Handelsbeschränkungen der USA haben bereits 2019 dazu geführt, dass das chinesische Unternehmen Huawei aufgrund von fehlenden Google-Lizenzen bei Smartphones auf Android weitgehend verzichten muss.
Ein neuer Laptop zeigt nun, was schon länger bekannt ist: dass die Firma bei Notebooks in Bezug auf Windows das gleiche Schicksal ereilt wie bei Handys in Bezug auf Android.
Es geht um das Huawei MateBook X Pro in den Versionen 14 und 16. Laut Xataka handelt es sich dabei um das erste Modell der Firma als Reaktion auf die Beschränkungen, das auch mit Linux angeboten wird. Der Verkauf erfolgt unter anderem über die chinesische Plattform Vmall.
Das Betriebssystem HarmonyOS basiert auf Linux. Huawei wird es bei neuen Geräten in Zukunft wohl generell gezwungenermaßen verwenden. Bei den eigenen Smartphones kommt es aufgrund der eingangs erwähnten Beschränkungen schon länger zum Einsatz.
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Warum Huawei zu Linux greifen muss
- Die USA erlauben US-Unternehmen schon seit längerer Zeit nur unter strengen Auflagen Handelsbeziehungen mit dem chinesischen Hersteller Huawei.
- Hintergrund sind Sicherheitsbedenken, auch auf Basis einer der Firma nachgesagten Nähe zu der chinesischen Regierung.
- Im Rahmen dieser auf der
Entity List
festgehaltenen und immer weiter verschärften Beschränkungen kommt es nun wohl dazu, dass die Lizenzen von Huawei zur Nutzung von Windows bei seinen Geräten nicht weiter verlängert werden.
Bereits veröffentlichte Produkte dürften zwar noch verkauft werden. Für neue Produkte muss Huawei in Zukunft laut Xataka aber auf eine Alternative zu Windows setzen, genauer gesagt auf die besagte Eigenentwicklung HarmonyOS mit Linux-Basis.
Das thematisierte schon im September 2024 ein Bericht von The Register. Huawei hat damals in Person von Yu Chengdon klargestellt, dass die aktuellen Geräte von Huawei mit Windows die letzten sein werden. Chengdon ist Vorsitzender der Consumer Business Group bei Huawei.
Der Nachfolger von HarmonyOS in Form von HarmonyOS Next soll indes laut Huawei völlig unabhängig von Android und Linux arbeiten (via techeblog.com). In China ist das Betriebssystem bereits auf ersten Geräten verfügbar.
HarmonyOS sorgt für Einschränkungen
Grundsätzlich kann man auch Linux-Notebooks sehr gut für viele Einsatzzwecke verwenden. Allerdings gibt es durchaus relevante Einschränkungen, primär durch inkompatible Software.
Der Gaming-Bereich ist davon ebenfalls betroffen, wobei sich die Situation in den letzten Jahren klar gebessert hat und mehr und mehr Spiele auch unter Linux laufen.
Die Erfahrung auf einem Windows-Notebook dürfte sich dennoch stark von der auf einem Gerät mit HarmonyOS unterscheiden, allen Bemühungen von Huawei zum Trotz, ihre Eigenentwicklung weiter voranzutreiben.
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