders schmerzhaft wird es bei der Adobe Creative Suite. Wer auf dem Desktop mit Photoshop oder Premiere arbeitet, findet auf Android lediglich funktional beschnittene Ableger. Diese Apps sind fantastisch für schnelle Retuschen oder Social-Media-Clips, scheitern aber an komplexen Workflows, Maskierungen oder echtem Color Grading. Man besitzt zwar die Hardware-Leistung eines Sportwagens, darf aber nur im verkehrsberuhigten Bereich fahren.

Wenn Android (oder das vielversprechende Aluminium OS) den Thron des Desktops erklimmen will, muss der Fokus weg von Mobile-First und hin zu Productivity-First.

Das Honor MagicPad 4 als Freizeit-Tablet

Nach Feierabend stöpsel ich das Tablet von meiner Docking-Station ab, beende den PC-Modus, nehme das Gerät aus dem Folio-Case und setze mich bequem aufs Sofa. 

Hier spielt das Tablet seine größten Stärken aus und lässt mich tatsächlich über einen vollständigen Wechsel nachdenken.

Der Bildschirm ist eine Wucht und so ein Foto kann das gar nicht richtig einfangen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Der Bildschirm ist eine Wucht und so ein Foto kann das gar nicht richtig einfangen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Im Kern ist das Honor MagicPad 4 eben ein Tablet und solche eignen sich hervorragend zum Browsen, Videos schauen, Musik hören und mehr – noch besser als jeder dünnste Laptop. 

Apropos dünn: Ich kann kaum glauben, wie schlank dieses Gerät ist: nur 4,8 Millimeter bei der Kamera und 3,9 Millimeter beim Rahmen. Viel mehr geht gar nicht, ohne auf den USB-C-Stecker verzichten zu müssen. Zusammen mit dem Aluminiumrahmen wirkt das Gerät sehr hochwertig. 

Der praktische Formfaktor, das schnelle Aufwecken aus dem Standby und die Touchscreen-optimierte Bedienung lassen mich immer öfter zum Tablet statt Laptop greifen. Das ist aber nicht alles.

Hervorragender Bildschirm: Das Honor MagicPad 4 hat einen der besten Bildschirme, die ich je auf einem mobilen Gerät gesehen habe. Das kann man sich schon beim Lesen der technischen Daten denken:

  • 12,3 Zoll OLED-Panel
  • 93 Prozent Bildschirm-Gehäuse-Verhältnis (dünne Ränder)
  • 165 Hz Bildschirmwiederholrate (Fünf Stufen: 165, 144, 120, 90, 60)
  • 2.400 Nits Spitzenhelligkeit
  • 3000 x 1920 Pixel Auflösung

Das Ansehen von Videos und Fotos auf dem Tablet macht unglaublich viel Spaß. Mit dem Bildschirm meines MacBooks war und bin ich schon immer sehr zufrieden, aber dieses Tablet setzt da noch einen drauf. Die Farben sind lebendig, die Schwarzwerte perfekt, die Animationen flüssig und die Helligkeit sehr hoch.

Lautsprecher mit Surprise-Faktor: Obwohl das Gerät so dünn ist, haben mich die darin verbauten Lautsprecher überrascht. Es sind insgesamt acht Stück verbaut, die nicht nur ziemlich laut werden können, sondern dabei immer noch sehr klar klingen. Druckvollen Bass gibt es allerdings nicht. 

Großer Akku trotz der dünnen Bauweise: Obwohl der Rahmen nur 3,9 Millimeter dünn ist, steckt im Honor MagicPad 4 ein großer 10.100-mAh-Akku, der schnell mit 66-Watt-Ladeleistung aufgeladen wird. Eine Ladung reicht mit meinem Nutzungsverhalten (Arbeit, Medien, Fotos bearbeiten und YouTube-Videos) etwa zwei bis drei Tage. 

Infos zum Honor MagicPad 4
Technische Daten
  • Maße: 273,4 x 178,8 x 4,8 mm
  • Gewicht: 450 Gramm
  • Display: 12,3 Zoll, OLED, 3000 x 1920 Pixel, 290 PPI, 2.400 Nits, 165 Hz
  • Prozessor: Snapdragon 8 Gen 5
  • Speicherkonfigurationen: 12/256 GB, 16/512 GB
  • Betriebssystem: MagicOS 10, Android 16
  • Updates: 6 Jahre Android OS- und Sicherheitsupdates
  • Kameras: 13 MP Hauptkamera, 9 MP Frontkamera
  • Akku: 10.100 mAh, 66-Watt-Ladeleistung
  • Konnektivität: Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0
Preis und Verfügbarkeit
  • Basic Edition 12+256 GB: 600 Euro
  • Smart Edition 12+256 GB: 650 Euro (mit Tastatur, Stift, 12 Monate Displayschutz; das ist die getestete Variante aus diesem Artikel)
  • Ultra Edition 12+256 GB: 700 Euro (mit Tastatur, Stift, MouseBuds, 12 Monate Displayschutz)
  • Ultra Edition Plus 16/512 GB: 800 Euro (mit Tastatur, Stift, MouseBuds, 12 Monate Displayschutz)

Das Honor MagicPad 4 ist über die Webseite des Herstellers verfügbar.

Tablet oder Laptop: die Entscheidung hängt von zwei Dingen ab

Unterm Strich ist das Honor MagicPad 4 ein hervorragendes Freizeit-Gerät, das sich auch zum Arbeiten eignet – nicht andersherum. Obwohl Android-Tablets wie diese inzwischen schnell genug sind, werden sie durch das Software-Angebot ausgebremst. 

2026 kann ein Tablet durchaus einen Laptop ersetzen, aber zwei Bedingungen sollten erfüllt sein. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) 2026 kann ein Tablet durchaus einen Laptop ersetzen, aber zwei Bedingungen sollten erfüllt sein. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Es kommt also auf zwei Dinge an, ob ihr zum Arbeiten zu einem Tablet (mit Tastatur und Maus) oder zu einem richtigen Laptop greift:

  • Reichen euch die verfügbaren Android-Apps und der Browser aus?
  • Wollt ihr ein Gerät, das neben der Arbeit auch für die Freizeit verwendet werden soll?

Solltet ihr beide Fragen mit »Ja« beantworten können, dann kann sich so ein Tablet als All-in-One-Lösung lohnen.

Für alle anderen bleibt ein Laptop mit einem richtigen Desktop-Betriebssystem die einzige produktive Lösung.

Wie sieht es bei euch aus? Könnt ihr euch vorstellen, mit einem Tablet, statt eines Laptops zu arbeiten, oder tut ihr das schon? Schreibt es uns gerne in die Kommentare! 

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